Claudia Steiger

Pilgerwanderung auf dem Jakobsweg

Pilgerwanderung Spaziergruppe St. Anna 2021 (Foto: Helen Heim Hueber)

Die Spaziergruppe St. Anna wanderte Mitte Mai auf dem Jakobsweg. Trotz mässigen Wetterglücks konnten sich die Teilnehmenden über einen gelungenen Pilgertag freuen.
Am Vortag unserer Wanderung Mitte Mai hatte der Wetterbericht wenig Hoffnung auf eine trockene, gemütliche Wanderung gegeben. Umso erstaunter war ich, als bei meiner Ankunft in Frauenfeld schon ein stattliches Grüppchen Wanderfreudige an unserem Treffpunkt wartete. Tatsächlich stiegen um 8.45 Uhr dann auch 15 Personen ins Wiler Bähnli ein und unterwegs gesellten sich noch drei weitere dazu, die nur einen Teil des Weges gehen wollten.

Bei unserer Startdestination Münchwilen zogen alle ihre Regenjacken wieder an und stülpten die Kapuzen über den Kopf. Beinahe zwei Stunden wanderten wir durch leichten Nieselregen. Der Weg entlang der Murg war aber trotzdem sehr romantisch und wunderschön.

Von Geschichte, Akustik und Licht
In Sirnach gab es erste Informationen von Christoph Oechsle. Er erzählte uns interessante Details zum Schwabenweg, welcher ein Teil des Pilgerweges nach Santiago de Compostela ist.
Den nächsten Halt machten wir bei der St. Martinskapelle in Oberwangen. Dort setzten wir uns in die Kirchenbänke und lauschten Christophs Ausführungen zur Geschichte dieser Kirche. So erfuhren wir etwa, wie die Kapelle zu ihrer eindrücklichen Form gekommen ist. Mit «laudate omnes gentes» schlossen wir unsere Rast ab und genossen die gute Akustik des heiligen Ortes.

Ab da wanderten wir ohne einen einzigen Regentropfen und es blieb sogar trocken bis ans Ende unseres Pilgertages. Der Weg führte uns an leuchtenden Rapsfeldern vorbei und durch lichtdurchflutete Waldstücke. Den wunderbaren Grillplatz an der Murg, auf der Höhe von Dussnang, mussten wir uns aber schon noch etwas verdienen. Wegen der Nässe war das letzte Waldstück zur Murg hinunter glitschig und wir mussten uns auf den wurzelreichen Pfad konzentrieren.

Die Stille geniessen
Durch die zarten Blätter sahen wir von oben bald das Feuer brennen, die Vorfreude auf unsere Wurst kam auf. Wie schon die beiden Jahre zuvor empfingen uns Barbara und Elsbeth mit einer kräftigen Glut. Schnell waren die Tische besetzt und die Schätze aus dem Rucksack gezaubert.
Nach der Mittagsrast ging es ohne Steigung weiter, entlang eines Naturlehrpfades – wer wollte, konnte die Tafeln lesen und viel Interessantes über die Ringelnatter erfahren – und nach einer halben Stunde erreichten wir schon das Kloster Fischingen.

Auf dem Klosterplatz angekommen, erzählte uns Christoph das Wichtigste zur Geschichte des Klosters Fischingen. Der wunderbar restaurierte Innenraum der Kirche liess uns staunen und die Stille geniessen. In der angrenzenden Idakapelle wurden uns auch die Unterschiede zur Klosterkirche erklärt. Mit dem Lied «Grosser Gott wir loben dich» fand unser gelungener Pilgertag seinen Abschluss.

Das Postauto und das Wiler Bähnli brachten alle wohlbehütet nach Frauenfeld zurück.
Susi Witzig, Spaziergruppe St. Anna
Bereitgestellt: 13.06.2021      
aktualisiert mit kirchenweb.ch