Monika Leutenegger

Zukunft im Berner Oberland

Sommerlager Hüttwilen 2019 <div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kath-frauenfeldplus.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>450</div><div class='bid' style='display:none;'>6645</div><div class='usr' style='display:none;'>41</div>

Als sich am 6. Juli Kinder und Leitungspersonen in Herdern, Hüttwilen und Warth zur Abfahrt versammelten, war ihre Vorfreude förmlich zu spüren.
Endlich hatten die Sommerferien begonnen – und endlich stand auch das diesjährige Sommerlager vor der Tür. Unter dem Wochenthema «Zukunft» schickten sich rund dreissig Kinder an, in St. Stephan im Berner Oberland ereignisvolle sieben Tage zu erleben.

Nach einer langen Carfahrt erreichte der Tross schliesslich das Ziel, woraufhin sich vor allem die Kinder aus unterschiedlichen Dörfern und Klassen nach Bezug der Zimmer in verschiedenen Spielen erst einmal gegenseitig kennenlernten. Kurz darauf wartete im Essraum auch schon ein riesiger Topf Spaghetti. Nachdem jeder noch so grosse Hunger gestillt war, wurde den Teilnehmenden das tagesübergreifende Wochenspiel erklärt: Jede Ämtligruppe (bestehend aus je sechs Kindern) repräsentierte einen Kontinent. Jeder dieser fünf Kontinente aber hatte in unserer Simulation, welche sich in der Zukunft abspielte, mit eigenen Problemen zu kämpfen. Die Amerikaner beispielsweise litten an Überfettung, während Afrika über zu wenige Nahrungsmittel verfügte. Ziel war es nun, dass die Gruppen im Verlauf der Woche von den täglich im Programm zu verdienenden Ressourcen - etwa Wissen, technischer Fortschritt oder Land - die richtige Kombination in der richtigen Anzahl sammelten, um geeignete Massnahmen gegen ihre Probleme vorzunehmen. Amerika etwa hatte sich so aufgrund der vorhandenen Fettleibigkeit um Sportstätten und Präventionskampagnen zu kümmern. Vier Mal hatten die Kontinente zudem die Möglichkeit, im Weltrat mit den anderen Erdteilen über Ressourcen zu verhandeln und diese zu tauschen.

Am Sonntagmorgen stand eine Olympiade auf dem Programm. In Disziplinen wie Seilziehen, Balancieren, Sackhüpfen oder Nägel einschlagen traten die Kontinente gegeneinander an. Der Nachmittag hingegen gestaltete sich kreativer, denn nun hatte jeder Kontinent die Aufgabe, eine Erfindung der Zukunft zu basteln und darüber ein Werbevideo zu erstellen. Die endgültigen Clips über den «Salzinator», ein fliegendes Trottinett, den «Foodmagic 3000», den «Umzieher 2000» und «Superfood» wurden schliesslich allen vorgeführt und bewertet.

Doch damit war für den ersten Tag noch nicht genug: Als es zu dämmern begann und sich die Kinder – mehr oder weniger freiwillig – ins Bett zu verschieben begannen, schlug eine Neuigkeit ein wie eine Bombe. Jemand hatte unsere Ressourcen gestohlen! In einer aufregenden Schnitzeljagd bei Dunkelheit und einer abschliessenden, gemeinsamen Suche vermochten wir es, den Dieb ausfindig zu machen und unser Eigentum zurückzuholen.

Auch der Morgen des darauffolgenden Montages brachte kaum Entspannung - ein ganztägiges Geländegame war angesagt. An verschiedensten Posten verdienten die Gruppen Geld, mit welchem sie wiederum am Kiosk Utensilien für ihr Basislager und eine Wunschlaterne, die wir dann bei Dunkelheit steigen liessen, aber auch die Esswaren für den Zmittag kaufen konnten. Während einigen Stunden wurden so delikate (!) Biotta-Säfte probiert – der Geschmack von Sauerkraut stiess dabei verständlicherweise am wenigsten auf Anklang -, Eier sicher verpackt und möglichst weit geworfen oder gegeneinander im einbeinigen Hüpfen angetreten. Als die Kräfte allmählich zu schwinden begannen, mussten wir unser Nachtlager vorbereiten. Die Nacht wollten wir nämlich nicht im Haus verbringen, sondern in Biwaks, welche wir zuerst noch aufstellen mussten. Am Lagerfeuer liessen wir den Abend schliesslich mit Gitarrengeklimper, zeitlosen Hits von Mani Matter und weiteren, moderneren Liedern musikalisch ausklingen.
Verständlicherweise waren am kommenden Morgen nicht alle ganz fit – aber nachdem wir wieder zurück ins Lagerhaus übersetzt hatten, stand dort ein stärkender Brunch für uns bereit. Die beiden Köche hatten sich wieder einmal selbst übertroffen!

Das nachfolgende Programm des Dienstages stand dann ganz im Zeichen der spielerischen Erholung. Ein lockeres Fussballspiel hier, ein bisschen «Werwölfeln» dort – die Auswahl war gross. Highlight des Tages bildete abermals der Abend, an dem wir uns zusammen den Film «Chaos im Netz» ansahen.

Traditionell stand auch heuer am Mittwoch die Wanderung auf dem Programm. Nachdem sich alle mit einem Lunch-Paket ausgerüstet hatten, machten wir uns auf den Weg, der alles in allem rund drei Stunden Marschzeit beinhaltete. Trotz einiger ziemlich ausgedehnter Pausen schafften wir es pünktlich zum Zvieri zurück ins Lagerhaus. Auch der darauffolgende Wellnessabend ist wohl aus keinem Sommerlager mehr wegzudenken – bei Massage, Yoga oder Fussbad konnten sich Teilnehmende und Leitungspersonen regenerieren.

Am Donnerstag wurde es dann heiss: Die Sonne strahlte vom Himmel und der Kampf um die letzten Ressourcen war in vollem Gange. In einem Postenlauf rund ums Thema Feuer versuchten die Gruppen Schritt für Schritt, mit Feuersteinen oder Bögen eine Flamme zu erzeugen. Dies brauchte Zeit und erforderte eine gute Zusammenarbeit…
Auch ein wenig Pflanzenkunde war an besagtem Donnerstag noch angesagt: Während einer Stunde hatten die Kinder Zeit, die von ihnen geforderten Pflanzen, zum Beispiel Arnika oder Ringelblüte zu suchen und die wichtigsten Fakten dazu zu notieren. Als dann wieder alle versammelt waren, spielten wir zusammen «Englische Bulldogge», um so auch die letzten Kraftreserven noch loszuwerden. Beschlossen wurde der Abend mit einer Talentshow, in der jeder und jede eine persönliche Fähigkeit präsentierte. Die Darbietungen gingen dabei von verschiedensten Tänzen bis hin zu Comedy-Nummern.

Am Freitagmorgen begaben wir uns zum letzten Mal in den Wald. Dort stand ein ganz spezielles Spiel auf dem Programm: In einem begrenzten, aber dennoch ziemlich weitläufigen Waldgebiet hatten die Kontinente die Aufgabe, die gesuchten Leitungspersonen aufzuspüren, zu fangen und zurück zur Zentrale zu bringen. Wilde Verfolgungsjagden und taktische Manöver waren so bis zum Mittagessen angesagt. Im letzten Weltrat schafften es die Kontinente tatsächlich, durch geschicktes, aber nicht gänzlich egoistisches Handeln, alle Probleme der Zukunft zu lösen. Chapeau!

Der Nachmittag bezweckte die Vorbereitung des alljährlichen Abschlussabends, dem alle mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegensahen. Schminken, stylen, Spiele ausdenken und planen – wir hatten alle Hände voll zu tun, bis es dann am Ende des Tages endlich zur wohlverdienten Ab-schlussparty kam. Bis spät in die Nacht tanzten, sangen und feierten wir, was das Zeug hielt…

Die Rückfahrt mit dem Car nach Hause verlief ungewohnt ruhig. Spürte da der eine oder die andere noch die letzte Nacht in den Knochen oder hing gedanklich dem Paartanz nach? Wie dem auch sei, als schliesslich nach mehrstündiger Fahrt wieder alle wohlbehalten von den Eltern in Empfang genommen wurden und wir uns verabschiedeten, ging auch das diesjährige Sommerlager bereits wieder zu Ende. Wie immer viel zu schnell – aber ebenfalls wie immer mit wunderbaren Erinnerungen an unvergessliche Tage.

Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle bei allen für das Vertrauen und das Engagement! Wir freuen uns bereits jetzt auf zukünftige Austragungen!

Noël Brühlmann, Leiter Sommerlager Region Hüttwilen
Bereitgestellt: 01.05.2019      
aktualisiert mit kirchenweb.ch