Monika Leutenegger

Räumaus und Mikrophon

Lektorendienst<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kath-frauenfeldplus.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>289</div><div class='bid' style='display:none;'>4272</div><div class='usr' style='display:none;'>41</div>

Ob Sie auch schon einer «Räumaus» begegnet sind? Einer munteren Schar Frauen und Männer, jung und alt, hätte dies im Refektorium im Klösterli an zwei Januarsamstagen durchaus passieren können.
Altbewährte LektorInnen oder junge Neueinsteiger lernten, übten, tauschten sich aus: wie sich das verhält mit der Sprache, ob gelesen oder geschrieben – ob gesprochen oder vorgelesen. Nein, auch sie sind der «Räumaus» zwar nicht begegnet, aber es hätte sein können. In der Bibelübersetzung von Martin Buber und Franz Rosenzweig gibt es kreative Wortübertragungen aus dem Hebräischen ins Deutsche, etwa bei den Propheten die Namensgebung «Räumaus». Hier müssen wir zweimal lesen, und auch den Zusammenhang kennen, um zu erkennen: gemeint ist «Räum aus!», und nicht etwa «Räu-Maus». Im LektorInnenkurs gings teils um Inhaltlich-Biblisches, aber auch ganz konkret um Rhetorisch-Phonetisches. Da mussten Vorstellungen ausgeräumt werden, es gäbe im Deutschen nur das schön geschlossen ausgeschprochene «E». Aber: es heisst tatsächlich «er» und «der» (mit geschlossenem E wie in «der See»), aber andrerseits eben mit kurz offenem «E» wie in «es» und «des» (etwa wie in «etwa» oder «Erbse»). Eine «Wegweisung» kann ein Fortschicken meinen («weg damit»!) oder einen gangbaren Weg, wie durch einen Wegweiser angezeigt. Geschrieben gleich, ausgesprochen aber (im andern Wortsinn: ausgesprochen) anders. Nicht zu reden von der Gestaltung, wie ich einen Text hörbar, erfahrbar mache, dass die Zuhörenden folgen und verstehen können.
Als eine besondere Herausforderung sollte sich endlich das Mikrophon beim Ambo unserer Frauenfelder Stadtkirche herausstellen: Es ist so eingerichtet, dass den Vorlesenden der Blick auf die Buchstaben teils verstellt wird, oder aber so geknickt und schräg geführt werden muss, dass es nicht zum Anschauen ist. Herausforderungen, die die KursteilnehmerInnen aber mit Einsatz, Kreativität, eigenen Vorschlägen auch – und letztlich mit Bravour – gemeistert haben. Im einen Fall sogar schon mit einem echten Einsatz nach dem ersten Kursmorgen bereits, noch vor Abschluss des Kurses. Allen TeilnehmerInnen ein grosses Dankeschön für Interesse und Engagement, und viel Freude in dieser wichtigen gottesdienstlichen Aufgabe!

Unsere neuen Lektoren und Lektorinnen sind:
Michaela Berger, Marcel Berger, Susanna Boos, Rosmarie Brunner, Lars Ellenberger, Saskia Guler, Joel Hönger, Claudia Josef, Christof Kaiser, Vittorio Martinelli, Denise Möller



Thomas Markus Meier,
Bereitgestellt: 22.01.2018     
aktualisiert mit kirchenweb.ch