Lukas Schönenberger

Video und Text zu den Wochenimpulsen

Wochenimpuls "Armenbibel"


Fast schon eine ungewollte Pointe:
Die «Biblia Pauperum», die «Armenbibel»,
sei etwas für AnalphabetInnen, für Ungebildete.
Bös gesagt: Das können nur jene Ungebildeten sagen,
die noch nie eine Armenbibel gesehen haben.
Ein komplexes Werk, verständlich nur durch Textlegenden…
Im Bild sehen wir eine selten ausgelegte Bibelstelle (2 Kön 2,23-25):
42 Jugendliche, die Elischa als «Glatzkopf» verspottet hatten,
werden von zwei Bären zerrissen.
Eine Stelle mit kaum spirituellem Tiefgang.
Eine Stelle auch, die mir bei jedem Wiederlesen als
überraschend und neu vorkam.
Bis ich in einer Tagebuchnotiz von Mark Twain las,
wie seine Tochter Susy auf diese Bibelstelle reagiert hatte.
Eine hübsche Pointe:
Sie habe über das ganze Gesicht gestrahlt und gemeint:
«Endlich mal eine Bibelstelle, die gut ausgeht –
für die Bären»…

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter




«Ein Gutes bringt das andere» - das war ein Rat von Bruder Klaus.

Einander Gutes tun, soll auch heute die Grundlage sein vom Umgang von Menschen miteinander.

Bruder Klaus war Bauer, Soldat, Politiker, Ratgeber, Gottessuchender.
Ein Mann, dessen Ratschläge weit herum gefragt waren.

Der Bruder Klaus hat sehr viel Zeit im Gebet verbracht. Aber Bruder Klaus ist kein weltfremder gewesen.

Seine Ratschläge sind nicht abgehoben, sondern sehr konkret.
Die Vorschläge von Bruder Klaus sind von zwei Dingen geprägt gewesen:
einem unerschütterlichen Gottvertrauen
und der festen Überzeugung, dass es bei Konflikten nur weitergeht, wenn alle Beteiligen miteinander reden und füeinander schauen.
«Ein Gutes bringt das andere»

Liebe Schwestern und Brüder
Am 18. September feiern wir das Patroziniumsfest Bruder Klaus in Gachnang.
Ich diesem Gottesdienst feiern wir gleichzeitig auch die Nach-Institutio von Petra Mildenberger.
Nach dem Studium und einer zweijährigen Berufseinführung hat Bischof Felix Petra Mildenberger in den ständigen Dienst als Seelsorgerin des Bistums Basel aufgenommen.
Alle sind herzlich eingeladen zu diesem Festgottesdienst.

Alex Hutter
Diakon / Spitalseelsorger




Im zweiten Wochenimpuls mit meinem Lieblingsphilosophen Anthony de Mello zum Thema Glück geht es um die Frage, wie man der Angst begegnen kann.

Im «Buch der Freude» beschreiben der Dalai Lama und Erzbischof Desmond Tutu Hindernisse auf dem Weg zur Freude, dem «Herzen des Glücks»:

Furcht und diffuse Ängste, Wut und Ärger, Traurigkeit und Kummer, Verzweiflung, Einsamkeit, Neid, Leiden und Schicksalsschläge, Krankheit und Todesfurcht.

Anthony de Mello, indischer Jesuit und Weisheitslehrer gibt keine Ratschläge zum Umgang mit diesen Hindernissen. Er erzählt in seinen Büchern kurze Geschichten voller Humor, deren nicht immer leicht zu verstehende Weisheit mir persönlich schon oft geholfen hat.

Viel Vergnügen und spirituelle Anregung bei drei Geschichten zum Umgang mit der Angst.

Christoph Oechsle
Leiter Sozialdiakonie




Aufräumen und Ausmisten sind nicht meine Lieblingsbeschäftigungen. Vieles kann ich mit Leichtigkeit wegwerfen, aber bei anderen Dingen muss mich immer neu entscheiden: wegwerfen oder behalten. Das ist für einen Sammlertypen Schwerarbeit.

Ich weiss sehr gut, dass der Text im Matthäusevangelium 6,19-20 helfen könnte:

«Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen!»

Welche Schätze behalte ich?

Ich habe vor kurzem ein Buch gelesen in dem unter anderem von einem jungen Mann erzählt wurde, der auch mit aufräumen beschäftigt war und nicht wusste, was er wegwerfen sollte. Da erinnerte er sich, dass er mit nur einem Koffer an diesem Ort angekommen war. Kurzerhand füllte er genau diesen Koffer mit den wichtigsten Dingen, alles andere kam weg.

Diese Geschichte kam mir wieder in den Sinn, als ich Bilder aus Griechenland sah, wo Menschen nur mit einem Koffer vor den Waldbränden flohen.

Nur ein Koffer. Was würde ich da hineintun?

Heidi Guggenbühl
Seelsorgemitarbeiterin




Die St. Ursenkathedrale in Solothurn
thront auf einer Terrasse hoch über der Aare.
An Maria Himmelfahrt wurde dort Weihbischof Denis verabschiedet.
Abschiede gehören zum Leben.
Wir verabschieden uns vom Sommer.
Wir nehmen aber auch Abschied von Wünschen, Träumen.
Das kann auch entlasten.
Ursprünglich waren zwei Türme vorgesehen gewesen,
der Südturm aber brachte den Bau aus dem Lot.
Also blieb es beim Nordturm.
Der Abschied von der Doppelturmidee entlastete wortwörtlich.
Abschiede können auch frei machen.
Adieu: a Dieu – Gott übergeben, offen werden für Neues, Anderes.

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter




Die Schöpfung ist einzigartig! Das es diese zu bewahren gilt, wurde mir in Island wieder etwas mehr bewusst. Die einzigartige Landschaft der Insel brachte mich zum Staunen. Die Weite der einsamen Wiesenlandschaft und der Blick aufs Meer laden zum Verweilen und Innehalten ein. Genau hinschauen und im Kleinen etwas entdecken macht das eintönige Lavagesteinfeld zu einem spannenden Ort.

Schöne Orte sind nicht nur in der Fremde zu finden. Auch in unserem Alltag sind sie vorhanden, der Lieblingsplatz im Wald, der eigene Garten, auf dem See… - sie laden zum Einkehren und Kraft tanken ein. Ein Ort, der den Alltag kurz vergessen lässt und die Sinne für das Schöne öffnet.

Alessia Ravara
Katechetin RPI i.A.




Am Strand von «Minis unter Freunden».
Meeresgetier ohne Zahl.
Hätte ich mitgemalt, wär sicher noch ein Pottwal dabei.
Bei Moby Dick als Symbol grosser, tiefer Mysterien.
In Psalm 104 hat Gott den Leviathan,
eine Art Meerdrachen, bei Hiob das Krokodil,
geschaffen, um mit ihm zu spielen.
Wir müssen nicht alles tierisch ernst nehmen.
Gott, und der Glaube, haben auch was Spielerisches, Leichtes.
Schönen Sommer!

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter




Was ist Glück? Jeder Mensch stellt sich irgendwann im Leben diese Frage. Grössere Freiheit, weiterer Horizont, ein Leben ohne Zwänge? De Mello, indischer Jesuit und Weisheitslehrer, liegt daran, dass uns bewusst wird: Häufig jagen wir Dingen wie Reichtum, Ruhm, Ehre, Macht, Luxus... hinterher. Aber Glück ist anders. Der Schlüssel zu ihm liegt vielmehr im eigenen Herzen, in der eigenen Seele.

Östliche Weisheit ist die eine, die christliche Überlieferung etwa der ignatianischen Exerzitien eine andere Schule aus der die Einsichten de Mellos kommen. Humor prägt seine Spiritualität und die Geschichten, die er erzählt. In vielen seiner Geschichten steht «der Meister» im Mittelpunkt. Er zitiert Pascal ebenso wie die chassidischen Rabbinen, Jesus ebenso wie Sokrates und die Sufimeister genauso wie die christlichen Mystiker.

Spuren, denen man nachgehen kann, gibt es in jeder Kultur. Den Weg müssen wir alle selbst finden.

Ich wünsche Ihnen alles Gute, Gottes Segen und viel Freude – dem «Herzen des Glücks».

Christoph Oechsle
Leiter Sozialdiakonie




Zwischen Thur und Schloss Wellenberg liegt Felben-Wellhausen. Am Rande des Dorfes zur Thur hin liegt die reformierte Kirche Felben, wo wir Katholiken Gastrecht geniessen.
Aber warum nur liegt die Kirche so nahe der Thur im Gefahrengebiet für Überschwemmungen?

Die Legende gibt uns eine Erklärung dafür.
Als Felben und Wellhausen noch kleine Dörfer waren, hatten sie keine eigene Kirche, sie mussten nach Pfyn zur Kirche gehen. Dass das nicht so einfach war, beschreibt ein Zitat aus dem Büchlein: Die Geschichte der evangelische Kirche Felben von Jakob Schmid:
«Da es über die Thur noch keine Brücke gab, musste der Weg über sogenannte Furten gesucht werden, was bei niederem Wasserstande und weil der Fluss noch durch keine Dämme eingeengt war, ohne Gefahr bewerkstelligt werden konnte. Bei Hochwasser aber und bei Dunkelheit war der Übergang geradezu lebensgefährlich; denn gar leicht konnte man in ausgeschwemmte Stellen, sogenannte Giessen, geraten und ertrinken.»

Man erzählt man sich, dass an einem stürmischen Tag und bei Hochwasser das «Fräulein» von Schloss nach dem Kirchgang mit einem Boot von Pfyn her über die Thur setzte. Aber das Boot trieb wie eine Nussschale auf dem Wasser, alle fürchteten um ihr Leben und begannen zu beten. Das Schlossfräulein gab sogar ein Versprechen ab: Wenn Gott sie errette, dann wolle sie eine Kapelle auf Felbener Seite stiften. Das Abenteuer ging gut aus. Und man sagt, dass an dieser Stelle, wo das Boot schliesslich gestrandet war, eine Kapelle errichtet wurde. Daher steht die Kirche Felben so nah am Fluss.
In dieser Kapelle durften aber nur Sonntagsgottesdienste gehalten werden, keine Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen. Daher wollten wollten die Menschen aus Felben und Wellhausen sich im Jahr 1484 von Pfyn lösen und eine eigene Pfarrei gründen. Der Kampf um eine eigene Pfarrei dauerte jahrelang, sogar der Papst wurde um Hilfe angerufen. Aber die Auflagen für eine eigene Pfarrei waren für die beiden kleine Gemeinden Felben und Wellhausen zu gross, sie konnten es sich nicht leisten.
Diese Streitereien waren mit ein Grund, dass die Einwohner von Felben und Wellhausen mit ihrem Kaplan im Jahr 1530 geschlossen zum reformierten Glauben übertraten.

Nach den Kappelerkriegen, in der Gegenreformation, änderte sich die Situation für die Reformierten aber drastisch. Ich zitiere:
«Gemeinden, die schon reformiert waren, durften es bleiben, wo aber noch ein Altar stand oder aufgestellt werden konnte, durfte er nicht mehr entfernt werden und es durften wieder katholische Gottesdienste gefeiert werden. In Pfyn gelang es den Katholiken einen Altar in die Kirche zu tragen, diese Kirche ist bis heute paritätisch. In Felben aber verteidigten die Bürger ihre reformierte Kirche mit Mistgabeln und anderen Waffen, so dass kein Katholik in die Kirche eindringen konnte und die Kirche reformiert blieb. Die Katholiken wurden aus dem Dorf vertrieben. Erst mehr als hundert Jahre später wird schriftlich erwähnt, dass Franz Christof von Ulm von Schloss Wellenberg mit seinen Söhnen zum Glauben seiner katholischen Frau übertrat.»

So kamen auch wieder Katholiken in die beiden Dörfer. Heute geniessen wir Katholiken Gastrecht in der reformierten Kirche. Die Ökumene funktioniert.
Nur Weihrauch ist immer noch verboten.

Heidi Guggenbühl
Seelsorgemitarbeiterin




Der Teich schwappt von draussen, vom Park, hinein
ins Museum:
Was ist innen, was aussen? Was zentral, was am Rand?
Die Sommerferien («Schichtwechsel») können einladen
zu neuen Perspektiven («Sichtwechsel»).
Schönen Sommer!

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Wochenimpuls: «Sünnele» im Licht von Gott

Die Schöpfung schenkt uns zur Zeit wunderschöne Tage mit viel Sonnenschein. Das Sonnenlicht ist auch die Grundlage jeglichen Lebens auf unserem Planeten. Ohne Sonnenlicht geht nichts. Die Blätter der Bäume glänzen formlich von ihrem Spiel im Licht der Sonne. Der Himmel zeigt sich im intensiven Blau. Mensch, Tier und Pflanzenwelt erfreuen sich in diesen Tagen an der Schönheit und der Kraft der Sonne.

Entsprechend verhält es sich mit dem Licht Gottes. Wir können gar nicht bestehen ohne Gott. Ohne Gott gäbe es nichts. Gott schenkt uns täglich sein Halten und Tragen in dieser Welt. So dürfen wir auch ganz bewusst uns «Sünnele» im Licht Gottes. Das Schöne daran ist, dass es nicht wetterabhängig ist und auch nicht abhängig von der Tageszeit. Ob bei Tag oder bei Nacht, ich darf gewiss sein, Gott ist da, trägt mich, schenkt mir sein himmlisches Licht, voller Kraft, Stärke und Heil.

Manchmal, wenn ich in der Nacht aufwache, stelle ich mir bildhaft vor, wie meine Seele vom Licht Gottes angestrahlt wird und mir dabei Kraft und Zuversicht schenkt. Dazu spreche ich dann oft ein Gebet. Manchmal nur ein ganz kurzes Gebet: «Jesus». Immer wieder erfahre ich dabei Segen Gottes. Probieren sie es auch: «Sünnele» im Licht von Gott.

Alex Hutter
Diakon / Spitalseelsorger



Wochenimpuls "Abou Eyüp"

«Gelobt sei, der uns dies dienstbar hat» (Sure 43,13):
Diese Koranzeilen schmücken im Orient Autos, Busse, Fahrzeuge aller Art.
Mit «der uns dies dienstbar hat» war ursprünglich das Kamel gemeint:
Gott hat es uns zu guten Diensten gemacht.
Wie bei uns eine Christopherus-Plakette Schutz bei Autofahren angedeihen will,
so in der muslimischen Welt obiges Koranzitat.
Wie das Kamel sich reiten lässt, so auch ein Töff, ein Auto, etcetera.
Das Kamel, das dabei so viel ertragen muss, wird Abou Eyüp genannt: Vater Hiob.
Wie auch dieser eben manches in Geduld ertrug.
Bleiben auch wir gelassen und geduldig unterwegs!

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Wochenimpuls "Tauftäfelchen"

Die Tauftäfelchen in unseren Kirchen sind ein Zeichen für die vielen Kinder die in unserer Pfarrei getauft werden. Jeweils im Frühling sind alle Tauffamilien eingeladen zu einer kleinen Feier im Klösterli, als Dank für geschenktes gemeinsames Leben und als Bitte um Gottes Segen für die Täuflinge.

Ganz am Anfang vom Leben spricht Gott zu jedem Kind die Worte: «Du bist mein geliebter Sohn, Du bist mein geliebte Tochter, an Dir habe ich Wohlgefallen gefunden.» Diese Worte hat Gott bei der Taufe am Jordan zu Jesus gesprochen. So wie Gott Jesus als seinen Sohn annimmt, so nimmt Gott jeden Menschen an, als sein Kind, als Kind Gottes. Wir alle sind Töchter und Söhne Gottes; geschaffen als Ebenbilder Gottes. Für diese Gotteskindschaft dürfen wir Gott immer wieder danken; und wir dürfen Gott dafür loben und preisen.

Diese Tauftäfelchen hier in der Stadtkirche und alle Tauftäfelchen in unseren Kirchen unserer Pfarrei, werden an der Tauffamilien Feier wieder den Eltern zurückgegeben. Und wir dürfen uns dann wieder freuen auf viele Täuflinge und viele neue Tauftäfelchen.

Alex Hutter
Diakon / Spitalseelsorger



Wochenimpuls "Spiritueller Kraftort"

Haben Sie auch einen spirituellen Kraftort an dem Sie gerne beten, meditieren und neue Kraft für die alltäglichen Aufgaben schöpfen?

Bei mir ist es neben den Gebetstreffen in der Communauté de Taizé das Schloss Ralligen der Christusträgergemeinschaft am Thunersee. Folgen Sie mir im Videoimpuls zu einem kurzen Rundgang in Ralligen und spüren Sie die besondere Atmosphäre.

Weitere Informationen und Eindrücke finden sie hier:
Christusträger Bruderschaft
Christusträger Bruderschaft in Rallingen

Ich wünsche Ihnen alles Gute, Gottes Segen und viele spirituelle Kraftorte

Christoph Oechsle
Leiter Sozialdiakonie



Wochenimpuls "Gelassenheitsgebet"

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.


Dieses Gebet begleitet mich seit meiner «Sturm und Drang» Zeit, als noch die glaubte, die Welt verändern zu können. Das Leben lehrt uns, dass wir vieles nicht verändern können. Das gilt besonders für die Mitmenschen. Wir können sie nicht ändern, nur uns selbst!
Diese Auseinandersetzung mit sich selbst ist nicht einfach, darum hilft die Bitte um den Mut, es zu tun.
Herauszufinden, was sich zu ändern lohnt ist schwierig. Hilfe kann das Leben von Jesus sein: Er hat sich eingesetzt für Arme, Schwache, Unterdrückte. Sich dafür einzusetzen lohnt sich auch heute noch.
Und manchmal es ist doch so, dass man mit Mut zur Gelassenheit und so zum Ziel kommt.

Heidi Guggenbühl
Seelsorgemitarbeiterin



Wochenimpuls "Echo"

Wie ein Echo vom Paradies wirkt die Landschaft:
Schneeberge, blauer (Vierwaldstätter-)See, Voggelgezwitscher.
An der (nachgeholten) Weiterbildung (vom letzten Jahr)
lesen wir die ersten elf Kapitel der Genesis.
Alte, altbekannte Geschichten.
Eine Relecture. Wieder-Lesen als Neu Lesen.
Neu hinschauen auf scheinbar Bekanntes.
Das hiesse religiöse Bildung. Geistliches Unterwegsbleiben.
Hinschauen ohne Scheuklappen.
Neue Blicke. Frische Einsichten.

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Wochenimpuls "Die Heilige Geistkraft"

Von unten nach oben gelesen stellt das Altarfresko unserer Stadtkirche
die Trinität dar:
Erdennah der Auferweckte, Christus.
Er fährt auf zum Vater, zum Schöpfergott.
Über dem Fresko, dreidimensional, die Taube der Heiligen Geistkraft.
Im Hebräischen klar weiblich: die Ruach.
Das Winden und Wehen. Gemeint auch die Geburtswehen.
Ein berühmtes Trinitätsfresko aus Urschalling am Chiemsee
zeigt Gottes Heilige Geistkraft. Weiblich.
Grammatikalisch weiblich im Hebräischen;
im Griechischen dann neutrum: Pneuma;
lateinisch maskulin: Spiritus.
Mit der Formulierung «Heilige Geistkraft» wird
die weibliche Dimension Gottes deutlich.
Pfingsten hat schliesslich auch mit Sprachwunder zu tun…

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Wochenimpuls "Prognose"

Wir sind im Monat Mai - aber das Wetter spielt wie im April.
Die Wetterprognosen sind durchzogen.
Nicht gerade das, was wir uns wünschen für die verlängerten Wochenenden.

Prognosen sind Annahmen, betreffen die Zukunft, treten ein - oder auch nicht.

Ist auch unser Glaube eine Prognose?
Dazu mehr im Video!

David Hug
Katechet / Jugendarbeiter RPI




Wochenimpuls "Bücherliebe"

Ich weiss gar nicht wann ich die Welt der Bücher entdeckt habe. Wahrscheinlich als ich in der Schule lernte Buchstaben aneinanderzureihen und diese dann Wörter ergaben. Bald einmal war ich Dauergast in der Schulbibliothek und war fasziniert von dieser Welt die sich in den Büchern für mich auftut.

Diese Faszination ist bis heute geblieben und hat sich zu einer tiefen Liebe entwickelt.

Manche Bücher ermöglichen mir einen neuen Blickwinkel den ich so noch gar nicht wahrgenommen habe. Die Menschen in den Büchern lassen mich teilnehmen an ihrer Welt und ich lerne etwas von ihrer Kultur, ihrem Hintergrund und kann Verständnis für das eine oder andere entwickeln. Gerade jetzt lese ich ein Buch, dass mich in die Welt der Jüdinnen und Juden mit hineinnimmt. Ursprünglich aus Kroatien, sind sie während und nach dem zweiten Weltkrieg über Italien und der Schweiz nach Deutschland gekommen.

Das wirft in mir die Frage auf: Was ist Heimat? Was bedeutet Heimat für mich?

Im Duden wird Heimat wie folgt definiert: Land, Landesteil oder Ort, in dem man [geboren und] aufgewachsen ist oder sich durch ständigen Aufenthalt zu Hause fühlt (oft als gefühlsbetonter Ausdruck enger Verbundenheit gegenüber einer bestimmten Gegend).

Ich fühle mich hier in Romanshorn daheim, in unserem Haus und in unserem Garten ganz besonders. Viele Orte in und um Romanshorn erzählen mir und meiner Familie Geschichten die nur wir verstehen, weil wir sie miteinander erlebt haben.

Guter Gott, schenke uns Heimat auf dieser Erde,
bei Menschen, denen wir uns zugehörig fühlen,
bei Menschen, denen wir vertrauen,
und an Orten, wo wir uns wohlfühlen.
Lass uns dabei nie vergessen,
dass wir in deinen Augen wertvolle Menschen sind,
dass du zu uns stehst und mit uns durchs Leben gehst.
Amen

Karin Flury
Katechetin RPI



Wochenimpuls "Dreierlei"

Im Film Nymphomaniac des dänischen Regisseurs Lars von Trier
erklärt einer durch ein dreistimmiges Orgelstück die ganze Welt.

Dabei zitiert er den Choral im englisch gesprochenen Film auf deutsch:
«Ich ruf zu dir, Herr Jesus Christ».

Zuerst wird der Bass gezeigt, der das Fundament abgibt.
Die linke Hand spielt die Begelitung, die rechte die Choralmeldodie.
In der Musik hören wir erst ab drei Stimmen, ab einem Akkord die Tonart,
ist es dur oder moll…

Im klassischen Berndeutsch wird unterschieden:
zwee, zwo und zwöi:
zwee Manne, zwo Froue, zwöi Chind.

Andere Sprachen, etwa das Hebräische unterscheidet
Einzahl, Zweizahl, Vielzahl.

Ab drei beginnt das eigentlich Vielstimmige…

Viele Religionen kennen Dreiheiten, sogenannte Triaden,
ähnlich die Philosophie:
These, Anti These, Synthese.
Im Choral legt der Bass das Fundament,
häufig als Kontrapunkt,
als Gegenmelodie, die Weite schafft.

Und dazwischen schafft die Begleitmelodie eine Verbindung
zur Oberstimme, zur Hauptmelodie.

Vielleicht ein Bild für unser Leben:
Es plätschert nicht monoton,
sondern unsere Hauptmelodie wird unterlegt durch den Bass, das Fundament:
Das, worauf wir gründen.
Das, worauf wir stehen.
Bei der Orgel wortwörtlich mit den Füssen, die das Pedal bedienen.

Unsere individuelle Melodie unterlegt durch das Fundament des Glaubens,
und dazwischen der weite Raum für allerlei Zwischentöne.

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Wochenimpuls "Kunterbunte Bibeltage"

Gott meint es gut mit uns!
Gott stellt seinen bunten Regenbogen in den Himmel –
Es kommt gut!

Gunhild Wälti
Katechetin / Sozialpädagogin



Wochenimpuls "Unser tägliches Brot?"

Fast alltäglich ist sie geworden, die Bitte um das «tägliche» Brot.
Nur: Eigentlich ist es sehr unklar, was mit «tägliche» wirklich gemeint ist.
Im griechischen Neuen Testament steht da ein Wort, das
einzig und grad nur im Vater Unser vorkommt!
Hieronymus nutzt die Möglichkeit, es bei Matthäus und Lukas unterschiedlich wiederzugeben.
Bei Lukas wählt er «täglich», bei Matthäus «supersubstantialem»:
Das kann das «zum Leben notwendige» Brot bedeuten,
aber auch das super-substantialem: über-substantielle, spirituelle, übernatürliche Brot heissen.
Das Himmelsbrot.
Manchmal tut das konkrete, reale, natürliche Brot Not.
Wir müssen etwas zu Essen haben.
Aber auch das übernatürliche Brot brauchen wir.
Geistige Nahrung.
Bei übervollen Agenden, getakteten Kalendern: Sich kleine Freiräume offen halten.
Für den Einbruch des Himmels…

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Wochenimpuls Wasser

Alle meine Quellen entspringen in dir, in dir mein guter Gott.
Du bist das Wasser, das mich tränkt und meine Sehnsucht stillt.


Wasser fasziniert, vor allem Quellen. Dort wo das Wasser ohne Unterlass aus dem Boden quillt. Reines, lebendiges Wasser, das erfrischt und den Durst löscht. Die Quelle ist daher ein Bild für den Ursprung des Lebens. Wasser ist unser elementarstes Lebensmittel. Mehr als drei Tage können wir nicht überleben, ohne zu trinken.

Doch es gibt nicht nur den Durst nach Wasser – es gibt auch einen spirituellen Lebensdurst. Davon spricht das Lied. Es reicht nicht, satt zu sein und ein Dach über dem Kopf zu haben. Leben bedeutet viel mehr.

Alle meine Quellen entspringen in dir, in dir mein guter Gott.
Du bist das Wasser, das mich tränkt und meine Sehnsucht stillt.


Sehnsüchte haben wir alle. Sehnsucht von den anderen wahrgenommen zu werden. Sehnsucht sich nicht verstellen zu müssen, sondern sein zu dürfen, wie ich bin.
Bei Gott kann ich das. Er kennt mich und nimmt mich an, so wie ich bin, mit meinen Stärken und Schwächen.

Aber wie finde ich diese Quelle in mir?
Wenn ich still werde und in mich eintauche. Wenn ich mich Gott öffne, auf seine Stimme in meinem Inneren höre, dann kann ich zu dieser Quelle kommen.

Wie geht das?
Ich versuche, eine Zeit der Stille in meinen Alltag einzubauen, eine Zeit nur für mich und Gott. Eine Kerze anzünden, ein Gebet kann helfen in diese Stille zu kommen.

Dazu ein Text von Ignatius von Loyola:

Herr öffne mir die Augen
Mach weit meinen Blick und mein Interesse
damit ich sehen kann, was ich noch nicht erkenne.
Herr gib mir ein grosszügiges Herz,
das sich deinem Wort überlässt
und zu tun wagt, was es noch nicht getan hat.
Herr ich weiss, dass ich nur lebe.
wenn ich mich von dir rufen und verändern lasse.
Amen


Lied hören? Klicken Sie dazu hier.

Heidi Guggenbühl
Seelsorgemitarbeiterin



Wochenimpuls „Frohe Ostern“

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Karwochenimpuls „Und wenn die Welt Kopf steht…“

Ein berühmter Spruch zur Nachfolge:
Wir sollen unser Kreuz auf uns nehmen.
«Jede trage ihr Kreuz» hier spielerisch missdeutet:
Das Kreuz als Modeaccessoire.
Es ist jedoch ein Unterschied, ob wir etwas in Kauf nehmen,
ein Kreuz tragen, um einer höheren Sache willen –
oder ob wir uns selber unser Kreuz suchen als Selbstquälerei.
Corona fordert uns viel ab.
Alle müssen wir hier beitragen, dass es wieder gut kommt.
So gesehen tragen wir hier mit an einem ungewollten Kreuz.
Und hoffen, dass die Lebenskräfte durchkreuzen,
was lähmt und schwächt.
Alles, im erneuernden Sinn, wieder z’underopsi kommt.

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Wochenimpuls "Segen to go"

Einen Segen oder gute Wünsche können wir besonders auch in diesen Zeiten gut gebrauchen. Die diesjährigen Firmand*innen ihre Pat*innen haben viele verschiedene Segen und Wünsche notiert.

1. Bitte bedienen Sie sich mit einem Segen, er soll sie die nächsten Tage und Wochen begleiten!
2. Herzliche Einladung an Sie ebenfalls einen Segen oder guten Wunsch für jemanden zu notieren. Es liegen Post-it’s und Stifte dafür bereit.

Vielen Dank fürs Mitmachen und eine gute Zeit!

Das Firmteam


Wochenimpuls "Hungertuch - Zerbrechlich"

Hungertuch 2021 «Du stellst meine Füsse auf weiten Raum»
von Lilian Moreno Sánchez

Der gebrochene Fuss auf dem Hungertuch ist der Fuss eines Menschen, der gegen Ungleichheit demonstrierte und dabei verletzt wurde. Der gebrochene Fuss steht für die Verletzlichkeit der Menschen – der eigenen Verletzlichkeit und auch der Möglichkeit andere verletzen können.

«Du stellst meine Füsse auf weiten Raum» – dieser Vers aus Psalm 31 steht als Titel über dem Hungertuch. Dieser Vers steht für eine positive Botschaft. Er beschreibt, was im Glauben alles möglich ist. Das Bild des Fusses spricht von Aufbruch, Bewegung und Wandel. Das Wort vom «weiten Raum» lässt uns aufatmen, wenn die Füsse schwach werden.

Die goldenen Blumen stehen im Kontrast zum verletzten Fuss. Wir Menschen sind gerufen , Wege zu gehen in den weiten Raum der Solidarität, der Hoffnung und der Liebe. Die goldenen Blumen erinnern daran, dass das Schöne, das Gute und das Freundliche trotz der Gewalt Teil dieser Welt sind.

Vielleicht wirkt Gottes Wort genauso. Trotz dem Schrecken in dieser Welt ist neues Leben möglich. Wir können uns dazu überlegen:

• Wie wirkt Gottes Wort in meiner Welt?
• Was nehme ich in Kauf, um auf dem geraden Weg zu bleiben?

Weitere Gedanken dazu finden Sie im Meditationsheft 2021 der beiden Hilfswerke Fastenopfer/Brot für alle.

Alex Hutter
Diakon / Spitalseelsorger



Wochenimpuls "Kirchenbau"

Franz von Assisi erhielt im Traum den Auftrag, baue meine Kirche wieder auf!
Er verstand das wörtlich. Und begann, ein verfallenes Kirchlein zu renovieren.
Gemeint aber: Franziskus, baue meine Kirche, die geistliche Gemeinschaft, wieder auf…
Kirchenbau als Bild für Gemeinde-Aufbau.
Später standen die Päpste aber wirklich vor dem Problem, dass Alt-St. Peter baufällig geworden war.
Was tun? Restaurieren, umbauen, neu bauen?

Der Neubau/Umbau des Petersdoms kann wie ein Sinnbild dafür sein,
wie Umbau, Renovation/Reformation gelingen kann.

Zuerst dürfen wir wirklich gross denken. Weite Pflöcke einschlagen.
Das wurde so gemacht mit der Grundidee, den Plänen durch Bramante (Assistent: Sangallo).
So wurden die Dimensionen entworfen, Proportionen vorgegeben, hinter die es kein Zurück gab.

Das ganze drohte aber zur Bauruine zu verkommen.
Nun musste Michelangelo das Projekt retten.
Er redimensionierte, was ins Uferlose auszuwuchern drohte,
baute er zurück, stutzte aufs rechte Mass.
Sodann betonte die tragenden Strukturen, verstärkte das Wesentliche, vereinfachte.

Gross denken, weite Ziele stecken, und dann konkret am Machbaren bauen:
Ein Bild für Kirchenerneuerung auch heute.

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Wochenimpuls "Klimagerechtigkeit – jetzt!"

Für diese Fastenzeit haben die beiden Hilfswerke «Fastenopfer» und «Brot für alle» das Thema «Klimagerechtigkeit – jetzt!» ausgewählt. Sie wollen damit betonen wie wichtig es ist, dass wir jetzt der Schöpfung Sorge tragen. Alle Geschöpfe von unserer Erde wollen leben: Pflanzen und Tiere von allen Arten, Menschen rund um die ganze Welt, in Russland genauso wie in Sambia. Der Text aus dem Buch Deuteronomium ist so aktuell, wie wenn er für die heutige Zeit geschrieben wäre:

«Ich rufe heute den Himmel und die Erde an als Zeugen gegen euch: Das Leben und den Tod habe ich dir vorgelegt, den Segen und den Fluch; erwähle nun das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen, und liebe den Herrn, deinen Gott, höre auf seine Stimme und halte dich an ihn - das ist dein Leben.» Dtn 30,19-20

Die Aufforderung von Mose, das Leben zu wählen, ist für uns ganz wichtig. Es geht nämlich um unser eigenes Leben und das Leben unserer Mitmenschen und Mitgeschöpfe, das Leben unserer Vorfahrinnen und vorallem um das Leben von unserer Nachkommen, unserer Kinder und Kindeskinder, um das Leben hier bei uns und das Leben im Süden dieser Welt.

«Wähle das Leben, damit du lebst und die Menschen, die nach uns kommen, auch leben können!»

Damit wir der Schöpfung Sorge tragen können und dabei auch die notleidenden Länder unterstützen können, ist ein einfacherer Lebensstil von allen Menschen notwendig. Gerade die Fastenzeit gibt uns die Chance unseren Horizont zu erweitern und zu überlegen was uns gut tut und der ganzen Schöpfung.

Alex Hutter
Diakon / Spitalseelsorger



Wochenimpuls "50er Grenze"

Seit vielen Wochen gilt nun schon die 50-Personen-Regel in allen Gottesdiensten. Dies obwohl die Stadtkirche Platz für viel mehr Gläubige mit genügend Abstand zulassen würde. Mit 50 Personen erscheint die Kirche ziemlich leer und man fühlt sich etwas verloren in der grossen Kirche.

Dies macht auch mich als Privatperson und Mitglied vom Seelsorgeteam traurig. Trotzdem dürfen wir dankbar sein, können wir Gottesdienst feiern. Ich kann mich gar nicht daran erinnern, wann ich zuletzt mit meiner Familie am Sonntag im Gottesdienst in Frauenfeld war. Ich schätze die Gemeinschaft der Gläubigen sehr und vermisse diese.

In diesen Wochen besuche ich mit meiner Familie oftmals Gottesdienste in den anderen Ortsgemeinschaften oder den Freitagabendgottesdienst. Hier gibt es meist noch etwas freie Plätze für uns. So möchte ich Sie ermutigen, halten Sie durch, besuchen sie gerne auch Gottesdienste ausserhalb von Frauenfeld und beten und hoffen wir gemeinsam auf eine baldige Lösung!

David Hug
Bereichsleitung Kind-Jugend-Familie



Wochenimpuls "Geliebt und getragen"

Ich bin geliebt und getragen

Ich gebe viel
Tag und Nacht
Setze mich ein mit Herzblut
Gehe an meine Grenzen

Dabei bin ich geliebt und getragen

Ich habe viel erhalten
Mein Leben,
So wie ich bin
Mensch voller Sinne
Einzigartig
Würdevoll

meine Mitmenschen
liebend und fordernd
fürsorglich und distanziert
mit mir im Leben

Ich bin geliebt und getragen

Ich bin nicht alleine
Schon immer, von Anfang an, gemeinsam unterwegs
Unterwegs mit Menschen die mir gut tun
In Situationen von Not, Stress und Ueberforderung
In Situationen von Freude, überschwenglichem Glück

Ich bin geliebt und getragen

Ich kenne mich gut
Liebevoll,
hilfsbereit
empathisch
zu viel Sachen im Kopf
schaff ich das alles
ist alles zuviel?

Ich weiss was mir gut tut
Was mir hilft in der Not
Musik, Gebet, Natur, Bewährtes, zum Auftanken

Ich bin geliebt und getragen
von der Schöpfung - von Menschen - von Gott

Alex Hutter
Diakon / Spitalseelsorger



Wochenimpuls "Spuren"

Im Schnee wandern ist herrlich, vor allem dort, wo noch niemand gegangen ist. Da kann ich meine Spur hinterlassen.

Im Leben Spuren zu hinterlassen ist schwieriger. Berühmt werden wäre eine Möglichkeit. Dafür müsste ich etwas Grosses leisten: ein Buch schreiben, ein Bild malen, etwas erfinden. Diese Gabe aber ist nicht allen gegeben.

Ich halte mich da an das Lied: «Der hat sein Leben am Besten verbracht, der die meisten Menschen hat froh gemacht» oder an das Motto der Pfadi: «jeden Tag eine gute Tat». Das muss ja nichts Grossartiges sein. Es genügt eine kleine Geste: ein Blinzeln hinter der Maske, dem Anderen den Vortritt lassen, zuhören, usw.
Ich glaube wir müssen nicht sein wie Goethe, Einstein, Columbus oder Michelangelo.
Wenn wir in den Herzen der Menschen Spuren hinterlassen, sind diese genau so wertvoll.

Und das können wir alle.

Heidi Guggenbühl
Seelsorgemitarbeiterin



Wochenimpuls "Was bleibt von Weihnachten?"

Weihnachten ist vorbei. Kein anderes christliches Fest ist kulturell so in unserer Gesellschaft verwurzelt, wie Weihnachten. Kein anderes Fest weckt so viele Emotionen. »Freude«, »Familiensinn«, »Harmonie« verbinden wir mit Weihnachten. Aber gerade weil die Erwartungen so hoch gesteckt sind, gibt es oft für viele Menschen eine grosse Ernüchterung: Missstimmung, Zerwürfnis, Streit.
Im Januar hat uns der Alltag wieder im Griff. Und damit auch die Alltagsprobleme.
Was bleibt vom Weihnachts-Geheimnis, vom Weihnachtswunder, wenn uns im Januar der Alltag wieder fest im Griff hat? Von der Geschichte mit dem Baby in der Krippe, von den Hirten und von den Engeln…? Was sollen wir vom Weihnachtsgeschehen in unseren Alltag mitnehmen? Als Impuls ins neue Jahr?
Fünf Leitgedanken, abgeleitet aus den Weihnachts-Geschehnissen, mögen uns im neuen Jahr in unserm Alltag begleiten:

1) So wie Maria und Josef alle Gnaden Gottes rund um die Menschwerdung Jesu, des Messias in Freude und Dankbarkeit annahmen, so dürfen auch wir jeden Tag dankbar sein für die Gnade, in der wir Menschen von Gott angenommen sind.

2) So wie Maria und Josef keine Erwartungen an eine noble Herberge in Bethlehem hatten, sondern Stall und Krippe akzeptierten, so sollen auch wir unsere Erwartungshaltungen überdenken und vielleicht etwas zurücknehmen: die Erwartungshaltung an uns und andere.

3) Maria hat alles Erlebte in ihrem Herzen erwogen, im stillen Gebet. Und auch Jesus betete zu seinem Vater – ja er lehrte seine Jünger beten. So sollen auch wir immer wieder im Gebet verharren: »Das innere Gebet ist Liebe, Schweigen, Hören, Dasein vor Gott.« [youcat 503]

4) Maria sagte bedingungslos JA, als ihr der Engel Gottes die frohe Botschaft überbrachte. Sie bejahte alles, was ihr Sohn Jesus in seinem Leben tat und stand ihm als Mutter bei, bis hin zum irdischen Tod am Kreuz. So dürfen auch wir im Vertrauen auf Gott JA sagen zu allem, was er für uns als Herausforderungen in unserem Leben vorgesehen hat.

5) Maria spürte nach dem Besuch des Engels, dass Gott Grosses mit ihr vorhat – sie wusste, dass Gott in ihrem Leben gegenwärtig ist. Auch Josef durfte dank der Visionen erkennen, dass ihm Gott in allen Lebenslagen beisteht. So dürfen auch wir uns immer wieder voll Vertrauen bewusst werden, dass Gott in unserem Leben gegenwärtig ist.

Roland A. Huber
Benediktiner-Oblate; Leiter ökumenischer Andachten in der Bruderklausen-Kapelle



Wochenimpuls "Alle Register?"

So reden wir, wenn wir sämtliche Hebel in Bewegung setzen,
das maximum rauskitzeln wollen,
sprichwörtlich «alle Register» ziehen.
Anfang Jahr installierte ich lang schon bestellte Zusatzlautsprecher für meine Hausorgel.
Sie sollten wie ein Rückpositiv den Ton auch von hinten hören lassen.
Der «Schuss ging hinten raus»: Alle Musik kommt nun von dort.
Nur von dort. Also auch das Hauptwerk, oder das Pedal.
Das gibt nun zwar ein unerwartetes Hörerlebnis – ein gewöhnliches Zimmer
tönt nun plötzlich, als befände ich mich hoch oben auf der Empore
eines gotischen Doms.
Allerdings darf ich nun nur noch langsam spielen,
sonst verschwindet alles in einem undefinierbaren Klangteppich.*
Tempo zurücknehmen kann Durchhörbarkeit schaffen.
Ähnlich kluges Registrieren: Auf wenige, unterscheidbare Stimmen kommt es an,
eben nicht darauf, alle Register zu ziehen, alles zu übertönen.
Weglassen kann akzentuieren.
Weniger kann mehr sein.

*Allerdings werden dabei nicht alle Fehler gleichsam unter den Klangteppich gekehrt,
was weidlich zu hören ist…


Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Wochenimpuls zum Sternsingen 2021

Das traditionelle Sternsingen kann dieses Jahr, wegen der Corona Pandemie, nicht stattfinden. Wir möchten Ihnen deshalb den Segen auf diese Art und Weise spenden.
Die biblischen Sterndeuter sind suchende Menschen, die den göttlichen Geheimnissen nachgehen. Sie brachten den Mut auf, sich auf den Weg zu machen. Und fanden das Kind in der Krippe und beteten es an.
Auch heute gibt es Menschen, die suchen und den Wegen Gottes nachspüren; staunen, sich wundern und Gott anbeten. Staunen und wundern kann auch für uns ein guter Weg sein zu Gott.
Schauen Sie sich in diesen Tagen die Sterne an und fühlen Sie sich mit Gottes Schöpfung dem Schöpfer Gott verbunden.

Gott möge Sie segnen das ganze Jahr hindurch.
Gott, der die Sterne in seiner Hand hält: Er behüte Dein Leben.
Gott, der die Sterne leuchten lässt: Erhelle Dein Leben.
Gott segne und behüte Dich, Dein Haus und alle Dir anvertrauten Menschen.

Ich wünsche allen ein glückliches und friedvolles 2021!

Alex Hutter
Diakon / Spitalseelsorger



Wochenimpuls zur ersten Januarwoche

Wir sind angekommen im neuen Jahr 2021.

Unser Jahr beginnt mit dem Monat Januar. Dieser Monat hat seinen Namen vom römischen Gott Janus erhalten. Janus wird mit zwei Gesichtern dargestellt: eines schaut nach vorne und das andere zurück.
Der Jahreswechsel lädt uns dazu ein, Rückschau zu halten und voraus zu schauen.
Jahresrückblicke haben wir in Fernsehen, Radio und Tagespresse zur Genüge gelesen und gehört.

Lag auch ein persönlicher Rückblick drin oder war es ein «Jahr zum Vergessen»?
Können wir eine Zeit einfach «vergessen»? Ich glaube nicht. Alle Erlebnisse, die guten und die schlimmen, gehören zu uns, prägen uns und sie werden auch unsere zukünftigen Entscheidungen mitprägen. Die Einschränkungen haben uns beeinflusst: Alternativen mussten gesucht, Schwerpunkte im Leben verschoben werden. Vielleicht hat man Neues entdeckt oder Altes wiederentdeckt.

Alles nehmen wir mit ins neue Jahr. Wir hoffen auf ein gutes Jahr, wo Begegnungen, Reisen, miteinander feiern wieder möglich ist.
Wie das neue Jahr aussehen wird, wissen wir nicht.
Was wir wissen ist, dass wir alles, was war, vor Gott legen können. Wir können auch darauf vertrauen, dass er uns auch in Zukunft begleiten wird.

Mit diesen hoffnungsvollen Aussichten wünsche ich allen ein gesegnetes neues Jahr.

Heidi Guggenbühl
Seelsorgemitarbeiterin



Wochenimpuls zur Altjahrwoche

Die Zeit zwischen den Jahren ist eine spezielle Zeit.
Geprägt auch von Rückblicken.

So zeigen wir ein paar Szenen aus vergangenen Tages- und Wochenimpulsen.
Was allerdings noch nicht vergangen ist: Weihnachten.
Weihnachten beginnt in der Kirche mit Heiligabend,
und endet nicht, wie im Einzelhandel mit dem 24. Dezember!

Prägen wir unsere Welt also mit der Botschaft von Gottes Nähe.
Drücken wir unserer Zeit einen Stempel auf: Gott ist da.

Thomas Markus Meier, Pastoralraumleiter
David Hug, Bereichsleitung Kind-Jugend-Familie (technische Umsetzung)



Krippenspiel der Pfarrei St. Anna mit Kindern aus Frauenfeld

Geniessen Sie das diesjährige Krippenspiel unserer Pfarrei mit den Kindern aus Frauenfeld.
Anders als sonst - nämlich online.
Sonst gar nicht so anders - nämlich hochkarätig!

Claudia Niederberger, Leitung Krippenspiel Frauenfeld
Emanuel Helg, Kirchenmusikdirektor



Wochenimpuls zur vierten Adventswoche

Vor gut drei Monaten erwarteten wir gespannt die Geburt unserer Tochter. Oft haben wir gespürt, wie sie im Bauch herumstrampelt und so wuchs von Tag zu Tag die Sehnsucht sie endlich in unseren Armen begrüssen zu dürfen.

24. September endlich ist sie da! Tiefberührt von Gottes Zärtlichkeit, die einem Neugeborenen inne liegt, wurde mir bewusst, dass Gottes Sehnsucht mit uns Menschen zu sein, uns seine Liebe zu zeigen, noch grösser sein musste.

In Jesus Christus zeigt uns Gott die Liebe zu uns Menschen. Er möchte in Gemeinschaft mit uns Leben. Vielleicht fühlen Sie sich für das Weihnachtsfest emotional nicht auf der Höhe oder in der Vorbereitung ist Ihnen einiges Gelungen und anderes weniger. Egal wie bereit wir für Weihnachten sind, Gott ist bereit in Dein Herz zu kommen.

Öffnen wir unsere Herzen und laden Gott ein zu uns zu kommen.

Stefanie Hug
Kleinteamleitung Kind-Familie



Wochenimpuls "noch nicht"

Wie froh sind wir um jedes Licht, das etwas Helligkeit in die dunkle Jahreszeit bringt. Als ich durch die Strassen von Frauenfeld spaziert bin, sah ich tausende brennende Lichter, funkelnde Sternen, Tannenbäume usw. Dadurch wird es zu einer sehr schönen besinnlichen Zeit. Aus meiner Kindheit gibt es ein Lied: «Bald, bald ist Weihnachten, Heilig Abend steht …» ehrlich gesagt noch nicht vor der Türe.

Wir befinden uns immer noch in der Vorbereitungszeit auf Weihnachten, zwar mit einer grossen Vorfreude, wie es auch der Gaudetesonntag vom letzten Wochenende zeigt. Aber nach wie vor in der Vorbereitungszeit. Bis Weihnachten gibt es bestimmt auch für Sie noch vieles zu organisieren und erledigen. Diese Zeit bis Weihnachten können wir jetzt auch in unserem Glauben und Alltag noch sinnvoll nutzen. Hinzuhören, sich bewusst werden: Gott wird Mensch! Sodass wir den Frieden, das Licht, das Unglaubliche von Weihnachten erkennen dürfen.

Ich wünsche Ihnen darum heute NICHT schöne Weihnachten oder Frohe Festtage, sondern von Herzen eine gute Vorbereitungs- und Adventszeit!

David Hug
Bereichsleitung Kind-Jugend-Familie



Wochenimpuls "rorate caeli"

Rorate Gottesdienste sind schon lange ein fester Bestandteil von den liturgischen Feiern im Advent:
Am morgen früh, bei wunderschönem Kerzenschein, zusammenkommen und im Gottesdienst sich innerlich vorbereiten auf das Fest von der Geburt Christi.

Das lateinische Wort «Rorate» steht am Anfang vom Eröffnungsvers von der Rorate Messe und hat der ganzen Feier den Namen gegeben.
Rorate caeli
«Tauet Himmel, von oben, ihr Wolken, regnet den Gerechten: Es öffne sich die Erde und sprosse den Heiland hervor», ein Vers aus dem Buch Jesaja (45,8).
Der gesungene Vers drückt den Wunsch aus, Gott möge in unsere Welt kommen.

Im ursprünglichen Sinn war die Roratefeier eine Messe zu Ehren Marias;
mit dem Evangelium, der Frohbotschaft, von der Begegnung von Maria mit dem Engel Gabriel: Gabriel, der ihr die Botschaft bringt, sie werde ein Kind vom Hl. Geist empfangen.
Dieser Evangeliumstext (Lk 1, 26–38) hören wir auch beim Fest von Maria Empfängnis.
Das Fest, dass mit dem 8. Dezember, gerade auch in diese Zeit der Vorbereitung auf die Geburt Christi fällt.

Diese Muttergottes Statue erinnert uns stark an die Gnadenmadonna in Einsiedeln.
Ein Einsiedler Pater hat sie in den fünfziger Jahren geschnitzt, nach ihrem Vorbild, und der Kirche Bruder Klaus in Gachnang geschenkt. Gachnang, das über Jahrhunderte eine grosse Verbundenheit zu Einsiedeln hatte.
Sie sind herzlich eingeladen, gerade auch in dieser Zeit von der Pandemie, bei der Muttergottes Statue in Gachnang eine Kerze anzuzünden.
Als Dank oder als Fürbitte für Ihre persönliche Anliegen.

Alex Hutter
Diakon / Spitalseelsorger



Wochenimpuls "Adventskrimi"

Guter Pfarrer: Toter Pfarrer:
So der vierte Krimi meines Kollegen Georg Langenhorst,
Lehrstuhlinhaber für Religionspädagogik an der Uni Augsburg.
Bis jetzt der «metaphysischste» Krimi –
bis dahin, dass der Kommissar einen Krimi geschenkt bekommt
mit Blutflecken auf dem Cover; einen Krimi also, in dem er selbst ermittelt…

Bei Krimis fiebern wir oft mit: Wie wird es ausgehen?
Das Ende darf nicht zu früh verraten werden.

Ähnlich wäre der Advent zu gestalten: Als echtes Warten.
Hoffnung mit offenem Ausgang.
Nicht schon alles von Weihnachten her anschauen.
Sondern wirklich – Macht hoch die Tür! – parat sein, für das was kommt.
Ohne das Ende vorweg zu nehmen.

Die Tür offen halten, ohne zu wissen, was sich dahinter verbergen wird.
Gott schreibt auch heute noch spannende Geschichten.

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Wochenimpuls "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder"

Eine gute Bekannte hat mir ein Foto geschickt, wo sie lachend in einen Laubhaufen fallen lässt. Mein Kommentar dazu: Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder!

Diese Redewendung bezieht sich auf die Geschichte, wo die Mütter ihre Kinder zu Jesus brachten: "Da brachte man Kinder zu ihm, damit er ihnen die Hände auflegte und für sie betete. Die Jünger aber wiesen die Leute zurecht. Doch Jesus sagte: Lasst die Kinder und hindert sie nicht, zu mir zu kommen! Denn Menschen wie ihnen gehört das Himmelreich. Dann legte er ihnen die Hände auf und zog von dort weiter." (Mt 19.13-15)

Kinder finden das Himmelreich in kleinen Dingen, meine 3 ½-jähriger Enkel hat im Moment grosse Freude an Kinderreimen, da kann er lachen und bekommt nicht genug davon.

Das können wir von den Kleinen lernen: sich freuen über Dinge, die da sind. Und sich zusätzlich selbst etwas Gutes tun: Musik hören, Stille, ein Spaziergang… Etwas für unsere Seele. So können auch wir ein Stück Himmel auf die Erde holen.

Heidi Guggenbühl
Seelsorgemitarbeiterin



Wochenimpuls zur 33. Woche im Jahreskreis

Es ist nicht immer einfach zu hören, was Gott von uns will.
Wie hören wir Gottes Stimme?
Im Film «The Two Popes» durchgespielt;
einer cineastischen Begegnung
von Papst Benedikt mit dem argentinischen Kardinal Jorge Bergoglio.

Kurz bevor sie sich das erste Mal in Castel Gandolfo begegnen,
pfeifft jemand im Garten ein kurzes Motiv.

Der Kenner erkennt die ersten Tackte einer berühmte Orgelmelodie
aus den sogenannten Schübler-Chorälen von Joh. Seb. Bach

Später wird in dies Melodie ein Choral als cantus firmus eingespielt:
«Wachet auf, ruft uns die Stimme!», von Philipp Nicolai.

Es klingt von ferne an, dass wir aufmerksam sein sollen, hellhörig,
aufgeweckt für die Stimme Gottes.

Wachet auf, ruft uns die Stimme!
Im Barock wurde das Lied zu einem regelrechten Schlager.

Bach hat den Choral ganz unterschiedlich vertont, Händel scheinbar nie…
Aber nur scheinbar.
Im berühmtem Halleluja aus dem Messias werden unverkennbar Zitate eingespielt, die aber meist überhört werden.

Heute bastelten amerikanische Anwälte daraus wahrscheinlich
einen veritablen Plagiats-Prozess –
im Barock war dieses Zitieren durchaus üblich,
ja, es gehörte -wortwörtlich- zum guten Ton.

Nachmachen hat bei uns einen schlechten Ruf.
«Mosch néd émmr aus noche mache!»

Nachmachen kann aber durchaus was Positives haben.
Schon im Zentrum der 5 Bücher Mose,
in Levitikus, heisst es: «Seit heilig, denn ich bin heilig!».

In der Spiritualität ist die Rede von «Imitatio Dei»,
von der Nachahmung Gottes.

Wie im Himmel, so auf Erden, beten wir im Vater unser.

Seien wir also aufgewacht, aufgeweckt.
Zu hören, was Not tut, was an der Zeit ist.

Thomas Markus Meier, Pastoralraumleiter


Wochenimpuls zur Nacht der Lichter

Liebe Jugendliche, liebe Erwachsene

Nacht der Lichter ist die ökumenischen Feier mit wunderschönen Liedern aus Taizé.
Jedes Jahr sind alle im November eingeladen, in der evangelischen Stadtkirche Frauenfeld zum Singen und Beten für den Frieden in der Welt.
Im Vordergrund steht vor allem die Begegnung mit dem auferstandenen Christus
Der Apostel Paulus sagt: „Christus ist unser Frieden.“
Frieden schenkt allen Menschen einen guten Platz im Leben; Frieden ist Leben in Fülle für alle.
Wir alle sind eingeladen für den Frieden zu beten, zu singen und auch zu Stille halten.»

Online Service:
Die Feier «Nacht der Lichter» ist jederzeit abrufbar auf www.nachtderlichter.info

Alex Hutter
Diakon / Spitalseelsorger



Wochenimpuls zur SMS / e-Mail-Info

Wir wollen unsere Gläubigen mit diesem Service schneller erreichen und bedienen.
Warum uns dies ein Anliegen ist und wie die Registrierung läuft, erfahren Sie im Wochenimpuls dieser Woche.

Hier der direkte Link zur Infoseite des SMS / e-Mail-Dienstes.

Wir freuen uns auf Ihr Interesse - Sie lesen von uns!

Michèle Rova, Leitung Kommunikation/Sekretariat
Lukas Schönenberger, Koordinator



Wochenimpuls zur 30. Woche im Jahreskreis

Synode
Das katholische Kirchenparlament, die Synode, tagte am 22.Oktober in einer wichtigen Angelegenheit. Die katholische Landeskirche Thurgau gibt sich eine neue Verfassung. Diese regelt Grundsätzliches: wer welche Aufgaben übernimmt, Kirchenrat, Synode oder Kirchgemeinde. Ins Detail gehen dann das Gesetz über die katholische Landeskirche und das Gesetz über die die katholischen Kirchgemeinden.

Die Entstehung dieser wichtigen Texte verlief über manche Jahre. Zuerst war eine Expertengruppe an der Arbeit und bereitet die Texte vor. Dann konnten Kirchenrat, Synodenkommissionen, Kirchgemeinden und das Bistum ihre Meinung dazu sagen. Es gab viele Sitzungen und Diskussionen.
Nachdem alles zusammengetragen war, gab es einen neuen Entwurf, den eine Spezialkommission der Synode nochmals überarbeitete. Und nun sind die Texte fertig. In der heutigen Synode wurden sie nach zwei Lesungen verabschiedet.

Die Gesetze sind jetzt fertig, die Verfassung hat erst die erste Hürde genommen. Der Text geht jetzt zum Kanton, dann können Sie als Stimmbürger/- in bei einer Volkabstimmung darüber abstimmen. Das letzte Wort hat der Grosse Rat des Kantons Thurgau.

Heidi Guggenbühl
Seelsorgemitarbeiterin und Synodalin



Wochenimpuls zur 28. Woche im Jahreskreis

Wenn’s sprudelt und grünt

Was Schuld trage an Corona postete letzthin eine kath.ch-Leserin auf facebook:
Nämlich dass die Menschheit vor 2000 Jahren den Heiland gekreuzigt habe.
Gab etwas spöttisch zurück, das sei nun wirklich eine etwas lange Reaktionszeit.
Ausserdem: Es gäbe Geheimnisse, die seien gar Christus verborgen, die wüsste nur der Vater.
Einfache Antworten gibt es nicht.
Die Replik: Auch wenn das in der Bibel stünde, bleibe sie überzeugt.
Sie kennte ihre paar Stellen, die genügten vollauf. Bibellesen unnötig.

Für mich ist die Bibel eine gute Korrektur, ein Vielstimmenbuch.
Es gibt nicht die eine Antwort, genausowenig wie die eine Spiritualität.

Wie die Fontänen bei der Gachnanger Lourdesgrotte munter in viele Richtungen sprudeln,
so gibt es verschiedene Wasser, die unseren spirituellen Durst löschen können.
Nur, wo wir meinen, nur die eine Art, nämlich meine, sei richtig, wird es einseitig. Monoton.

A propos Lourdes: Es gab im 19. Jahrhundert unzählige Erscheinungsorte Mariens.
Einige wurden berühmt, andere gingen vergessen, einige blieben rein lokal verehrt.
Die katholische Kirche unterscheidet sinnvollerweise unterschiedliche Grade von Frömmigkeit.
Es gibt Privatfrömmigkeit, die einigen gut tut, aber nicht für die gesamte Kirche vorgesehen ist.

Und weil immer wieder neue Bewegungen, Ideen, geistliche Wege, auftauchen,
kann nicht alles gehütet und behütet, bewahrt werden.
Wie bei der Lourdesgrotte wird dann und wann Wildwuchs zurück geschnitten.
Neue Triebe wachsen in diese und jene Richtung.
Altes darf auch mal Platz für Neues machen.

Es gibt mehr als eine Fontäne.
Sprudeln und wachsen lassen – Jesuanisch empfohlene Vielfalt.

Thomas Markus Meier, Pastoralraumleiter


Wochenimpuls zur 26. Woche im Jahreskreis

Freude und Hoffnung, Gaudium et spes, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi.

Liebe Schwestern und Brüder, diese Worte aus dem II. vatikanischen Konzil wollen gerade in der heutigen Zeit uns und allen Menschen auf dieser Welt Mut machen.

Diese Worte zeigen wie Kirche aufs engste mit der ganzen Menschheitsfamilie verbunden ist.
Menschen können «christlich» leben an allen Orten von dieser Welt.
Die weltliche, säkulare, Welt ist auch bedeutungsvoll. Die säkulare Welt steht in einem guten Verhältnis zur Kirche.

Wir hören weiter aus dem Dokument Gaudium et spes:

Durch ihr Geschaffensein haben alle Einzelwirklichkeiten ihren festen Grund.
Sie werden niemals in einen echten Konflikt mit dem Glauben kommen, weil die Wirklichkeiten des profanen, weltlichen Bereichs und die des Glaubens in demselben Gott ihren Ursprung haben.

Viele Leute sind in dieser Zeit verunsichert, weil sie wegen dem Coronavirus nicht mehr den regelmässigen Gottesdienst besuchen können.

Wir dürfen jedoch ganz sicher darauf vertrauen, dass Gott das Gute von allen Menschen in der Welt sieht.

Wenn wir Werke der Nächstenliebe tun, dann ist das auch eine Form von «Gottesdienst».

Wir dürfen sicher sein und Jesus hat es uns ganz klar versprochen, dass er immer und überall mit uns unterwegs sein wird: «Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt».

Alex Hutter
Diakon / Spitalseelsorger



Wochenimpuls zur 25. Woche im Jahreskreis

Glaube, Hoffnung, Liebe

In den Sommerferien haben wir die Kirche in Adelboden angeschaut. Es ist eine alte Kirche aus dem 15. Jhd., mit modernen Chorfenstern von Augusto Giacometti.
Sie zeigen die schlafenden Jünger und den betenden Jesus im Garten Getsemani. Die Jünger sind in verschiedenfarbige Gewänder gehüllt: violett, rot und grün, Symbol für Glaube, Liebe, Hoffnung.

Da kommt einem der Korintherbrief in den Sinn, wo Paulus schreibt:
«Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, doch am grössten aber ist die Liebe.»
(Kor 13,13)


Die Jünger schlafen und zeigen, wie es im Leben gehen kann: Glaube kann einschlafen, wenn wir an Gott zweifeln, ihn vergessen.
Auch die Liebe kann einschlafen zwischen Ehepartnern, zu dem Mitmenschen, zu Gott.
Und die Hoffnung schwindet manchmal auch.
Am wichtigsten auf diesem Bild ist der betende Jesus, er trägt ein blaues Kleid. Blau die Farbe der Treue. Es zeigt uns: Gott ist treu in seiner Liebe zu den Menschen, darum sind die rote und die blaue Figur auf dem gleichen Fenster. Auch wenn unser Glaube, unsere Hoffnung oder die Liebe zu ihm schlafen, er wartet auf uns, dass wir aufwachen und die Beziehung zu ihm wieder aufnehmen.

Hier der Link auf die Homepage der Kirche Adelboden:
www.ref-adelboden.ch/informationen/chronik/die-kirche/die-chorfenster

Heidi Guggenbühl
Seelsorgemitarbeiterin



Wochenimpuls zur 24. Woche im Jahreskreis

Seit wir wieder Gottesdienste feiern nehmen wir die Kollekte erst am Schluss bei den Ausgängen der Kirche ein. So können Sie aktiv an der Gabenbereitung teilnehmen. Nebst dem Beobachten, wie die Ministranten die Gaben zum Altar bringen sind auch wir eingeladen in diesem Moment unsere Herzen zu öffnen für das Geheimnis des Glaubens, welches anschliessend auf dem Altar geschieht.

Was vermutlich auch vielen weniger bekannt war, ist die Gebetsaufforderung von Hieronimus und unsere Antwort: Der Herr nehme das Opfer an aus deiner Hand, zum Lob und Ruhm seines Namens, zum Segen für uns und seine heilige Kirche. So versammelt sich die ganze Christenheit, Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft und wir feiern ein Stück Himmel auf Erden.

David Hug
Bereichsleitung Kind-Jugend-Familie



Wochenimpuls zur 23. Woche im Jahreskreis

Nur noch im Speisewagen kann die Maske im ÖV kurzzeitig beiseite gelegt werden.
Das Ablegen der Maske führt mich dabei zu theologischen Spekulationen.
Für uns ist eine «Person» jemand Individueller. Person steht für jemand Eigenständiges.
Sprechen wir von Gott in drei Personen, glaubten wir bei dieser Wortbedeutung
also an drei eigenständige Gottheiten.
Das liegt daran, dass das Wort Person in der Antike grad das Gegenteil von Individualität bedeutete.
Person, von per-sonare, hindurch-tönen, stand für die Maske, die Schauspieler in der Antike trugen.
Gott in drei Personen trägt wie drei Aspekte, drei Gesichter, drei Arten der Zuwendung.
Und jetzt die kühne Spekulation:
Maskentragen ist manchmal anstrengend.
Ich bin froh, wenn ich sie nach dem Aussteigen ablegen darf.
Wäre nicht auch Gott zu gönnen,
nicht immer auf bestimmte Masten/Personen, auf definierte Aspekte, festgelegt zu werden?
Die Art und Weise, wie sich Gott zeigt, offenbart, muss nicht für alle gleich sein.
Wirklich dahinter sehen wir Menschen nicht.
Vielleicht spiegeln so die unterschiedlichen Religionen, Spiritualitäten
einen Gott, der sich nicht festlegen lässt, und auch ganz anders tönen kann.
Wir sind nicht einfach angekommen bei Gott, es gibt immer noch einen nächsten Halt.

Thomas Markus Meier, Pastoralraumleiter


Wochenimpuls zur 22. Woche im Jahreskreis

Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: "Ruf die Arbeiter und zahl ihnen den Lohn aus." Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denar. Als dann die Ersten kamen, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten einen Denar. Sie murrten und sagten: "Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet und du hast sie uns gleichgestellt. Wir aber haben die Last des Tages und die Hitze ertragen." Da erwiderte er einem von ihnen: "Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? Nimm dein Geld und geh! Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir."

Das Los der Tagelöhner ist hart.
Die einen erhalten Arbeit im Weinberg, die anderen nicht.
Zu Hause aber warten Frauen und Kinder.
Wer keine Arbeit hat muss warten, muss präsent sein.
Wer geht, hat keine Chance.

Die Arbeitssituation ist in dieser Coronazeit vielleicht ähnlich. Viele haben ihre Arbeit verloren, sind Gelegenheitsarbeiter, und müssen eine Arbeit suchen.
Das Suchen und Warten auf Arbeit ist zum Teil noch strenger als eine Arbeit zu haben.

In der Geschichte von Jesu werden die Letzten Gewinner – und die Ersten auch.

Die Letzten, weil sie für diesen Tag ein volles, gelungenes Leben haben.
Die Ersten, weil auch sie ein volles, gelungenes Leben haben. Weil sie alle satt werden.

Diese Geschichte zeigt die Fürsorge Gottes und fordert uns auf selber fürsorglich zu handeln.
Es soll niemand Hunger haben.
Ich wünsche Ihnen und allen Menschen ein Leben in Fülle.

Alex Hutter
Diakon / Spitalseelsorger



Wochenimpuls zur 21. Woche im Jahreskreis

Am Ende des Adoray Festivals gehörte es in den vergangenen Jahren dazu, dass die Teilnehmenden beim Segen über Stadt und Land mitwirkten. Dabei wird für die Stadt, das Land und die ganze Welt gebetet.

Um dem Alltag der Stadt zu entfliehen fahre ich gerne zur Kirche St. Martin in Warth. Mit diesem Panorama weit über Frauenfeld hinaus hilft es mir etwas Abstand von der Arbeit und Mühen des Alltags zu nehmen. Der Ausblick lädt ein zum Gebet für die Bewohner der Stadt Frauenfeld und aller umliegender Dörfer. Dafür sind keine grossen Worte nötig, still im Herzen reicht das Gebet für unsere Mitmenschen.

David Hug
Bereichsleitung Kind-Jugend-Familie



Wochenimpuls zur 20. Woche im Jahreskreis

«Die süssesten Früchte fressen nur die grossen Tiere…»
singen Frau Enterich und das kleine Entlein
in einem Refrain in einem Schlager von Peter Alexander:
«Die süssesten Früchte fressen nur die grossen Tiere,
weil diese Bäume hoch sind, und diese Tiere gross sind.
«Die süssesten Früchte schmecken dir und mir genauso,
doch weil die Bäume hoch sind, erreichen wir sie nie.»
Muss das so sein?
Ein Perspektivwechsel kann helfen.
Selbst Salomo in all seiner Pracht war nicht gekleidet wie eine Lilie auf dem Feld.
Alles Geld der Welt reichte nicht für so einen herrlichen Swimming Pool vor der Haustüre.
Man muss es nur entdecken.
Ein Auge bekommen für das Schöne am (Wasser-)Wegrand.

Thomas Markus Meier, Pastoralraumleiter


Wochenimpuls "Laudato si" zur 19. Woche im Jahreskreis

Laudato si
laudato si, o-mi Signore
Sei gepriesen, du hast die Welt erschaffen
Sie gepriesen für Sonne, Mond und Sterne
Sei gepriesen für Meer und Kontinente
Sei gepriesen für Wolken, Wind und Regen
Sei gepriesen du lässt die Quellen springen
Sei gepriesen du lässt die Felder reifen
Sei gepriesen denn du bist wunderbar!


Liebe Schwestern und Brüder

Gott hat diese Welt wunderbar erschaffen, das hat der heilige Franziskus in seinem Sonnengesang aufgeschrieben und hat damit auch einen grossen Dank an Gott ausgesprochen.

Gott hat uns alle zur Mitarbeit an seiner Schöpfung aufgerufen; zur Mitarbeit und zur Mitverantwortlichkeit.

Es sind schon viele gute Werk ins Leben gerufen geworden um unserer Umwelt Sorge zu tragen.

Vieles wird nicht mehr einfach weggeworfen und verbrannt, sondern entsorgt und recycled. Unsere Entsorgungszentren werden gut genutzt. Eisen, Aluminium, Papier und viele wertvolle Elemente gehen somit weniger verloren.

In den Schulen sensibilisieren Lehrpersonen im Unterricht und auch im Religionsunterricht unsere Kinder zu einem achtsamen Umgang mit Wasser und anderen Gütern.

Papst Franziskus geht in seinem Rundschreiben «Laudato si» sogar noch einen Schritt weiter, wenn er betont, dass mit der Sorge um unsere Umwelt auch gleichzeitig die Armut in der Welt verringert werden kann.

Liebe Schwestern und Brüder,
wir alle sind deshalb aufgerufen mitzuwirken im achtsamen Umgang mit unserer Welt und Vorbilder zu sein für unsere Kinder und Mitmenschen.

Machen sie es gut!

Alex Hutter
Diakon / Spitalseelsorger



Wochenimpuls "Chillen mit Jesus" zur 18. Woche im Jahreskreis

Ferienzeit: weg vom Alltagsstress – Ausspannen – Relaxen – Chillen, wie heute die Jungen sagen.
Machte Jesus auch Ferien?

Genau genommen kommen die Worte ›Ferien‹ oder ›Urlaub‹ in der Bibel nicht vor. Hingegen lassen sich die Worte ›Ruhe‹ und ›Ruhen‹ sehr wohl in der Bibel finden: mindestens 170 mal.

Gleich zu Beginn der Bibel finden wir die Stelle: »Am siebten Tag hatte Gott sein Werk vollendet und ruhte von all seiner Arbeit aus.« [Gen 2,2]

Als weiteres Beispiel sei aus dem Psalm 23 zitiert: »Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.«

Und Jesus? Grundsätzlich lädt er uns ein, bei ihm – bei Gott – unsere Ruhe zu finden: »Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.« [Mt 11.29]

Jesus forderte auch seine Apostel, welche ausgezogen waren um in den Dörfern und Städten zu predigen und Kranke zu heilen, auszuruhen: »Und die Apostel kamen bei Jesus zusammen und verkündeten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Und er sprach zu ihnen: Geht ihr allein an eine einsame Stätte und ruht ein wenig. Und sie fuhren in einem Boot an eine einsame Stätte für sich allein.« [Mk 6, 30-32]

Aber auch für Jesus selbst waren Zeiten der Ruhe und Erholung notwendig – vor allem aber das Gebet, das Gebet zu Gott, seinem Vater: »Und am Morgen, als es noch dunkel war, stand er auf, ging hinaus an einen einsamen Ort und betete dort.«

5 Tipps zum Chillen mit Jesus:

1. Mit dem Lesen von Texten in der Bibel können wir uns durch Gottes Wort immer wieder neu für unser Leben inspirieren lassen.

2. Beim Beten findet unser Körper Ruhe und unsere Seele diese Spiritualität, die uns Gottes Gegenwart in unserem Leben bewusst werden lässt

3. Wir werden in der Bibel immer wieder aufgefordert, zu Lachen und fröhlich zu sein, heisst es doch z.B. im Psalm 47: «Ihr Völker alle, klatscht in die Hände, jauchzt mit lautem Jubel Gott zu!»

4. Wenn wir wandern oder reisen sollen wir mit offenen Augen und Ohren die Schönheit unserer Erde wahrnehmen – das wird uns mit Dankbarkeit zu unserem Schöpfer erfüllen.

5. Wir bitten im ›Vater unser‹ um das täglich Brot und dürfen sicher auch mit all unseren Sinnen unsere Mahlzeiten geniessen, aber vergessen wir dabei nicht, was Jesus gesagt hat: »In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.« [Mt 4,4]

Roland A. Huber
Benediktiner-Oblate; Leiter ökumenischer Andachten in der Bruderklausen-Kapelle



Wochenimpuls "Cinema" zur 17. Woche im Jahreskreis

Beim Hochfahren nach dem Lockdown ging es drum, gestaffelt zu fahren.
Das führte zu seltsamen Wertungen: Ist nun ein Baumarkt relevanter als etwa ein Gottesdienst?

Beim Kino, ähnlich wie im Gottesdienst, ist es nicht das Gleiche,
einen Film im Saal, auf Grossleinwand zu sehen, oder daheim, im Kleinformat, gestreamt zu sehen.

Ich habe das Kino vermisst und freute mich, als das Kinoerlebnis wieder möglich war.
Allerdings sass ich schon mehr als einmal als einziger im Saal.
Da ist es dann schwierig, wie gefordert, den Saal gestaffelt zu verlassen…
Es gibt also Institutionen, die haben’s noch schwerer als die Kirchen.

Ein anderer Unterschied war:
Das Kinoprogramm war einfach unterbrochen, und ging dann weiter.
Fast mit den gleichen Filmen.
In der Kirche lief das Kirchenjahr weiter. Wir haben nicht einfach Pause gemacht.
Aber wie im Kino brauchen auch wir Spannung,
umso mehr, dass die erzählten Geschichten nicht neu sind.
Sondern neu erzählt und inszeniert werden müssen.
Und auch hier können wir einladen: Komm doch auch mit!

Thomas Markus Meier, Pastoralraumleiter


SummerDays Impuls

Dieses Jahr führten uns die SummerDays ins wunderschöne Wallis in das Dorf Blatten bei Naters. 14 Jugendliche mit 5 jungen Erwachsenen erlebten eine erlebnisreiche Woche mit viel Spass und Abwechslung: vom Wandern bis zum Wellness gehörte alles dazu.
Ein Bericht folgt demnächst im Forum und auf der Homepage.

Wir wünschen Ihnen schöne Ferien!

David Hug
Katechet / Jugendarbeiter RPI



Wochenimpuls zur 15. Woche im Jahreskreis

Zeichen der Hoffnung

Das Weltgebetstagsplakat von 1994 begleitet mich in jeden neuen Tag.
Es heisst "Zeichen der Hoffnung" und wurde vom palästinensischen Künstler Sliman Mansour gemalt. Die grosse weisse Taube ist der Blickfang: das Symbol des Friedens – und des Heiligen Geistes.

Es hat mich zu folgendem Gebet inspiriert:

Heiliger Geist
Gib uns den Mut den ersten Schritt zu tun, den ersten Schritt auf den anderen zu.
Öffne unsere Augen und unser Herz, dass wir die Ängste und Nöte des Anderen erkennen.
Gib uns die Kraft zum Handeln und schenke uns die richtigen Worte.
Amen


Heidi Guggenbühl
Seelsorgemitarbeiterin



Wochenimpuls zur 14. Woche im Jahreskreis

Gedanken zur «Neuen Genfer Übersetzung» (NGÜ) der Bibel

Wenn ich in der Einheitsübersetzung der Bibel lese, merke ich immer wieder, wie vermeintlich weit weg von meiner Lebensrealität deren teilweise vor mehreren tausend Jahren geschriebenen Texte sind. Manchmal verstehe ich schlicht weg nicht, was mit der Text sagen will.

Die NGÜ versucht, die Bibel möglichst verständlich in die heutige Zeit zu «übersetzen». Dabei hat die inhaltliche Genauigkeit aber oberste Priorität. Um den Text übersichtlicher zu gestalten, ist jeder Sinnabschnitt mit einer Überschrift versehen.
Bis jetzt ist das Neue Testament übersetzt, sowie die Psalmen und die Sprüche.

Im Matthäus Evangelium gibt dieser Jesus Bergpredigt wieder. Dabei sind mir die Überschriften der NGÜ für mein persönliches Verständnis sehr hilfreich.

Ein Beispiel: «Verurteilt niemand, damit auch ihr nicht verurteilt werdet. Denn so, wie ihr über andere urteilt, werdet ihr selbst beurteilt werden, und mit dem Mass, das ihr bei anderen anlegt, werdet ihr selbst gemessen werden.» (Matthäus 7,1-2)

In der Einheitsübersetzung ist dieser Abschnitt überschrieben mit «Vom Richten», in der NGÜ mit «Warnung vor selbstgerechtem Urteilen»

Besonders spannend für mich dann im weiteren Verlauf Matthäus 7,6: «Gebt das Heilige nicht den Hunden, werft eure Perlen nicht vor die Schweine! Sie könnten sonst eure Perlen zertrampeln und sich dann gegen euch wenden und euch zerreissen».

Früher konnte ich mit dieser Stelle nichts anfangen – was will mir das sagen? In der Einheitsübersetzung lautet die Überschrift «Entweihung des Heiligen» in der NGÜ «…aber kein Verzicht auf notwendige Beurteilung»
Heisst für mich: Verurteile (Richte) niemand, urteile nicht selbstgerecht, aber trotzdem kann es so etwas wie eine «notwendige Beurteilung» geben, z.B. im Arbeitsleben.

Ein kleines Beispiel dafür, wie wichtig es für uns als Christen ist, die Bibel nicht nur zu lesen, sondern zu versuchen wirklich zu verstehen, was dies für unser heutiges Leben bedeutet. Dafür kann die NGÜ meiner Ansicht nach hilfreich sein.

Ich wünsche Ihnen alles Gute, Gottes Segen und gute Glaubensimpulse mit der «Neuen Genfer Übersetzung».

Christoph Oechsle
Leiter Sozialdiakonie



Wochenimpuls zur 13. Woche im Jahreskreis

«A Whiter Shade of pale» – sie wird bleich…
So der berühmteste Pop-Hit aus dem Jahr 1967 der Gruppe Procol Harum.

In einer Zeile heisst es:
‘if behind is in front’, wenn das Hinterste nach Vorne kommt,
oder wie wir in der Mundart sagen «z’underopsi», das Unterste zu Oberst.

Spannender als der Text ist die Musik.
Eigentlich ist sie vom Basslauf her, aber auch sonst: ganz Barock empfunden.
Das Intro inspiriert sich an Johann Sebastian Bach.
Und auch die Melodie lässt kurz eine Bach-Kantate anklingen:
«Wachet auf, ruft uns die Stimme».
Darüber später mal einen eigenen Wochenimpuls.

Etwas vom faszinierendsten an der Barockmusik ist der cantus firmus.
Eine bekannte Choralmeldodie wird phantasievoll umspielt.
Mit andern Worten: Eine ganz neue Melodie wird unterlegt mit einem
– heute würden wir sagen – altbekannten Schlager.

Eines der berühmtesten Beispiele: Jesu, bleibet meine Freude.

Diese berühmte Musik steht jeweils am Schuss einer zweiteiligen Kantate
von Joh. Seb. Bach zum Fest Mariae Heimsuchung:
«Wohl mir, dass ich Jesum habe», späte: «Jesu bleibet meine Freude».

Wir feiern diese Woche das Fest Mariae Heimsuchung, am 2. Juli.
Wie auch die Lutherische Kirche, zu der Bach gehörte…

Heimsuchung erinnert an Marias Besuch bei ihrer Cousine Elisabeth.
Dabei formuliert dabei das Magnifikat.

Es ist wie ein neues Lied, das immer wieder biblische Psalmen anklingen lässt.
Ganz neue Töne über einer bekannten Vorlage.

Im Magnificat auch singt Maria: Er stürzt die Mächtigen vom Throne,
er macht alles z’underobpsi;
oder wie im Song von Procol Harum: if behind is in front.

Wenn dahinter etwas ganz anderes aufscheint.
Wenn das Alte ganz neu ausgedrückt wird.
Neu verpackt zu packen weiss.


Impuls: Thomas Markus Meier, Pastoralraumleiter
Musik: Emanuel Helg, Leitung Kirchenmusik


Ein Stück Himmel im Thurgau

Das 150-Jahr-Jubiläum der Landeskirchen ist Ende 2019 erfolgreich angelaufen: Der feierliche Eröffnungsakt, der Prix Diakonie und das Chorkonzert mit 75 Stimmen. Im Februar starteten 25 Glaubenskurse im ganzen Kanton. Und dann kam der Lockdown.

Seither musste alle Jubiläumsaktivitäten abgesagt, bzw. verschoben werden. Das traf auch die lange Nacht der Kirchen und die grosse Schlussfeier.

Als Ersatz wurde nun dieser Videoclip produziert. Er soll die Idee und die Botschaft des Jubiläums nach aussen tragen – zu den Menschen.

• Was ist für Sie ein Stück Himmel im Thurgau?
• Wann und wo erleben Sie "Himmlisches"?
• Mit wem teilen Sie dieses Stück Himmel?

Kommen Sie mit auf die Reise durch den Thurgau. Erleben Sie eine Vielfalt an Antworten und Einblicken. Und finden Sie Ihr persönliches Stück Himmel.


Wochenimpuls- Waldspaziergang

Eine gewisse Normalität ist zurückgekehrt, man will wieder loslegen und die liegengebliebenen Sachen aufarbeiten. Wir kehren in die alten Muster zurück. Manchmal hilft dann, den Blickwinkel zu ändern. Im Wald ist das sehr eindrücklich. Wenn man stehenbleibt und nach oben schaut, fühlt man sich klein. Man sieht die Bäume ganz anders. Und zwischen den Bäumen sieht man ein Stück Himmel.

Das Innehalten und das Ändern des Blickwinkels kann uns helfen das Himmlische aufzunehmen. Dann findet man Gott nicht nur im Himmel sondern auch links und rechts neben uns und man kann ihn mitnehmen in den Tag.

Heidi Guggenbühl
Seelsorgemitarbeiterin
Bereitgestellt: 20.09.2021     Besuche: 193 Monat 
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