Monika Leutenegger

Sommerlager 2018 – Seebachtaler Sommermärchen

Sommerlager Region Hüttwilen 2018<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kath-frauenfeldplus.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>377</div><div class='bid' style='display:none;'>5429</div><div class='usr' style='display:none;'>41</div>

Am Samstag, dem 7. Juli 2018 war es endlich wieder so weit: Schon am ersten Ferientag versammelten sich 25 freudige Kinder mit 11 Leitern sowie Köchen, um gemeinsam eine unvergessliche Woche zu erleben. Das «Drehbuch» für tolle Erlebnisse war im Stile von Walt Disney geschrieben - kein Wunder beim gleichnamigen Wochenmotto. So setzten wir uns also in den Car, welcher uns nach Hospental im Kanton Uri und somit geradewegs in unser Seebachtaler Sommermärchen chauffierte…
Der Samstagnachmittag diente nach der Ankunft wie immer dem gegenseitigen Kennenlernen. Kinder wie Leitungspersonen kannten sich und die Namen bereits wesentlich besser, als auch schon die Zeit des ersten Abendessens gekommen war.
Der darauffolgende Sonntag stand unter dem Motto «Ice-Age». Während des Programms versuchten die Kinder, in einem dreistündigen Spiel an verschiedenen Posten möglichst viele Nahrungsmittel für eine Reise zum UFO zu ergattern. Aus diesen Zutaten stellten die verschiedenen Gruppen dann Schlangenbrot her, welches zusammen verzehrt wurde. Mit unterschiedlichen Gruppen- oder Gesellschaftsspielen liessen wir den ersten «richtigen» Tag des Lagers ausklingen. Dann gings ab ins Bett, wo sich die Kinder ihren verdienten Schönheitsschlaf gönnten (oder hätten gönnen können, hätten sie nicht die halbe Nacht mit quatschen verbracht). Doch oh Schreck oh Graus – mitten in der Nacht polterte und knallte es durchs Walchwilerhaus: Mit Megafon, Pfannen und Trillerpfeifen bewaffnet schickten sich die Leiter an, die endlich eingeschlafenen Kinder wieder aufzuwecken. Dies lag nicht (nur) der sadistischen Veranlagung der Leiterinnen und Leiter zugrunde, sondern an der Nachtübung, die in der Nacht auf Sonntag auf dem Programm stand. In dieser spielten wir alle zusammen «Sardinenbüchse» in Frozen Version. Im Spiel ging es darum, bei völliger Dunkelheit und Stille die Elsa zu finden, welche sich irgendwo im Haus versteckt hatte. Als diese dann nach gut 45 Minuten auch noch vom letzten entdeckt wurde, gab es für alle die obligate Vanillecreme als Belohnung. Zack – da war der aufgrund des Aufweckens immer noch etwas angesäuerte Haufen schlagartig wieder milde gestimmt.
Nach einer kurzen Nacht – die Kinder standen schon um sechs Uhr früh wieder voller Energie und Tatendrang auf der Matte und spielten Tischfussball (!), was wiederum alle noch Schlafenden aufweckte – wurde der Montag mit dem Tagesmotto «Frozen» eingeläutet. Im ersten Teil mussten die verschiedenen Gruppen die bekannte Anfangsszene um Schneemann Olaf nachspielen und filmen. Fünf amüsante wie herzige Filmsequenzen waren das Resultat des Vormittages, die wir einander dann auch präsentierten. Nach dem Zmittag war Schlittenbauen angesagt: Mit einigem bereitgestelltem Material und sich selbst mussten alle Lagerteilnehmenden einen riesigen Schlitten bauen, sodass alle darin involviert waren. Und auch obschon es lange danach aussah, als würde dieses ehrgeizige Vorhaben scheitern, brachten wir am Ende ein Gebilde zusammen, das mit viel Vorstellungskraft oder etwas LSD im Blut sogar als Schlitten hätte gedeutet werden können.
Während am Abend die jüngere Garde der Teilnehmenden im Haus bleiben musste, kamen die Älteren in den Genuss einer Abendübung. In Zweiergruppen mussten die Kinder einen von den Leitungspersonen vorbereiteten Weg entlanggehen – bei Dunkelheit und ohne Taschenlampen! Tatsächlich erschrak dann auch der eine oder andere an den von den Leitungspersonen angelegten «Posten». Natürlich schafften es aber alle wieder nach Hause und, das ist das Wichtigste, alle hatten beim Begehen des Weges grossen Spass.
Als beim Morgenessen am Dienstag ein Zwerg ins Lagerhaus kam und uns um Hilfe bat, war auch das Tagesmotto leicht herauszufinden: Natürlich orientierte sich das Programm am Film «Die sieben Zwerge». Weil der Zwerg, tollpatschig wie er war, sämtliche Hütten von seinen Kumpanen zerstört hat, durften wir ihm helfen, diese wieder aufzubauen. In einem grossen Geländegame konnten die Gruppen an verschiedenen Posten Geld verdienen, um dieses dann in Materialen für den Hüttenbau zu investieren. So hatten wir am Ende des Tages tatsächlich wieder alle Hütten aus dem Boden gestampft.
Das darauffolgende Abendessen war ein richtiges Highlight: Jedem Kind und jedem Leiter/jeder Leiterin wurde eine Rolle zugeteilt, die er oder sie während des ganzen Abendessens zu spielen hatte. Dies endete – wie hätte es auch anders sein können – mit viel Gelächter in einem riesigen Chaos.
Als am Mittwoch die traditionelle Wanderung anstand, hatte diese auch ihren triftigen Grund: Vor den Augen aller war während eines Spiels nach dem Morgenessen unser liebes Schneewittchen zusammengebrochen. Dass wir für sie einen rettenden Trank brauen konnten, benötigten wir spezielle Gegenstände. Diese waren allerdings nur auf dem Weg unserer Wanderroute zu finden. Nach einer Wanderung, welche eigentlich vielmehr ein gemütlicher Spaziergang mit überdimensional grosser Mittagspause (Werwölfeln und Amerikanischer Bulldogge ahoi) war, gönnten wir unseren Körpern mit dem Wellnessabend etwas Entspannung. Oder zumindest etwas Entspannungsähnliches…
Der Donnerstagmorgen startete mit einem Paukenschlag: Unser Koch war über Nacht verflucht worden! Diese Tatsache bildete das Grundgerüst des Tages, welcher von «Fluch der Karibik» inspiriert wurde. In einem ersten Postenlauf suchten die Kinder in Gruppen einen Schatz; denn dessen Fund konnte der Legende nach den Fluch, der auf dem Koch lastete, wieder rückgängig machen. Aber das Entrüsten war gross, als sämtliche Gruppen im ausgemachten Versteck nur leere Schatzkisten fanden! Schnell war klar, dass uns jemand den wertvollen Schatz entwendet haben musste.
Deshalb gab es am Nachmittag ein Piratentraining, bei dem wir die Kinder zu Piraten ausbildeten – denn jemand musste den üblen Gauner schliesslich zur Rechenschaft ziehen. So übten sich die Kinder im Lesen von Geheimschriften, im Herstellen von Säbeln oder im Erstellen von Seemannsknoten. Gewiefte Köpfe fanden auch heraus, dass Ramon Witzig, der dieses Jahr als Hilfskoch mitreiste, den Schatz gestohlen haben musste. Es dauerte nicht lange, da rückte er die Beute heraus, welche die Kinder sofort und ohne zu überlegen in sich hineinstopften (mhh, Fischstäbchen vom gestrigen Znacht, so fein...!?). Jeder war froh, dass unser Lagerkoch Marc nun das Abendessen doch zubereiten konnte.
Eine grosse Talentshow war danach angesagt. Alle konnten alleine oder in einer kleinen Gruppe eines der eigenen verborgenen Talente vorzeigen. Vom Papierflieger-Falten bis hin zur perfekten Rock ‘n Roll Darbietung kamen einige lustige wie imposante Auftritte zusammen. Herausgestochen ist dabei der legendäre Auftritt von Cyrill Schöni alias «Magic Lauch», der mit einer phänomenalen Zauber- und Komikshow die Zuschauer und die Jury begeisterte und sich somit auch diesen Kosenamen einhandelte.
Der Freitag stand ganz im Zeichen des Abschlussabends – und dem Film «Robin Hood». Am Morgen durften die Ämtligruppen ihre zuständigen Leitungspersonen nämlich als Robin Hood verkleiden – heraus kamen allerdings eher zwei transsexuelle Miley Cyrus’ und drei undefinierbare Geschöpfe. Na ja, Spass hat es trotzdem gemacht. Nach einer letzten kleinen Lagerolympiade, in der die Ämtligruppen in Disziplinen wie Sackhüpfen gegeneinander antraten, bereiteten wir uns dann auf den letzten Abend vor. Wie immer konnten die Kinder dort einige Spiele planen und durchführen, nachdem die Neuleiter ihre Prozedur überstanden hatten. Wie immer endete der Abend in einer grossen Party, die kaum mehr zu stoppen war.
Am Samstag steuerten nach erfolgreichem Hausputz schliesslich alle wieder mit einem lachenden und einem weinenden Auge der Heimat zu. Eine fantastische Woche ging zu Ende – ein wahres Seebachtaler Sommermärchen eben.
Das Leiterteam schaut zurück auf eine äusserst erfolgreiche Woche und bedankt sich bei den tollen Teilnehmenden und den Eltern, die uns das Vertrauen geschenkt haben. Bleibt nur zu hoffen, dass dieses Schuljahr ebenso schnell vergeht wie das Lager – dann sitzen wir nämlich im Nu wieder im Car und düsen ins Sommerlager 2019…

Noël Brühlmann
Monika Leutenegger,
Bereitgestellt: 01.08.2018     
aktualisiert mit kirchenweb.ch