Monika Leutenegger

Lagerleiter Cyrill Schöni

W_Fra_1219_Cyrill Schöni<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kath-frauenfeldplus.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>521</div><div class='bid' style='display:none;'>6503</div><div class='usr' style='display:none;'>41</div>

Monika Leutenegger hat Cyrill Schöni interviewt, den langjährigen Leiter des Sommerlagers Region Hüttwilen.
Lieber Cyrill, wo hast Du Deine Kindheit verbracht?
C. Sch.: Bis zur sechsten Klasse wohnte ich in Rickenbach im Kanton Zürich. Ende sechster Klasse bin ich mit meiner Familie nach Hüttwilen gezogen.

Wann warst Du das erste Mal beim Sommerlager dabei?
C. Sch.: Vor dem Beginn der Oberstufe kurz nach dem Umzug habe ich am Sommerlager teilgenommen. Für mich war das ideal, da ich viele zukünftige Mitschülerinnen und -schüler kennenlernen konnte.

Wie kam es, dass Du Lagerleiter wurdest?
C. Sch.: Bereits im ersten Lager hatte ich mein grosses Interesse an der Lagerleitung kundgetan. Da die Lager für Kinder der dritten bis sechsten Klasse durchgeführt werden, gab es für die erste Oberstufe keine Anschlusslösung. Hilfsleitende werden eigentlich erst ab der zweiten Oberstufe eingesetzt. Ich wollte aber unbedingt Lager leiten, so dass ich schon im ersten Lager kleine Aufgaben wie die Betreuung eines Postens übernehmen durfte. Tanja Hagen, eine damalige Leiterin, hat sich daraufhin stark für meinen Wunsch, Hilfsleiter zu werden, eingesetzt. So konnte ich bereits in der ersten Oberstufe Hilfsleiter werden, obwohl das Leitungsteam zuvor auch negative Erfahrungen mit jungen Hilfsleitenden gemacht hat.
Ich war zwei Jahre Hilfsleiter, bis ich 2010 Leiter wurde. Ab 2012 übernahm ich dann die Hauptleitung. Diese hatten wir meistens zu zweit inne.

Ihr hattet jedes Jahr ein anderes Thema. Ist das nicht sehr aufwändig?
C. Sch.: Ja, es braucht schon viel Zeit, ein Lager unter einem neuen Thema zu planen. Aber genau dies macht auch den Reiz aus. Es ist viel spannender, ein Lager zu einem neuen Thema zu organisieren. Die Vorbereitungsarbeit dauert etwa gleich lang wie das Lager selber. Es wäre also irgendwie schade, ein altes Thema aufzugreifen.

Wie habt Ihr immer wieder ein neues Thema gefunden?
C. Sch.: Wir haben jeweils Ideen vor der ersten Sitzung gesammelt und auch bei den Kindern am Ende des Lagers nachgefragt. Oft hat sich dann ein Thema im Verlauf der Gespräche entwickelt.

Welches Thema war herausragend?
C. Sch.: «Hollywood» war ein geniales Thema. Es hat allen sehr gefallen, war allerdings auch enorm aufwändig. Wir haben Videos gemacht, die wir dann schneiden mussten. Eigentlich ist das Thema jedoch zweitrangig. Am wichtigsten sind ein gutes Leitungsteam und begeisterte Kinder.

Hast Du immer mit dem gleichen Team gearbeitet?
C. Sch.: Meistens hat sich das Team jedes Jahr nur wenig verändert. Nur einmal hatten wir viele Wechsel. Die meisten machen drei bis sechs Jahre mit und sind zwischen 15 und 27 Jahre alt.

Da bist Du ja eine grosse Ausnahme mit Deinen elf Jahren Engagement. Wie habt Ihr neue Leitungspersonen gefunden?
C. Sch.: Das war eigentlich nicht so schwierig. Es hatte immer wieder Jugendliche, die gerne mithelfen wollten. Die Rekrutierung des Küchenteams gestaltete sich komplizierter, weil wir dort auch jüngere Leute und nicht unbedingt Eltern suchten.

Welches war das eindrücklichste Erlebnis in Deiner Zeit als Lagerleiter?
C. Sch.: Das letzte Lager war speziell gelungen. Im Nachhinein sehe ich, was ein Team bewirken kann. Wir hatten nur 25 Kinder und waren uns zuerst nicht sicher, ob wir das Lager überhaupt durchführen können. Alle waren dann so engagiert, dass es einfach grossartig war. Auch im Jahr 2013 hatten wir ein tolles Team und ein fantastisches Programm – mit Asterix und Obelix -, so dass es trotz ungeeigneter Landschaft ein super Lager war. Dabei kam sogar der Fluss neben dem Lagerhaus über die Ufer, was sehr eindrücklich war. Zum Glück bestand nie eine Gefahr für uns.

Welches waren besondere Herausforderungen?
C. Sch.: Ein Lager zu leiten, wenn das Team nicht richtig zusammenpasst, ist recht schwierig. Wir hatten das zwei Mal. Da gab es Konflikte, deren Bewältigung sehr anstrengend war und viel Energie brauchte. Einmal waren viele Kinder krank. Doch wir hatten immer eine Leitungsperson aus dem Gesundheitsbereich dabei, so dass wir gut reagieren konnten.

Was nimmst du aus dieser Zeit mit?

C. Sch.: Es werden mir wertvolle Freundschaften aus dem Leitungsteam bleiben. Auch die Verbindung zu den Kindern schätze ich sehr. Es sprechen mich immer wieder ehemalige Lagerteilnehmende an.

Du wirst nun für einige Zeit im Ausland arbeiten. Möchtest Du wieder eine Lagerleitung übernehmen, wenn Du zurückkommst?
C. Sch.: Ich denke, es ist Zeit, dass neue Personen die Leitung übernehmen. Für das kommende Lager ist dies auch bereits gut aufgegleist. Ich habe es sehr gerne gemacht, doch jetzt kommen andere Aufgaben auf mich zu.

Wie ist Dein beruflicher Werdegang und wohin zieht es Dich?
C. Sch.: Ich habe nach der Oberstufe eine kaufmännische Lehre bei der UBS Ostschweiz absolviert. Danach machte ich die Berufsmatura und die Passerelle, um den Universitäts-Zugang zu erhalten. Im Mai schliesse ich mein Betriebswirtschaftsstudium an der Hochschule St. Gallen ab. Danach trete ich eine Stelle in Dublin an.

Lieber Cyrill, ich danke Dir herzlich für das Interview und Dein grosses Engagement für die Sommerlager. Für Deinen Aufenthalt in Dublin wünsche ich Dir viel Freude und alles Gute.

Bereitgestellt: 01.06.2019      
aktualisiert mit kirchenweb.ch