Monika Leutenegger

Papstfilm im Cinema Luna

Petersdom in Rom<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenweb.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>205</div><div class='bid' style='display:none;'>1107</div><div class='usr' style='display:none;'>27</div>

Am 16. August zeigt das Cinema Luna um 19.30 Uhr den Film von Wim Wenders über Papst Franziskus.
Positiv überrascht habe mich nicht der Film, sondern der Papst, postete ich auf der facebook-Seite der Pfarrei St. Anna. Denn rein filmisch wäre von Wim Wenders wohl mehr zu erwarten gewesen. Sein letzter Film, den ich gesehen hatte, war ‘Pina’, eine Dokumentation über die Wuppertaler Tanzkompanie mit Pina Bausch. Da hatte Wenders die 3-D-Technologie in allen Varianten durchbuchstabiert.

Beim Papstfilm nun kommen eigentlich nur drei Fäden zusammen: Wenders montiert Interviews mit Archivaufnahmen des Vatikans und, das einzig filmisch spezielle, schwarz-weiss gedrehte Erinnerungen an Franz von Assisi. Kritik am Film wurde vor allem deswegen laut, weil Wenders in den Interviews nicht nachhakte, keine kritischen Rückfragen gestellt hatte.

Aber vielleicht trifft er so Franziskus überraschend gut: Dass er nämlich nicht den Papst alles machen lässt, alles von ihm abhängen, als Solotänzer quasi – sondern dass wir zum Mittanzen aufgefordert werden. Dass der Papst Anregungen gibt, mal Schritte vor, aber auch zurück, und wir nicht beim Zuschauen (und Delegieren) bleiben, sondern selber in Bewegung kommen. So ist der Film oft ganz stark, wenn die Anliegen Franziskus’ für die Schöpfung, und ein anderes Wirtschaften, deutlich werden. Bei den innerkirchlichen Reformfragen dagegen, da könnte ein argentinisches Sprichwort mitgehört werden: Zum Tango braucht es immer zwei. Beklemmend fast, wenn die Gesichter des Kardinalskollegiums gezeigt werden, wenn der Papst die Krankheiten der Kirche geisselt.

Mit einer gewissen Skepsis hatte ich den Film besucht, auch in Erinnerung an den Filmanlass «Habemus Feminas» mit der Frauengemeinschaft im Cinema LUNA. Dran denkend, wie schwierig es war, das Anliegen in Rom weiterzuleiten, oder dem erneuten Abwiegeln der Glaubenskongregation in der Frauenfrage. In ganz anderem Zusammenhang spricht der Papst dann übers Hören auf die Frauen – wer weiss, vielleicht tastet sich die Kirche hier doch ganz zaghaft zu neuen Tanzschritten…
Thomas Markus Meier, Theologischer Leiter,
Bereitgestellt: 13.05.2018     Besuche: 48 Monat 
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