Monika Leutenegger

Colakraut für Hauterkrankungen

Kräuterführung<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kath-frauenfeldplus.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>117</div><div class='bid' style='display:none;'>5359</div><div class='usr' style='display:none;'>41</div>

Eine fröhliche Gesellschaft von dreizehn Leuten, davon acht Kinder, wartete an diesem Morgen gespannt im Foyer des Kunstmuseums der Karthause Ittingen auf das, was sie unter der Leitung von Frau Annemarie Spring erwartete.
Gleich zu Beginn durften wir im wunderschönen Chorgestühl der barocken Klosterkirche halbstehend Platz nehmen und uns so in die Gebetshaltung eines Kartäusermönchs hineinversetzen, welche er über Stunden innehatte. Kartäusermönche schweigen praktisch immer, leben alleine in ihrer Klause, haben keine Zeitung, keinen Radio, keinen Fernseher und beten wahnsinnig viel und das am Tag und in der Nacht. Die Kinder waren beeindruckt und plötzlich ganz still.…«Wie kann man selber wählen, so zu leben?» flüsterte ein Mädchen seiner Mutter ins Ohr. Dann wurden die vielen geschnitzten Tiere am Fusse der Chorgestühle erkundet und daraus die Tugenden eines Kartäusermönchs abgeleitet. Ein Kartäusermönch musste nämlich nicht nur schweigen können, er sollte auch treu sein wie ein Hund und vieles mehr.
Anschliessend führte uns Frau Annemarie Spring zu einer der kleinen Mönchsklausen und zeigte uns, wie karg und einfach die Kartäusermönche, jeder für sich, gewohnt hatten. Dann öffneten wir die Türe, die zum Kräutergarten der Klause führte und wurden sogleich auf eine Reise für Augen und Nase entführt. In etlichen kleinen Feldern gab es Kräuter in unterschiedlichsten Grüntönen und Grössen. Es blühte und duftete - eine kleine Zauberwelt! Hier pflanzten die Mönche früher alles an, was für den täglichen Gebrauch von Nutzen war. Aus Holunderblüten machten sie Tee, der Fieber senkend wirkte, den Salbei verwendeten sie bei Halsentzündungen und dann gibt es noch das Colakraut. Riecht das wohl tatsächlich nach Cola? Daraus wurde ein ätherisches Öl gewonnen zur Behandlung von Hauterkrankungen. Kartäusermönche legten sich sogar in ihre Thymianfelder, um den Duft ganz aufnehmen zu können.
In nur einer Stunde wurden die dreizehn Teilnehmenden zu kleinen Kräuterexpertinnen und durften sich zum Abschluss im Museumsatelier aus einer grossen Auswahl an Kräutern ein eigenes Kräutersalz mörsern und mischen. So entstanden dreizehn verschiedene Salze, die einen für wohltuende Bäder, die anderen für würzvolle Gerichte. Bestimmt bleibt diese kurzweilige Führung gross wie klein in bester Erinnerung!

Susanne Müller-Biedermann, Familienteam der Frauengemeinschaft St. Anna
Monika Leutenegger,
Bereitgestellt: 16.07.2018     
aktualisiert mit kirchenweb.ch