Lukas Schönenberger

Wochenimpulse 2021

Seit der Coronapandemie im Jahr 2020 veröffentlichen wir wöchentlich einen Videoimpuls mit Kurztext. Verschiedene Mitarbeitende oder Freiwillige teilen Gedanken, Erfahrungen, Gebete. Die Vielfalt macht's aus.

Viel Freude und Anregung bei den Wochenimpulse aus dem Jahr 2021 - chronologisch rückwärts, von Ende Dezember bis zum Jahresbeginn.

Noch weiter zurück geht's hier: Wochenimpulse 2020.

Neubeginn

Ich möchte Sie nochmals mitnehmen an die Krippe. Das Weihnachtsfest ist zwar vorbei, aber die Weihnachtszeit hat erst begonnen.
Jetzt ist ein guter Zeitpunkt sein Leben zu überdenken, Neues zu wagen. Vielleicht sogar die Richtung zu wechseln, sich neue Lebensziele zu setzen.
Wie soll das gehen? Wir alle wissen ja wie es ist mit guten Vorsätzen…
Weihnachten kann uns dabei helfen. An Weihnachten feiern wir einen Neubeginn: Gott ist Mensch geworden!

Die ersten die die frohe Botschaft, dass der Retter geboren ist, vernommen haben, waren die Hirten. Darum dürfen sie auch bei keiner Krippe fehlen.
Hirten waren Randständige, die nicht am gesellschaftlichen und religiösen Leben teilnehmen konnten. Und gerade ihnen haben die Engel die frohe Botschaft gebracht. Nie hätten sie gedacht, dass gerade sie für Gott so wichtig sind, dass er sie in seinen göttlichen Plan miteinbeziehen würde.
Die Hirten blieben nicht sitzen, sie wagten etwas Neues. Sie machten sich auf, dieses Kind zu suchen. Und sie wurden nicht enttäuscht. Sie finden das Kind in der Krippe und sie spüren, auch wir sind für Gott wichtig. Er liebt die Menschen, so wie sie sind.
Dieses Ereignis kann auch uns Hilfe sein, unser Leben neu auszurichten.
Wir können auf die Liebe Gottes vertrauen. Auch wenn wir uns von Gott entfernen, er ist für uns da. Er lädt uns ein an die Krippe zu kommen und uns berühren zu lassen von seiner grenzenlosen Liebe.

Heidi Guggenbühl
Seelsorgemitarbeiterin



San Salvatore

Der «Heilige Erlöser»: Gemeint der Retter, der Heiland.
Worauf wir im Advent warten.
Er-Löser tönt fast eine Spur zu fromm.
In der Hebräischen Bibel steht dahinter eigentlich der Löser («Goel»).
Wer einen anderen aus-löst, aus Schuldsklaverei löst.
Lösungen, etwa beim Klimawandel, sind die gratis zu haben?
Der Löser muss tief in die Tasche greifen.
Manches darf uns auch etwas kosten.
Dann lohnt es sich auch…

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Krippe

In Stein am Rhein befindet sich im Krippenmuseum eine Darstellung der Krippe, welche alle Religionen und viele verschiedene Völker pilgernd zur Krippe darstellt. Diese hat mich sehr bewegt. Sie zeigt mir, dass bei Jesus, dem Jesuskind, alle willkommen sind. Ja, unabhängig von unseren Glaubensvorstellungen, Kulturen und Traditionen.

Diese Darstellung lädt mich ein, zu überlegen, wie ich anderen Völkern und Religionen zum Beispiel beim Einkauf, beim Spazieren, im Zug oder bei der Arbeit begegne? Wie ist das bei Ihnen? Können nicht auch wir in freundlichen Begegnungen ein Zeichen sein, dass Fremde bei uns in unserer Kultur willkommen sind?

An Weihnachten feiern wir die Menschwerdung Gottes. Unser Schöpfer ist nicht nur für die Seinen, die an ihn glauben, Mensch geworden. Nein für alle Völker und Religionen, denn wir alle sind seine Geschöpfe.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Vorbereitung auf das Weihnachtsfest und wünsche Ihnen bereichernde Begegnungen, mit fremden Menschen in ihrer nächsten Nähe.

Stefanie Hug
Katechetin RPI



Ausschnitt Krippenspiel

Dieses Jahr wird das Krippenspiel an den Seniorenadventsfeiern dieser Woche erneut als Video gezeigt.
Diesmal eher filmisch inszeniert denn (wie letztes Jahr) als Theater.
So versuchen wir besonnen auf die Herausforderungen der Pandemie zu reagieren.
Nicht Corona hat uns im Griff, sondern wir Corona.
Als Schmankerl ein Liedausschnitt –
freuen Sie sich auf den Krippenspielbesuch am 24. Dezember.

Thomas Markus Meier, Pastoralraumleiter
und viele weitere beteiligte Mitarbeitende, Kinder und Jugendliche aus unserer Pfarrei



Alles vermag ich durch den, der mich stark macht

Liebe Schwestern und Brüder

Manchmal machen wir uns Gedanken, wie wir einen guten Weg finden können.
Gerade in der Zeit von der Pandemie, haben wir das Gefühl, dass die Hiobsbotschaften nicht mehr aufhören.
In solchen Situationen ist es gut, wenn wir uns unserer «inneren Stärke» bewusst werden.
Innere Kraft, die uns allen geschenkt ist. Gott schenkt uns diese Kraft.
Bei Gott können wir Kraft schöpfen.
Zuversicht für unser Leben.
Vertrauen darauf, dass wir nie allein sind

Wie können wir uns diese innere Kraft bewusst machen?
Ganz einfach. Schenken Sie sich Zeit.
Schenken Sie sich Zeit für die bewusste Begegnung mit Gott.
Werden Sie ruhig, zünden Sie eine Kerze an.
Oder gehen Sie in die Natur, machen einen Spaziergang im Wald, oder hören wunderschöne Musik.

Ich wünsche Ihnen viel innere Kraft in dieser Zeit.

Alex Hutter
Diakon / Spitalseelsorger



Worte

Filippo Neri lebte im 16. Jahrhundert in Rom. Er war Priester, ein beliebter Beichtvater und bekannt für seinen feinen Humor.

Folgende Anekdote wird von ihm erzählt:

Contessa Bianchi beichtete bei Filippo, dass sie immer wieder Schlechtes über Mitmenschen gesprochen habe. Zur Busse schickte er sie auf den Markt, sie solle ein Huhn kaufen und zu ihm bringen, es auf dem Weg aber sorgfältig rupfen. Schon am nächsten Tag kam die Frau mit dem völlig federlosen Tier und bekam nun die Aufgabe, die unterwegs verstreuten Federn einzusammeln; empört wies die Dame darauf hin, das sei unmöglich, der Wind habe die Federn inzwischen über ganz Rom verteilt. «Das hättest Du vorher bedenken müssen,» antwortete Filippo, «denn so wie du die Federn nicht wieder aufsammeln kannst, so kannst du auch die einmal ausgesprochenen bösen Worte nicht wieder zurücknehmen.»

Karin Flury
Katechetin RPI



November

Anfang November gehen wir Allerseelen,
Ende des Monats feiern unsere evangelischen MitbürgerInnen den Ewigkeitssonntag.
Die islamischen Jenseitsvorstellungen erzählen von einer schmalen Brücke
(wie hier im Hintergrund),
über die die Toten gehen müssen.
Derweil versuchen Teufel, die Menschen zu Fall zu bringen, sie abstürzen zu lassen.
Der türkische Sufimystiker Yunus Emre (um 1240 – um 1321)
hat Widerspruch eingelegt:
Ein Brücke werde gebaut, um drüber gehen zu können.
Ein Brücke wolle verbinden, nicht abstürzen lassen.
Ist das nicht auch das Wesen der Religion?
Dass sie uns neue Wege auftut, an neue Ufer führt,
auch an Andersorte?

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Gebet für den Frieden

Der Gemeinschaft der Brüder in Taizé ist das Gebet für den Frieden ein grosses Anliegen.

Das Gebet für den Frieden ist auch bei den weltweiten Treffen im Vordergrund, genauso wie in der ökumenische Nacht der Lichter in der evangelischen Stadtkirche in Frauenfeld.

Die Gebete, die Lieder und die Stille können die Herzen der Menschen bewegen und so den Frieden in die ganze Welt zu tragen.

Jesus, unsere Hoffnung, lass uns deine Stimme hören, wenn du zu uns sagst: Ich, Christus, liebe dich.

Hier liegt die Quelle inneren Friedens.

Alex Hutter
Diakon / Spitalseelsorger



Ich steh mit einem Fuyy im Grabe

So der Titel einer Bachkantate (BWV 156):
Gemeint, wir Menschen sind sterblich.
Mit einem Fuss sind wir schon im Grabe…
Auf der Pfarreireise diesen Herbst in die Lüneburger Heide
besuchten wir auch das Kloster Wienhausen.
Die evangelische Stiftsdame erklärte uns,
Wienhausen gelte auch als Oster-Kloster,
wegen der vielen Darstellungen, wie Christus aus dem Grabe steigt.
Grad anders also: Ich steh mit einem Fuss im Grabe –
nur noch ein Fuss im Grab, aber sonst schreitet er aus ins neue Leben.
Manchmal tritt er dabei auf die schlafenden Soldaten,
oder gar auf Ungeheuer.
In Erinnerung an Psalm 91:
«Du schreitest über Löwen und Nattern».
Wir hoffen, dem Heiland nicht nur in unserem Leben nachzufolgen,
sondern auch in seine Fussstapfen zu treten in das ewige Leben.
Daran denken wir an Allerseelen,
in der ersten Novemberwoche.

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Olypmisch

Im 1. Korintherbrief bringt Paulus ein Bild aus der Welt des Sportes.
In der Arena würden alle ihr Bestes geben – aber nur einer gewinnt.
Wir sind hier mit den Ministrantinnen und Ministranten
in Lausanne im olympischen Museum.
Als bunte Schar ist es wichtiger, dass wir es miteinander gut haben.
Nicht dass jemand sich von den andern abhebt.
Was meint Paulus? Wir sollten uns einfach voll und ganz einsetzen, engagieren.
Christentum nämlich will auch nicht einfach einen Sieger und viele Verlierer.
Christentum hat das olympische Motto, Mitmachen ist alles,
längst schon auf seine Fahnen geschrieben.
Das heisst aber nicht, dass wir nicht alles geben sollen.
Unseren Einsatz als sportliche Herausforderung. Mit Einsatz und Elan.

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Eindrücke Sola 2021

Jugendarbeit in der Pfarrei St. Anna: Gemeinschaft pflegen, Beziehungen fördern, den Glauben ins Spiel bringen.

Letzte Woche waren 44 Ministrantinnen und Ministranten für vier Tage in Lausanne.

Eines unserer drei Sommerlager fand dieses Jahr in Stäfa unter dem Motto «Abenteuerreise durchs Weltall» statt. 25 abenteuerlustige Kinder wurden von einem zwölfköpfigen Leiterteam auf die Reise begleitet. Auf ihrer Reise durch die Galaxien entdeckte die Truppe neue Planenten. Gewisse Bewohner dieser neuen Planeten waren sehr gastfreundlich, andere weniger…

Geniessen Sie einen bildgewaltigen Rückblick - und damit einein Einblick in unsere Jugendarbeit!

Alessia Ravara
Katechetin RPI i.A.



Zeiten des Glücks 3

Der letzte Wochenimpuls zum Thema Glück mit dem indischen Jesuit und Weisheitslehrer Anthony de Mello hat den schönen Titel: Das Glück ist ein Schmetterling oder Wege zu Achtsamkeit und Erleuchtung.

Im «Buch der Freude» unterhalten sich der Dalai Lama und Erzbischof Desmond Tutu über die acht Säulen der Freude und des Glücks: Blickwinkel verändern, Bescheidenheit, Humor, Akzeptanz, Vergebung, Dankbarkeit, Mitgefühl und Grosszügigkeit.

Anthony de Mello gibt uns mit seinen drei humorvollen Geschichten in diesem Wochenimpuls Beispiele für diese Wege zur Achtsamkeit und Erleuchtung – zu den acht Säulen der Freude.

Christoph Oechsle
Leiter Sozialdiakonie



Vernebelte Aussichten

Wenn man auf einen Berg fährt oder steigt, macht man das bei sonnigem Wetter und freut sich auf die schöne Aussicht. Das habe auch ich gemacht, allerdings waren da leider einige Wolken, die mir die Aussicht vernebelten.

Erst war ich enttäuscht, aber dann habe ich ein interessantes Schauspiel entdeckt: im Nebel erschienen manchmal Bergspitzen – und verschwanden wieder. Dafür kamen andere Gipfel zum Vorschein. Es war sehr spannend, immer wieder andere Einblicke in die Bergwelt zu sehen.

Für mich ist das wie im Leben: Wenn wir alles in Fülle haben, merken wir gar nicht, was wir alles besitzen. Erst wenn gewisse Dinge nicht mehr sichtbar, nicht mehr möglich, nicht erreichbar sind, schätzen wir das, was wir haben wieder mehr und können uns auch über Kleinigkeiten - wie einzelne Bergspitzen – freuen.

Heidi Guggenbühl
Seelsorgemitarbeiterin



Armenbibel

Fast schon eine ungewollte Pointe:
Die «Biblia Pauperum», die «Armenbibel»,
sei etwas für AnalphabetInnen, für Ungebildete.
Bös gesagt: Das können nur jene Ungebildeten sagen,
die noch nie eine Armenbibel gesehen haben.
Ein komplexes Werk, verständlich nur durch Textlegenden…
Im Bild sehen wir eine selten ausgelegte Bibelstelle (2 Kön 2,23-25):
42 Jugendliche, die Elischa als «Glatzkopf» verspottet hatten,
werden von zwei Bären zerrissen.
Eine Stelle mit kaum spirituellem Tiefgang.
Eine Stelle auch, die mir bei jedem Wiederlesen als
überraschend und neu vorkam.
Bis ich in einer Tagebuchnotiz von Mark Twain las,
wie seine Tochter Susy auf diese Bibelstelle reagiert hatte.
Eine hübsche Pointe:
Sie habe über das ganze Gesicht gestrahlt und gemeint:
«Endlich mal eine Bibelstelle, die gut ausgeht –
für die Bären»…

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Ein Gutes bringt das andere

«Ein Gutes bringt das andere» - das war ein Rat von Bruder Klaus.

Einander Gutes tun, soll auch heute die Grundlage sein vom Umgang von Menschen miteinander.

Bruder Klaus war Bauer, Soldat, Politiker, Ratgeber, Gottessuchender.
Ein Mann, dessen Ratschläge weit herum gefragt waren.

Der Bruder Klaus hat sehr viel Zeit im Gebet verbracht. Aber Bruder Klaus ist kein weltfremder gewesen.

Seine Ratschläge sind nicht abgehoben, sondern sehr konkret.
Die Vorschläge von Bruder Klaus sind von zwei Dingen geprägt gewesen:
einem unerschütterlichen Gottvertrauen
und der festen Überzeugung, dass es bei Konflikten nur weitergeht, wenn alle Beteiligen miteinander reden und füeinander schauen.
«Ein Gutes bringt das andere»

Liebe Schwestern und Brüder
Am 18. September feiern wir das Patroziniumsfest Bruder Klaus in Gachnang.
Ich diesem Gottesdienst feiern wir gleichzeitig auch die Nach-Institutio von Petra Mildenberger.
Nach dem Studium und einer zweijährigen Berufseinführung hat Bischof Felix Petra Mildenberger in den ständigen Dienst als Seelsorgerin des Bistums Basel aufgenommen.
Alle sind herzlich eingeladen zu diesem Festgottesdienst.

Alex Hutter
Diakon / Spitalseelsorger



Zeiten des Glücks 2

Im zweiten Wochenimpuls mit meinem Lieblingsphilosophen Anthony de Mello zum Thema Glück geht es um die Frage, wie man der Angst begegnen kann.

Im «Buch der Freude» beschreiben der Dalai Lama und Erzbischof Desmond Tutu Hindernisse auf dem Weg zur Freude, dem «Herzen des Glücks»:

Furcht und diffuse Ängste, Wut und Ärger, Traurigkeit und Kummer, Verzweiflung, Einsamkeit, Neid, Leiden und Schicksalsschläge, Krankheit und Todesfurcht.

Anthony de Mello, indischer Jesuit und Weisheitslehrer gibt keine Ratschläge zum Umgang mit diesen Hindernissen. Er erzählt in seinen Büchern kurze Geschichten voller Humor, deren nicht immer leicht zu verstehende Weisheit mir persönlich schon oft geholfen hat.

Viel Vergnügen und spirituelle Anregung bei drei Geschichten zum Umgang mit der Angst.

Christoph Oechsle
Leiter Sozialdiakonie



Aufräumen

Aufräumen und Ausmisten sind nicht meine Lieblingsbeschäftigungen. Vieles kann ich mit Leichtigkeit wegwerfen, aber bei anderen Dingen muss mich immer neu entscheiden: wegwerfen oder behalten. Das ist für einen Sammlertypen Schwerarbeit.

Ich weiss sehr gut, dass der Text im Matthäusevangelium 6,19-20 helfen könnte:

«Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen!»

Welche Schätze behalte ich?

Ich habe vor kurzem ein Buch gelesen in dem unter anderem von einem jungen Mann erzählt wurde, der auch mit aufräumen beschäftigt war und nicht wusste, was er wegwerfen sollte. Da erinnerte er sich, dass er mit nur einem Koffer an diesem Ort angekommen war. Kurzerhand füllte er genau diesen Koffer mit den wichtigsten Dingen, alles andere kam weg.

Diese Geschichte kam mir wieder in den Sinn, als ich Bilder aus Griechenland sah, wo Menschen nur mit einem Koffer vor den Waldbränden flohen.

Nur ein Koffer. Was würde ich da hineintun?

Heidi Guggenbühl
Seelsorgemitarbeiterin



Adieu

Die St. Ursenkathedrale in Solothurn
thront auf einer Terrasse hoch über der Aare.
An Maria Himmelfahrt wurde dort Weihbischof Denis verabschiedet.
Abschiede gehören zum Leben.
Wir verabschieden uns vom Sommer.
Wir nehmen aber auch Abschied von Wünschen, Träumen.
Das kann auch entlasten.
Ursprünglich waren zwei Türme vorgesehen gewesen,
der Südturm aber brachte den Bau aus dem Lot.
Also blieb es beim Nordturm.
Der Abschied von der Doppelturmidee entlastete wortwörtlich.
Abschiede können auch frei machen.
Adieu: a Dieu – Gott übergeben, offen werden für Neues, Anderes.

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Die Augen öffnen

Die Schöpfung ist einzigartig! Das es diese zu bewahren gilt, wurde mir in Island wieder etwas mehr bewusst. Die einzigartige Landschaft der Insel brachte mich zum Staunen. Die Weite der einsamen Wiesenlandschaft und der Blick aufs Meer laden zum Verweilen und Innehalten ein. Genau hinschauen und im Kleinen etwas entdecken macht das eintönige Lavagesteinfeld zu einem spannenden Ort.

Schöne Orte sind nicht nur in der Fremde zu finden. Auch in unserem Alltag sind sie vorhanden, der Lieblingsplatz im Wald, der eigene Garten, auf dem See… - sie laden zum Einkehren und Kraft tanken ein. Ein Ort, der den Alltag kurz vergessen lässt und die Sinne für das Schöne öffnet.

Alessia Ravara
Katechetin RPI i.A.



Cetologie

Am Strand von «Minis unter Freunden».
Meeresgetier ohne Zahl.
Hätte ich mitgemalt, wär sicher noch ein Pottwal dabei.
Bei Moby Dick als Symbol grosser, tiefer Mysterien.
In Psalm 104 hat Gott den Leviathan,
eine Art Meerdrachen, bei Hiob das Krokodil,
geschaffen, um mit ihm zu spielen.
Wir müssen nicht alles tierisch ernst nehmen.
Gott, und der Glaube, haben auch was Spielerisches, Leichtes.
Schönen Sommer!

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Zeiten des Glücks 1

Was ist Glück? Jeder Mensch stellt sich irgendwann im Leben diese Frage. Grössere Freiheit, weiterer Horizont, ein Leben ohne Zwänge? De Mello, indischer Jesuit und Weisheitslehrer, liegt daran, dass uns bewusst wird: Häufig jagen wir Dingen wie Reichtum, Ruhm, Ehre, Macht, Luxus... hinterher. Aber Glück ist anders. Der Schlüssel zu ihm liegt vielmehr im eigenen Herzen, in der eigenen Seele.

Östliche Weisheit ist die eine, die christliche Überlieferung etwa der ignatianischen Exerzitien eine andere Schule aus der die Einsichten de Mellos kommen. Humor prägt seine Spiritualität und die Geschichten, die er erzählt. In vielen seiner Geschichten steht «der Meister» im Mittelpunkt. Er zitiert Pascal ebenso wie die chassidischen Rabbinen, Jesus ebenso wie Sokrates und die Sufimeister genauso wie die christlichen Mystiker.

Spuren, denen man nachgehen kann, gibt es in jeder Kultur. Den Weg müssen wir alle selbst finden.

Ich wünsche Ihnen alles Gute, Gottes Segen und viel Freude – dem «Herzen des Glücks».

Christoph Oechsle
Leiter Sozialdiakonie



Kirche Felben

Zwischen Thur und Schloss Wellenberg liegt Felben-Wellhausen. Am Rande des Dorfes zur Thur hin liegt die reformierte Kirche Felben, wo wir Katholiken Gastrecht geniessen.
Aber warum nur liegt die Kirche so nahe der Thur im Gefahrengebiet für Überschwemmungen?

Die Legende gibt uns eine Erklärung dafür.
Als Felben und Wellhausen noch kleine Dörfer waren, hatten sie keine eigene Kirche, sie mussten nach Pfyn zur Kirche gehen. Dass das nicht so einfach war, beschreibt ein Zitat aus dem Büchlein: Die Geschichte der evangelische Kirche Felben von Jakob Schmid:
«Da es über die Thur noch keine Brücke gab, musste der Weg über sogenannte Furten gesucht werden, was bei niederem Wasserstande und weil der Fluss noch durch keine Dämme eingeengt war, ohne Gefahr bewerkstelligt werden konnte. Bei Hochwasser aber und bei Dunkelheit war der Übergang geradezu lebensgefährlich; denn gar leicht konnte man in ausgeschwemmte Stellen, sogenannte Giessen, geraten und ertrinken.»

Man erzählt man sich, dass an einem stürmischen Tag und bei Hochwasser das «Fräulein» von Schloss nach dem Kirchgang mit einem Boot von Pfyn her über die Thur setzte. Aber das Boot trieb wie eine Nussschale auf dem Wasser, alle fürchteten um ihr Leben und begannen zu beten. Das Schlossfräulein gab sogar ein Versprechen ab: Wenn Gott sie errette, dann wolle sie eine Kapelle auf Felbener Seite stiften. Das Abenteuer ging gut aus. Und man sagt, dass an dieser Stelle, wo das Boot schliesslich gestrandet war, eine Kapelle errichtet wurde. Daher steht die Kirche Felben so nah am Fluss.
In dieser Kapelle durften aber nur Sonntagsgottesdienste gehalten werden, keine Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen. Daher wollten wollten die Menschen aus Felben und Wellhausen sich im Jahr 1484 von Pfyn lösen und eine eigene Pfarrei gründen. Der Kampf um eine eigene Pfarrei dauerte jahrelang, sogar der Papst wurde um Hilfe angerufen. Aber die Auflagen für eine eigene Pfarrei waren für die beiden kleine Gemeinden Felben und Wellhausen zu gross, sie konnten es sich nicht leisten.
Diese Streitereien waren mit ein Grund, dass die Einwohner von Felben und Wellhausen mit ihrem Kaplan im Jahr 1530 geschlossen zum reformierten Glauben übertraten.

Nach den Kappelerkriegen, in der Gegenreformation, änderte sich die Situation für die Reformierten aber drastisch. Ich zitiere:
«Gemeinden, die schon reformiert waren, durften es bleiben, wo aber noch ein Altar stand oder aufgestellt werden konnte, durfte er nicht mehr entfernt werden und es durften wieder katholische Gottesdienste gefeiert werden. In Pfyn gelang es den Katholiken einen Altar in die Kirche zu tragen, diese Kirche ist bis heute paritätisch. In Felben aber verteidigten die Bürger ihre reformierte Kirche mit Mistgabeln und anderen Waffen, so dass kein Katholik in die Kirche eindringen konnte und die Kirche reformiert blieb. Die Katholiken wurden aus dem Dorf vertrieben. Erst mehr als hundert Jahre später wird schriftlich erwähnt, dass Franz Christof von Ulm von Schloss Wellenberg mit seinen Söhnen zum Glauben seiner katholischen Frau übertrat.»

So kamen auch wieder Katholiken in die beiden Dörfer. Heute geniessen wir Katholiken Gastrecht in der reformierten Kirche. Die Ökumene funktioniert.
Nur Weihrauch ist immer noch verboten.

Heidi Guggenbühl
Seelsorgemitarbeiterin



S(ch)ichtwechsel

Der Teich schwappt von draussen, vom Park, hinein
ins Museum:
Was ist innen, was aussen? Was zentral, was am Rand?
Die Sommerferien («Schichtwechsel») können einladen
zu neuen Perspektiven («Sichtwechsel»).
Schönen Sommer!

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



«Sünnele» im Licht von Gott

Die Schöpfung schenkt uns zur Zeit wunderschöne Tage mit viel Sonnenschein. Das Sonnenlicht ist auch die Grundlage jeglichen Lebens auf unserem Planeten. Ohne Sonnenlicht geht nichts. Die Blätter der Bäume glänzen formlich von ihrem Spiel im Licht der Sonne. Der Himmel zeigt sich im intensiven Blau. Mensch, Tier und Pflanzenwelt erfreuen sich in diesen Tagen an der Schönheit und der Kraft der Sonne.

Entsprechend verhält es sich mit dem Licht Gottes. Wir können gar nicht bestehen ohne Gott. Ohne Gott gäbe es nichts. Gott schenkt uns täglich sein Halten und Tragen in dieser Welt. So dürfen wir auch ganz bewusst uns «Sünnele» im Licht Gottes. Das Schöne daran ist, dass es nicht wetterabhängig ist und auch nicht abhängig von der Tageszeit. Ob bei Tag oder bei Nacht, ich darf gewiss sein, Gott ist da, trägt mich, schenkt mir sein himmlisches Licht, voller Kraft, Stärke und Heil.

Manchmal, wenn ich in der Nacht aufwache, stelle ich mir bildhaft vor, wie meine Seele vom Licht Gottes angestrahlt wird und mir dabei Kraft und Zuversicht schenkt. Dazu spreche ich dann oft ein Gebet. Manchmal nur ein ganz kurzes Gebet: «Jesus». Immer wieder erfahre ich dabei Segen Gottes. Probieren sie es auch: «Sünnele» im Licht von Gott.

Alex Hutter
Diakon / Spitalseelsorger



Abou Eyüp

«Gelobt sei, der uns dies dienstbar hat» (Sure 43,13):
Diese Koranzeilen schmücken im Orient Autos, Busse, Fahrzeuge aller Art.
Mit «der uns dies dienstbar hat» war ursprünglich das Kamel gemeint:
Gott hat es uns zu guten Diensten gemacht.
Wie bei uns eine Christopherus-Plakette Schutz bei Autofahren angedeihen will,
so in der muslimischen Welt obiges Koranzitat.
Wie das Kamel sich reiten lässt, so auch ein Töff, ein Auto, etcetera.
Das Kamel, das dabei so viel ertragen muss, wird Abou Eyüp genannt: Vater Hiob.
Wie auch dieser eben manches in Geduld ertrug.
Bleiben auch wir gelassen und geduldig unterwegs!

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Tauftäfelchen

Die Tauftäfelchen in unseren Kirchen sind ein Zeichen für die vielen Kinder die in unserer Pfarrei getauft werden. Jeweils im Frühling sind alle Tauffamilien eingeladen zu einer kleinen Feier im Klösterli, als Dank für geschenktes gemeinsames Leben und als Bitte um Gottes Segen für die Täuflinge.

Ganz am Anfang vom Leben spricht Gott zu jedem Kind die Worte: «Du bist mein geliebter Sohn, Du bist mein geliebte Tochter, an Dir habe ich Wohlgefallen gefunden.» Diese Worte hat Gott bei der Taufe am Jordan zu Jesus gesprochen. So wie Gott Jesus als seinen Sohn annimmt, so nimmt Gott jeden Menschen an, als sein Kind, als Kind Gottes. Wir alle sind Töchter und Söhne Gottes; geschaffen als Ebenbilder Gottes. Für diese Gotteskindschaft dürfen wir Gott immer wieder danken; und wir dürfen Gott dafür loben und preisen.

Diese Tauftäfelchen hier in der Stadtkirche und alle Tauftäfelchen in unseren Kirchen unserer Pfarrei, werden an der Tauffamilien Feier wieder den Eltern zurückgegeben. Und wir dürfen uns dann wieder freuen auf viele Täuflinge und viele neue Tauftäfelchen.

Alex Hutter
Diakon / Spitalseelsorger



Spiritueller Kraftort

Haben Sie auch einen spirituellen Kraftort an dem Sie gerne beten, meditieren und neue Kraft für die alltäglichen Aufgaben schöpfen?

Bei mir ist es neben den Gebetstreffen in der Communauté de Taizé das Schloss Ralligen der Christusträgergemeinschaft am Thunersee. Folgen Sie mir im Videoimpuls zu einem kurzen Rundgang in Ralligen und spüren Sie die besondere Atmosphäre.

Weitere Informationen und Eindrücke finden sie hier:
Christusträger Bruderschaft
Christusträger Bruderschaft in Rallingen

Ich wünsche Ihnen alles Gute, Gottes Segen und viele spirituelle Kraftorte

Christoph Oechsle
Leiter Sozialdiakonie



Gelassenheitsgebet

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.


Dieses Gebet begleitet mich seit meiner «Sturm und Drang» Zeit, als noch die glaubte, die Welt verändern zu können. Das Leben lehrt uns, dass wir vieles nicht verändern können. Das gilt besonders für die Mitmenschen. Wir können sie nicht ändern, nur uns selbst!
Diese Auseinandersetzung mit sich selbst ist nicht einfach, darum hilft die Bitte um den Mut, es zu tun.
Herauszufinden, was sich zu ändern lohnt ist schwierig. Hilfe kann das Leben von Jesus sein: Er hat sich eingesetzt für Arme, Schwache, Unterdrückte. Sich dafür einzusetzen lohnt sich auch heute noch.
Und manchmal es ist doch so, dass man mit Mut zur Gelassenheit und so zum Ziel kommt.

Heidi Guggenbühl
Seelsorgemitarbeiterin



Echo

Wie ein Echo vom Paradies wirkt die Landschaft:
Schneeberge, blauer (Vierwaldstätter-)See, Voggelgezwitscher.
An der (nachgeholten) Weiterbildung (vom letzten Jahr)
lesen wir die ersten elf Kapitel der Genesis.
Alte, altbekannte Geschichten.
Eine Relecture. Wieder-Lesen als Neu Lesen.
Neu hinschauen auf scheinbar Bekanntes.
Das hiesse religiöse Bildung. Geistliches Unterwegsbleiben.
Hinschauen ohne Scheuklappen.
Neue Blicke. Frische Einsichten.

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Die Heilige Geistkraft

Von unten nach oben gelesen stellt das Altarfresko unserer Stadtkirche
die Trinität dar:
Erdennah der Auferweckte, Christus.
Er fährt auf zum Vater, zum Schöpfergott.
Über dem Fresko, dreidimensional, die Taube der Heiligen Geistkraft.
Im Hebräischen klar weiblich: die Ruach.
Das Winden und Wehen. Gemeint auch die Geburtswehen.
Ein berühmtes Trinitätsfresko aus Urschalling am Chiemsee
zeigt Gottes Heilige Geistkraft. Weiblich.
Grammatikalisch weiblich im Hebräischen;
im Griechischen dann neutrum: Pneuma;
lateinisch maskulin: Spiritus.
Mit der Formulierung «Heilige Geistkraft» wird
die weibliche Dimension Gottes deutlich.
Pfingsten hat schliesslich auch mit Sprachwunder zu tun…

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Prognose

Wir sind im Monat Mai - aber das Wetter spielt wie im April.
Die Wetterprognosen sind durchzogen.
Nicht gerade das, was wir uns wünschen für die verlängerten Wochenenden.

Prognosen sind Annahmen, betreffen die Zukunft, treten ein - oder auch nicht.

Ist auch unser Glaube eine Prognose?
Dazu mehr im Video!

David Hug
Katechet / Jugendarbeiter RPI



Bücherliebe

Ich weiss gar nicht wann ich die Welt der Bücher entdeckt habe. Wahrscheinlich als ich in der Schule lernte Buchstaben aneinanderzureihen und diese dann Wörter ergaben. Bald einmal war ich Dauergast in der Schulbibliothek und war fasziniert von dieser Welt die sich in den Büchern für mich auftut.

Diese Faszination ist bis heute geblieben und hat sich zu einer tiefen Liebe entwickelt.

Manche Bücher ermöglichen mir einen neuen Blickwinkel den ich so noch gar nicht wahrgenommen habe. Die Menschen in den Büchern lassen mich teilnehmen an ihrer Welt und ich lerne etwas von ihrer Kultur, ihrem Hintergrund und kann Verständnis für das eine oder andere entwickeln. Gerade jetzt lese ich ein Buch, dass mich in die Welt der Jüdinnen und Juden mit hineinnimmt. Ursprünglich aus Kroatien, sind sie während und nach dem zweiten Weltkrieg über Italien und der Schweiz nach Deutschland gekommen.

Das wirft in mir die Frage auf: Was ist Heimat? Was bedeutet Heimat für mich?

Im Duden wird Heimat wie folgt definiert: Land, Landesteil oder Ort, in dem man [geboren und] aufgewachsen ist oder sich durch ständigen Aufenthalt zu Hause fühlt (oft als gefühlsbetonter Ausdruck enger Verbundenheit gegenüber einer bestimmten Gegend).

Ich fühle mich hier in Romanshorn daheim, in unserem Haus und in unserem Garten ganz besonders. Viele Orte in und um Romanshorn erzählen mir und meiner Familie Geschichten die nur wir verstehen, weil wir sie miteinander erlebt haben.

Guter Gott, schenke uns Heimat auf dieser Erde,
bei Menschen, denen wir uns zugehörig fühlen,
bei Menschen, denen wir vertrauen,
und an Orten, wo wir uns wohlfühlen.
Lass uns dabei nie vergessen,
dass wir in deinen Augen wertvolle Menschen sind,
dass du zu uns stehst und mit uns durchs Leben gehst.
Amen

Karin Flury
Katechetin RPI



Dreierlei

Im Film Nymphomaniac des dänischen Regisseurs Lars von Trier
erklärt einer durch ein dreistimmiges Orgelstück die ganze Welt.

Dabei zitiert er den Choral im englisch gesprochenen Film auf deutsch:
«Ich ruf zu dir, Herr Jesus Christ».

Zuerst wird der Bass gezeigt, der das Fundament abgibt.
Die linke Hand spielt die Begelitung, die rechte die Choralmeldodie.
In der Musik hören wir erst ab drei Stimmen, ab einem Akkord die Tonart,
ist es dur oder moll…

Im klassischen Berndeutsch wird unterschieden:
zwee, zwo und zwöi:
zwee Manne, zwo Froue, zwöi Chind.

Andere Sprachen, etwa das Hebräische unterscheidet
Einzahl, Zweizahl, Vielzahl.

Ab drei beginnt das eigentlich Vielstimmige…

Viele Religionen kennen Dreiheiten, sogenannte Triaden,
ähnlich die Philosophie:
These, Anti These, Synthese.
Im Choral legt der Bass das Fundament,
häufig als Kontrapunkt,
als Gegenmelodie, die Weite schafft.

Und dazwischen schafft die Begleitmelodie eine Verbindung
zur Oberstimme, zur Hauptmelodie.

Vielleicht ein Bild für unser Leben:
Es plätschert nicht monoton,
sondern unsere Hauptmelodie wird unterlegt durch den Bass, das Fundament:
Das, worauf wir gründen.
Das, worauf wir stehen.
Bei der Orgel wortwörtlich mit den Füssen, die das Pedal bedienen.

Unsere individuelle Melodie unterlegt durch das Fundament des Glaubens,
und dazwischen der weite Raum für allerlei Zwischentöne.

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Wochenimpuls "Kunterbunte Bibeltage"

Gott meint es gut mit uns!
Gott stellt seinen bunten Regenbogen in den Himmel –
Es kommt gut!

Gunhild Wälti
Katechetin / Sozialpädagogin



Unser tägliches Brot?

Fast alltäglich ist sie geworden, die Bitte um das «tägliche» Brot.
Nur: Eigentlich ist es sehr unklar, was mit «tägliche» wirklich gemeint ist.
Im griechischen Neuen Testament steht da ein Wort, das
einzig und grad nur im Vater Unser vorkommt!
Hieronymus nutzt die Möglichkeit, es bei Matthäus und Lukas unterschiedlich wiederzugeben.
Bei Lukas wählt er «täglich», bei Matthäus «supersubstantialem»:
Das kann das «zum Leben notwendige» Brot bedeuten,
aber auch das super-substantialem: über-substantielle, spirituelle, übernatürliche Brot heissen.
Das Himmelsbrot.
Manchmal tut das konkrete, reale, natürliche Brot Not.
Wir müssen etwas zu Essen haben.
Aber auch das übernatürliche Brot brauchen wir.
Geistige Nahrung.
Bei übervollen Agenden, getakteten Kalendern: Sich kleine Freiräume offen halten.
Für den Einbruch des Himmels…

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Wasser

Alle meine Quellen entspringen in dir, in dir mein guter Gott.
Du bist das Wasser, das mich tränkt und meine Sehnsucht stillt.


Wasser fasziniert, vor allem Quellen. Dort wo das Wasser ohne Unterlass aus dem Boden quillt. Reines, lebendiges Wasser, das erfrischt und den Durst löscht. Die Quelle ist daher ein Bild für den Ursprung des Lebens. Wasser ist unser elementarstes Lebensmittel. Mehr als drei Tage können wir nicht überleben, ohne zu trinken.

Doch es gibt nicht nur den Durst nach Wasser – es gibt auch einen spirituellen Lebensdurst. Davon spricht das Lied. Es reicht nicht, satt zu sein und ein Dach über dem Kopf zu haben. Leben bedeutet viel mehr.

Alle meine Quellen entspringen in dir, in dir mein guter Gott.
Du bist das Wasser, das mich tränkt und meine Sehnsucht stillt.


Sehnsüchte haben wir alle. Sehnsucht von den anderen wahrgenommen zu werden. Sehnsucht sich nicht verstellen zu müssen, sondern sein zu dürfen, wie ich bin.
Bei Gott kann ich das. Er kennt mich und nimmt mich an, so wie ich bin, mit meinen Stärken und Schwächen.

Aber wie finde ich diese Quelle in mir?
Wenn ich still werde und in mich eintauche. Wenn ich mich Gott öffne, auf seine Stimme in meinem Inneren höre, dann kann ich zu dieser Quelle kommen.

Wie geht das?
Ich versuche, eine Zeit der Stille in meinen Alltag einzubauen, eine Zeit nur für mich und Gott. Eine Kerze anzünden, ein Gebet kann helfen in diese Stille zu kommen.

Dazu ein Text von Ignatius von Loyola:

Herr öffne mir die Augen
Mach weit meinen Blick und mein Interesse
damit ich sehen kann, was ich noch nicht erkenne.
Herr gib mir ein grosszügiges Herz,
das sich deinem Wort überlässt
und zu tun wagt, was es noch nicht getan hat.
Herr ich weiss, dass ich nur lebe.
wenn ich mich von dir rufen und verändern lasse.
Amen


Lied hören? Klicken Sie dazu hier.

Heidi Guggenbühl
Seelsorgemitarbeiterin



Frohe Ostern

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Und wenn die Welt Kopf steht…

Ein berühmter Spruch zur Nachfolge:
Wir sollen unser Kreuz auf uns nehmen.
«Jede trage ihr Kreuz» hier spielerisch missdeutet:
Das Kreuz als Modeaccessoire.
Es ist jedoch ein Unterschied, ob wir etwas in Kauf nehmen,
ein Kreuz tragen, um einer höheren Sache willen –
oder ob wir uns selber unser Kreuz suchen als Selbstquälerei.
Corona fordert uns viel ab.
Alle müssen wir hier beitragen, dass es wieder gut kommt.
So gesehen tragen wir hier mit an einem ungewollten Kreuz.
Und hoffen, dass die Lebenskräfte durchkreuzen,
was lähmt und schwächt.
Alles, im erneuernden Sinn, wieder z’underopsi kommt.

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Segen to go

Einen Segen oder gute Wünsche können wir besonders auch in diesen Zeiten gut gebrauchen. Die diesjährigen Firmand*innen ihre Pat*innen haben viele verschiedene Segen und Wünsche notiert.

1. Bitte bedienen Sie sich mit einem Segen, er soll sie die nächsten Tage und Wochen begleiten!
2. Herzliche Einladung an Sie ebenfalls einen Segen oder guten Wunsch für jemanden zu notieren. Es liegen Post-it’s und Stifte dafür bereit.

Vielen Dank fürs Mitmachen und eine gute Zeit!

Das Firmteam


Hungertuch 2021 «Du stellst meine Füsse auf weiten Raum»
von Lilian Moreno Sánchez

Der gebrochene Fuss auf dem Hungertuch ist der Fuss eines Menschen, der gegen Ungleichheit demonstrierte und dabei verletzt wurde. Der gebrochene Fuss steht für die Verletzlichkeit der Menschen – der eigenen Verletzlichkeit und auch der Möglichkeit andere verletzen können.

«Du stellst meine Füsse auf weiten Raum» – dieser Vers aus Psalm 31 steht als Titel über dem Hungertuch. Dieser Vers steht für eine positive Botschaft. Er beschreibt, was im Glauben alles möglich ist. Das Bild des Fusses spricht von Aufbruch, Bewegung und Wandel. Das Wort vom «weiten Raum» lässt uns aufatmen, wenn die Füsse schwach werden.

Die goldenen Blumen stehen im Kontrast zum verletzten Fuss. Wir Menschen sind gerufen , Wege zu gehen in den weiten Raum der Solidarität, der Hoffnung und der Liebe. Die goldenen Blumen erinnern daran, dass das Schöne, das Gute und das Freundliche trotz der Gewalt Teil dieser Welt sind.

Vielleicht wirkt Gottes Wort genauso. Trotz dem Schrecken in dieser Welt ist neues Leben möglich. Wir können uns dazu überlegen:

• Wie wirkt Gottes Wort in meiner Welt?
• Was nehme ich in Kauf, um auf dem geraden Weg zu bleiben?

Weitere Gedanken dazu finden Sie im Meditationsheft 2021 der beiden Hilfswerke Fastenopfer/Brot für alle.

Alex Hutter
Diakon / Spitalseelsorger



Kirchenbau

Franz von Assisi erhielt im Traum den Auftrag, baue meine Kirche wieder auf!
Er verstand das wörtlich. Und begann, ein verfallenes Kirchlein zu renovieren.
Gemeint aber: Franziskus, baue meine Kirche, die geistliche Gemeinschaft, wieder auf…
Kirchenbau als Bild für Gemeinde-Aufbau.
Später standen die Päpste aber wirklich vor dem Problem, dass Alt-St. Peter baufällig geworden war.
Was tun? Restaurieren, umbauen, neu bauen?

Der Neubau/Umbau des Petersdoms kann wie ein Sinnbild dafür sein,
wie Umbau, Renovation/Reformation gelingen kann.

Zuerst dürfen wir wirklich gross denken. Weite Pflöcke einschlagen.
Das wurde so gemacht mit der Grundidee, den Plänen durch Bramante (Assistent: Sangallo).
So wurden die Dimensionen entworfen, Proportionen vorgegeben, hinter die es kein Zurück gab.

Das ganze drohte aber zur Bauruine zu verkommen.
Nun musste Michelangelo das Projekt retten.
Er redimensionierte, was ins Uferlose auszuwuchern drohte,
baute er zurück, stutzte aufs rechte Mass.
Sodann betonte die tragenden Strukturen, verstärkte das Wesentliche, vereinfachte.

Gross denken, weite Ziele stecken, und dann konkret am Machbaren bauen:
Ein Bild für Kirchenerneuerung auch heute.

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Klimagerechtigkeit – jetzt!

Für diese Fastenzeit haben die beiden Hilfswerke «Fastenopfer» und «Brot für alle» das Thema «Klimagerechtigkeit – jetzt!» ausgewählt. Sie wollen damit betonen wie wichtig es ist, dass wir jetzt der Schöpfung Sorge tragen. Alle Geschöpfe von unserer Erde wollen leben: Pflanzen und Tiere von allen Arten, Menschen rund um die ganze Welt, in Russland genauso wie in Sambia. Der Text aus dem Buch Deuteronomium ist so aktuell, wie wenn er für die heutige Zeit geschrieben wäre:

«Ich rufe heute den Himmel und die Erde an als Zeugen gegen euch: Das Leben und den Tod habe ich dir vorgelegt, den Segen und den Fluch; erwähle nun das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen, und liebe den Herrn, deinen Gott, höre auf seine Stimme und halte dich an ihn - das ist dein Leben.» Dtn 30,19-20

Die Aufforderung von Mose, das Leben zu wählen, ist für uns ganz wichtig. Es geht nämlich um unser eigenes Leben und das Leben unserer Mitmenschen und Mitgeschöpfe, das Leben unserer Vorfahrinnen und vorallem um das Leben von unserer Nachkommen, unserer Kinder und Kindeskinder, um das Leben hier bei uns und das Leben im Süden dieser Welt.

«Wähle das Leben, damit du lebst und die Menschen, die nach uns kommen, auch leben können!»

Damit wir der Schöpfung Sorge tragen können und dabei auch die notleidenden Länder unterstützen können, ist ein einfacherer Lebensstil von allen Menschen notwendig. Gerade die Fastenzeit gibt uns die Chance unseren Horizont zu erweitern und zu überlegen was uns gut tut und der ganzen Schöpfung.

Alex Hutter
Diakon / Spitalseelsorger



50er Grenze

Seit vielen Wochen gilt nun schon die 50-Personen-Regel in allen Gottesdiensten. Dies obwohl die Stadtkirche Platz für viel mehr Gläubige mit genügend Abstand zulassen würde. Mit 50 Personen erscheint die Kirche ziemlich leer und man fühlt sich etwas verloren in der grossen Kirche.

Dies macht auch mich als Privatperson und Mitglied vom Seelsorgeteam traurig. Trotzdem dürfen wir dankbar sein, können wir Gottesdienst feiern. Ich kann mich gar nicht daran erinnern, wann ich zuletzt mit meiner Familie am Sonntag im Gottesdienst in Frauenfeld war. Ich schätze die Gemeinschaft der Gläubigen sehr und vermisse diese.

In diesen Wochen besuche ich mit meiner Familie oftmals Gottesdienste in den anderen Ortsgemeinschaften oder den Freitagabendgottesdienst. Hier gibt es meist noch etwas freie Plätze für uns. So möchte ich Sie ermutigen, halten Sie durch, besuchen sie gerne auch Gottesdienste ausserhalb von Frauenfeld und beten und hoffen wir gemeinsam auf eine baldige Lösung!

David Hug
Bereichsleitung Kind-Jugend-Familie



Geliebt und getragen

Ich bin geliebt und getragen

Ich gebe viel
Tag und Nacht
Setze mich ein mit Herzblut
Gehe an meine Grenzen

Dabei bin ich geliebt und getragen

Ich habe viel erhalten
Mein Leben,
So wie ich bin
Mensch voller Sinne
Einzigartig
Würdevoll

meine Mitmenschen
liebend und fordernd
fürsorglich und distanziert
mit mir im Leben

Ich bin geliebt und getragen

Ich bin nicht alleine
Schon immer, von Anfang an, gemeinsam unterwegs
Unterwegs mit Menschen die mir gut tun
In Situationen von Not, Stress und Ueberforderung
In Situationen von Freude, überschwenglichem Glück

Ich bin geliebt und getragen

Ich kenne mich gut
Liebevoll,
hilfsbereit
empathisch
zu viel Sachen im Kopf
schaff ich das alles
ist alles zuviel?

Ich weiss was mir gut tut
Was mir hilft in der Not
Musik, Gebet, Natur, Bewährtes, zum Auftanken

Ich bin geliebt und getragen
von der Schöpfung - von Menschen - von Gott

Alex Hutter
Diakon / Spitalseelsorger



Spuren

Im Schnee wandern ist herrlich, vor allem dort, wo noch niemand gegangen ist. Da kann ich meine Spur hinterlassen.

Im Leben Spuren zu hinterlassen ist schwieriger. Berühmt werden wäre eine Möglichkeit. Dafür müsste ich etwas Grosses leisten: ein Buch schreiben, ein Bild malen, etwas erfinden. Diese Gabe aber ist nicht allen gegeben.

Ich halte mich da an das Lied: «Der hat sein Leben am Besten verbracht, der die meisten Menschen hat froh gemacht» oder an das Motto der Pfadi: «jeden Tag eine gute Tat». Das muss ja nichts Grossartiges sein. Es genügt eine kleine Geste: ein Blinzeln hinter der Maske, dem Anderen den Vortritt lassen, zuhören, usw.
Ich glaube wir müssen nicht sein wie Goethe, Einstein, Columbus oder Michelangelo.
Wenn wir in den Herzen der Menschen Spuren hinterlassen, sind diese genau so wertvoll.

Und das können wir alle.

Heidi Guggenbühl
Seelsorgemitarbeiterin



Was bleibt von Weihnachten?

Weihnachten ist vorbei. Kein anderes christliches Fest ist kulturell so in unserer Gesellschaft verwurzelt, wie Weihnachten. Kein anderes Fest weckt so viele Emotionen. »Freude«, »Familiensinn«, »Harmonie« verbinden wir mit Weihnachten. Aber gerade weil die Erwartungen so hoch gesteckt sind, gibt es oft für viele Menschen eine grosse Ernüchterung: Missstimmung, Zerwürfnis, Streit.
Im Januar hat uns der Alltag wieder im Griff. Und damit auch die Alltagsprobleme.
Was bleibt vom Weihnachts-Geheimnis, vom Weihnachtswunder, wenn uns im Januar der Alltag wieder fest im Griff hat? Von der Geschichte mit dem Baby in der Krippe, von den Hirten und von den Engeln…? Was sollen wir vom Weihnachtsgeschehen in unseren Alltag mitnehmen? Als Impuls ins neue Jahr?
Fünf Leitgedanken, abgeleitet aus den Weihnachts-Geschehnissen, mögen uns im neuen Jahr in unserm Alltag begleiten:

1) So wie Maria und Josef alle Gnaden Gottes rund um die Menschwerdung Jesu, des Messias in Freude und Dankbarkeit annahmen, so dürfen auch wir jeden Tag dankbar sein für die Gnade, in der wir Menschen von Gott angenommen sind.

2) So wie Maria und Josef keine Erwartungen an eine noble Herberge in Bethlehem hatten, sondern Stall und Krippe akzeptierten, so sollen auch wir unsere Erwartungshaltungen überdenken und vielleicht etwas zurücknehmen: die Erwartungshaltung an uns und andere.

3) Maria hat alles Erlebte in ihrem Herzen erwogen, im stillen Gebet. Und auch Jesus betete zu seinem Vater – ja er lehrte seine Jünger beten. So sollen auch wir immer wieder im Gebet verharren: »Das innere Gebet ist Liebe, Schweigen, Hören, Dasein vor Gott.« [youcat 503]

4) Maria sagte bedingungslos JA, als ihr der Engel Gottes die frohe Botschaft überbrachte. Sie bejahte alles, was ihr Sohn Jesus in seinem Leben tat und stand ihm als Mutter bei, bis hin zum irdischen Tod am Kreuz. So dürfen auch wir im Vertrauen auf Gott JA sagen zu allem, was er für uns als Herausforderungen in unserem Leben vorgesehen hat.

5) Maria spürte nach dem Besuch des Engels, dass Gott Grosses mit ihr vorhat – sie wusste, dass Gott in ihrem Leben gegenwärtig ist. Auch Josef durfte dank der Visionen erkennen, dass ihm Gott in allen Lebenslagen beisteht. So dürfen auch wir uns immer wieder voll Vertrauen bewusst werden, dass Gott in unserem Leben gegenwärtig ist.

Roland A. Huber
Benediktiner-Oblate; Leiter ökumenischer Andachten in der Bruderklausen-Kapelle



Alle Register?

So reden wir, wenn wir sämtliche Hebel in Bewegung setzen,
das maximum rauskitzeln wollen,
sprichwörtlich «alle Register» ziehen.
Anfang Jahr installierte ich lang schon bestellte Zusatzlautsprecher für meine Hausorgel.
Sie sollten wie ein Rückpositiv den Ton auch von hinten hören lassen.
Der «Schuss ging hinten raus»: Alle Musik kommt nun von dort.
Nur von dort. Also auch das Hauptwerk, oder das Pedal.
Das gibt nun zwar ein unerwartetes Hörerlebnis – ein gewöhnliches Zimmer
tönt nun plötzlich, als befände ich mich hoch oben auf der Empore
eines gotischen Doms.
Allerdings darf ich nun nur noch langsam spielen,
sonst verschwindet alles in einem undefinierbaren Klangteppich.*
Tempo zurücknehmen kann Durchhörbarkeit schaffen.
Ähnlich kluges Registrieren: Auf wenige, unterscheidbare Stimmen kommt es an,
eben nicht darauf, alle Register zu ziehen, alles zu übertönen.
Weglassen kann akzentuieren.
Weniger kann mehr sein.

*Allerdings werden dabei nicht alle Fehler gleichsam unter den Klangteppich gekehrt,
was weidlich zu hören ist…


Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Sternsingen 2021

Das traditionelle Sternsingen kann dieses Jahr, wegen der Corona Pandemie, nicht stattfinden. Wir möchten Ihnen deshalb den Segen auf diese Art und Weise spenden.
Die biblischen Sterndeuter sind suchende Menschen, die den göttlichen Geheimnissen nachgehen. Sie brachten den Mut auf, sich auf den Weg zu machen. Und fanden das Kind in der Krippe und beteten es an.
Auch heute gibt es Menschen, die suchen und den Wegen Gottes nachspüren; staunen, sich wundern und Gott anbeten. Staunen und wundern kann auch für uns ein guter Weg sein zu Gott.
Schauen Sie sich in diesen Tagen die Sterne an und fühlen Sie sich mit Gottes Schöpfung dem Schöpfer Gott verbunden.

Gott möge Sie segnen das ganze Jahr hindurch.
Gott, der die Sterne in seiner Hand hält: Er behüte Dein Leben.
Gott, der die Sterne leuchten lässt: Erhelle Dein Leben.
Gott segne und behüte Dich, Dein Haus und alle Dir anvertrauten Menschen.

Ich wünsche allen ein glückliches und friedvolles 2021!

Alex Hutter
Diakon / Spitalseelsorger



Januar

Wir sind angekommen im neuen Jahr 2021.

Unser Jahr beginnt mit dem Monat Januar. Dieser Monat hat seinen Namen vom römischen Gott Janus erhalten. Janus wird mit zwei Gesichtern dargestellt: eines schaut nach vorne und das andere zurück.
Der Jahreswechsel lädt uns dazu ein, Rückschau zu halten und voraus zu schauen.
Jahresrückblicke haben wir in Fernsehen, Radio und Tagespresse zur Genüge gelesen und gehört.

Lag auch ein persönlicher Rückblick drin oder war es ein «Jahr zum Vergessen»?
Können wir eine Zeit einfach «vergessen»? Ich glaube nicht. Alle Erlebnisse, die guten und die schlimmen, gehören zu uns, prägen uns und sie werden auch unsere zukünftigen Entscheidungen mitprägen. Die Einschränkungen haben uns beeinflusst: Alternativen mussten gesucht, Schwerpunkte im Leben verschoben werden. Vielleicht hat man Neues entdeckt oder Altes wiederentdeckt.

Alles nehmen wir mit ins neue Jahr. Wir hoffen auf ein gutes Jahr, wo Begegnungen, Reisen, miteinander feiern wieder möglich ist.
Wie das neue Jahr aussehen wird, wissen wir nicht.
Was wir wissen ist, dass wir alles, was war, vor Gott legen können. Wir können auch darauf vertrauen, dass er uns auch in Zukunft begleiten wird.

Mit diesen hoffnungsvollen Aussichten wünsche ich allen ein gesegnetes neues Jahr.

Heidi Guggenbühl
Seelsorgemitarbeiterin
Lukas Schönenberger,
Bereitgestellt: 01.05.2022     Besuche: 46 Monat 
aktualisiert mit kirchenweb.ch