Monika Leutenegger

Projekte in Riang Bunga

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Monika Leutenegger konnte mit unserem Vikar Hieronimus Kwure ein Interview führen zu seinen Projekten auf Flores in Indonesien.
M.L.: Es wurde vergangenes Jahr ausführlich im Forum von Deinen Projekten berichtet. Gerne möchten wir nun wissen, wie der Stand heute ist. Wie sieht es mit der Wasserversorgung in Deinem Dorf Riang Bunga auf Flores aus?
H.K.: Es sind nun alle Häuser an die Wasserversorgung angeschlossen, das heisst, vor jedem Haus ist ein Wasserhahn in Betrieb. Für die Gemüsegärten sind im Moment zwei Wasserspeicher im Bau.

M.L.: Wie viele Gemüsegärten unterhaltet Ihr?
H.K.: Zuerst hatten wir einen Gemüsegarten in der Grösse von einer Hektare. Nun wurde ein zweiter Garten von zwei Hektaren angelegt. Dazu gehört auch ein Schweinestall, der zur Zeit im Bau ist. In der Regenzeit pflanzen wir Mais und Reis – das ist im November. Ab März kommt die Trockenzeit, da bauen wir unter anderem Tomaten, Salat, Kohl und Papaya an. Wir sind froh, dass wir durch Lehrpersonen der Landwirtschaftsschule vor Ort beraten werden.

M.L.: Ist das Gemüse für den Eigengebrauch?
H.K.: Einen Teil davon brauchen wir selber, der andere wird verkauft. Die Leute gehen zum Markt oder fahren mit dem Motorrad in die benachbarten Dörfer, um das Gemüse zu verkaufen.

M.L.: Wer arbeitet in den beiden Gärten?
H.H.: Alle können freiwillig mithelfen. Zuerst braucht es vor allem Männer, weil die Arbeit sehr streng ist. Danach übernehmen die Frauen den grössten Teil der Arbeit.

M.L.: Wie sieht es mit der Solaranlage aus, die Du anstelle der Dieselmotoren geplant hast?
H.K.: Die Solaranlage wurde diesen Sommer fertiggestellt. So können wir viel Geld sparen und die Umwelt schonen, da wir kein Diesel mehr brauchen.

M.L.: Du hast in den letzten Berichten erwähnt, dass sehr wenig Jugendliche eine gute Schulbildung erhalten. Hat sich da etwas geändert?
H.K.: Ja, da hat sich zum Glück einiges getan. Im Moment besuchen sieben Jugendliche die landwirtschaftliche Schule, drei junge Erwachsene studieren an der Universität Landwirtschaft und zwei Pädagogik. Im Moment haben wir nur einen kleinen Kindergarten im Dorf. Die Primarschule und Oberstufe befindet sich im Nachbardorf. Obwohl die Schule obligatorisch ist, durchlaufen nicht alle Kinder die gesamte Schulzeit. Wenn wir dann zwei ausgebildete Lehrpersonen im Dorf haben, kann sich das vielleicht ändern. Wir haben sehr viele Kinder in unserem Dorf und würden uns über eine eigene Schule freuen.

M.L.: Wie ist die Situation in den anderen Dörfern der Umgebung?
H.K.: Oft sind die Kinder dort besser ausgebildet, da sie die Schule vor Ort haben. Auch die Wasserversorgung ist mehr ausgebaut, als sie bei uns zu Beginn war. Die Leute wünschen sich jedoch auch Unterstützung von mir, weil sie denken ich bin reich (lacht). Vielleicht ist es in Zukunft einmal möglich, auch in anderen Dörfern Projekte zu finanzieren.

M.L.: Wie ist die Grösse und Lage von Riang Bunga in Bezug auf Nachbardörfer und -städte?
H.K.: Riang Bunga ist ein kleines Dorf mit seinen vierhundert Einwohnerinnen und Einwohnern. Die Nachbardörfer sind eher grösser und es gibt sehr viele davon. Bis zu den nächsten Städten Larantuka (Hauptstadt) und Maumere sind es ein bis zwei Stunden. In Maumere ist die Universität. Auf Flores leben 1.5 Millionen Menschen.

M.L.: Wie steht es mit der Mariengrotte, Eurem Pilgerort?
H.K.: Im Juli hatte ich mit einem Künstler aus Java Kontakt. Er wird eine Jesus-Statue von vier Metern Höhe herstellen, dazu noch vier Engel. Wir haben vor allem im Mai und Oktober sehr viele Pilgerinnen und Pilger. In Zukunft möchten wir den Besuchenden gerne Gemüse zum Verkauf anbieten.

M.L.: Wie sieht die finanzielle Situation im Moment aus?
H.K.: Wir haben das Geld aus den verschiedenen Kollekten vor allem für die Solaranlage gebraucht. Im Moment benötigen wir Geld für die Ausbildung der Jugendlichen und für die Statuen. Auch möchten wir gerne noch weitere Ställe bauen.

M.L.: Hast Du noch etwas, das Du zu Deinen Projekten ergänzen möchtest?
H.K.: Ich möchte mich ganz herzlich im Namen aller Dorfbewohnerinnen und -bewohner bedanken. Wir sind sehr glücklich über alle Spenden der Pfarrei St. Anna und der Pfarrei Aadorf/Tänikon. Sie sind für uns und vor allem für die Kinder überaus wertvoll.

M.L.: Lieber Hieronimus, ich freue mich, dass Du die Spenden immer wieder sinnvoll einsetzen kannst. Ich danke Dir ganz herzlich für das Interview und vor allem auch für Deinen unermüdlichen Einsatz in Deinem Dorf. Für unsere Pfarrei ist es wichtig zu erfahren, was Du mit den Spenden erreichen kannst und wir schätzen es sehr, dass Du immer wieder so gute und unterstützenswerte Ideen hast. Wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg und Zuversicht für Deine Projekte.
Monika Leutenegger,
Bereitgestellt: 13.08.2018     Besuche: 62 Monat 
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