Monika Leutenegger

Gottesdienste in Zeiten von Corona

Dankgottesdienst VW 2020 2<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kath-frauenfeldplus.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>658</div><div class='bid' style='display:none;'>7336</div><div class='usr' style='display:none;'>41</div>

Marianne Sax vom Bücherladen vis-à-vis des Hauptportals unserer Frauenfelder Stadtkirche erzählte auf Radio SRF2Kultur, warum sie alle Einschränkungen wegen der Corona-Krise gewissenhaft und äusserst sorgfältig einhalte.
Das schlimmste nämlich, was passieren könnte: Wenn wir nun nachlässig würden und der ganze Lockdown für nichts gewesen wäre…
Warum das Aussetzen der Gottesdienste durchaus Sinn machte, zeigen die tragischen Ansteckungs- und Todeszahlen bei den «Charedim», einer äusserst traditionalistischen jüdischen Bewegung, die stur ihre Gottesdienste weiterfeierte.

Ab 28. Mai nun dürfen wieder öffentlich Gottesdienste gefeiert werden. Allerdings mit Einschränkungen, um eben das bislang Erreichte nicht aufs Spiel zu setzen. Vor allem wird die Anzahl der Teilnehmenden beschränkt sein. Auch verlegen wir die Gottesdienste aus dem Klösterli in die Stadtkirche. Eine deutsche Diözese geht den spannenden Weg, dass vorerst Wortgottesfeiern gefeiert werden, aber keine Eucharistie. Wie es aussehen wird mit den Schutzkonzepten, wissen wir noch nicht bis ins letzte Detail. Aber eine geistliche Kommunion ist vielleicht doch liturgischer als eine Kommunion mit Mundschutz… Gottesdienste in Zeiten von Corona: Das Thema bleibt. Und bleibt spannend.

Denn plötzlich fiel ein wichtiger Grundvollzug der Kirche dahin: Die Liturgie, der Gottesdienst. Traditionell ist von drei Grundvollzügen der Kirche die Rede: Die Verkündigung, was auch in Zeiten von Corona weiterhin passiert: Durch unsere täglichen Video-Impulse, durch Beiträge im forumKirche, durch die Relipost St. Anna und anderes mehr.

Sodann die Diakonie, was derzeit besonders nötig und gefragt ist. Dazu gehört nicht nur, was unser kirchlicher Sozialdienst leistet, Angebote wie das Tischlein, oder unser Sozialprojekt Bistro zur alten Kaplanei, sondern auch, was die Gläubigen in ihrem Umfeld wirken und leisten, wie Nachbarschaftshilfe und ähnliches.

Verkündigung («Martyria»: Zeugnis), Dienst am Nächsten («Diakonia») sowie Gottesdient und Gebet («Leiturgia») sind wie ein dreibeiniger Stuhl, er wird nie wackeln. Seit dem zweiten vatikanischen Konzil wird gerne auch noch die «Koinonia» mit hinzugenommen, als das alles Verbindende. Gemeint die verbindende Gemeinschaft, lateinisch die Communio. Das ist das, was in dieser ausserordentlichen Zeit schmerzlich vermisst werden muss.

Viele vermissen auch die Communio als Kommunion. Die verschiedenen Länder gehen hier unterschiedliche Wege. Wann und wie darf wieder Eucharistie gefeiert werden, und mit wem? Bischof Felix hat in einem Radiointerview die Problematik auf den Punkt gebracht: Schutzkonzepte haben etwas Ausschliessendes. Die Eucharistie aber möchte einschliessen, einladen.

An Pfingsten nun darf wieder in Gemeinschaft gefeiert werden. Deshalb werden wir an Pfingsten ein letztes Mal eine «Gottesdienstliche Feier» online stellen, als hoffentlich fulminantes Schlussbouquet sozusagen.

Denn plötzlich fiel ein wichtiger Grundvollzug der Kirche dahin: Die Liturgie, der Gottesdienst – so stimmt das aber eigentlich nicht. Denn ist es so, dass die Liturgie nicht einfach weggebrochen ist. Es gibt unterschiedliche Formen des Gebets, manches wird auch als Hausliturgie gefeiert (so haben wir auch Andachten für Familien für die Kar- und Ostertage verschickt), und es bleibt ebenso die geistliche Teilnahme an Fernsehgottesdiensten, Radiopredigten, oder unseren online gestellten Gottesdienstliche Feiern. Wenn es um elf zum Angelus läutet, sind wir eingeladen, den «Englischen Gruss» zu beten. Das Stundengebet, die Tagzeitenliturgie, lässt sich auch online finden, dazu brauche ich nicht zwingend ein «Brevier» zur Hand zu haben.

Und so sind Sie weiterhin eingeladen, in unterschiedlichster Weise im Gebet verbunden zu bleiben.
Thomas Markus Meier, theologischer Leiter,
Bereitgestellt: 24.05.2020     Besuche: 225 Monat 
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