Lukas Schönenberger

Wochenimpulse 2023

Seit der Coronapandemie im Jahr 2020 veröffentlichen wir wöchentlich einen Videoimpuls mit Kurztext. Verschiedene Mitarbeitende oder Freiwillige teilen Gedanken, Erfahrungen, Gebete. Die Vielfalt macht's aus.

Viel Freude und Anregung bei den Wochenimpulse aus dem Jahr 2023 - chronologisch rückwärts, von letzter Woche bis zum Jahresbeginn.

Noch weiter zurück geht's hier: Wochenimpulse 2022, Wochenimpulse 2021 oder Wochenimpulse 2020.

"Mit der Reife wird man immer jünger"

Bei der Seniorenarbeit in der Pfarrei St. Anna habe ich immer wieder den Eindruck, dass es für viele Seniorinnen und Senioren hilfreich ist, wenn das Thema der Herausforderungen des Alters mit einem gewissen Humor begegnet wird.
Sehr hilfreich finde ich dabei das Buch «Mit der Reife wird man immer jünger» von Hermann Hesse. Diese Sammlung von Betrachtungen und Gedichten über das Alter hat er bereits mit 45 Jahren begonnen zu schreiben und bis kurz vor seinem Tod immer wieder ergänzt.
Nachfolgend eines der Gedichte in diesem Buch, das mir besonders gefallen hat

Im Altwerden

Jung sein und Gutes tun ist leicht,
Und von allem Gemeinen entfernt sein;
Aber lächeln, wenn schon der Herzschlag schleicht,
Das will gelernt sein.

Und wem’s gelingt, der ist nicht alt,
Der steht noch hell in Flammen
Und biegt mit seiner Faust Gewalt
Die Pole der Welt zusammen.

Weil wir den Tod dort warten sehn,
Lass uns nicht stehen bleiben.
Wir wollen ihm entgegengehn,
Wir wollen ihn vertreiben.

Der Tod ist weder dort noch hier,
Er steht auf allen Pfaden.
Er ist in dir und ist in mir,
Sobald wir das Leben verraten.

Christoph Oechsle
Bereichsleitung Diakonie



Schneetag

Am 14. Januar, am orthodoxen Neujahrsfest, haben die evangelische Kirchgemeinde Gachnang und unsere katholische Pfarrei Flüchtlinge aus der Ukraine zu einem Schneetag im Pizol eingeladen.

Schön warm eingepackt, ging es weit hinauf bis zum Panoramaweg. Das Ein- und Aussteigen auf dem Sessellift war noch etwas ungewohnt, aber es sind alle gut angekommen. Besonders die Kinder haben sich riesig gefreut am schönen Schnee - und sind voller Energie die frischen Schneehänge hinuntergepurzelt. Für alle war dies ein eindrückliches Erlebnis. Alle haben sich ganz herzlich bedankt für diesen wunderschönen Tag, den sie im Rahmen von der kirchlichen Unterstützung von den ukrainischen Flüchtlingen erleben durften.

Alex Hutter
Diakon / Spitalseelsorger



Wenn das Herz voll ist

Bei Markus 1,40–45 finden wir die Geschichte von der Heilung eines Aussätzigen.

Mich persönlich fasziniert nicht die Heilung als solche, sondern was nachher geschieht.
Jesus schickte den Mann weg und schärfte ihm ein: Erzähl niemandem etwas davon!
Aber der Mann kann nicht schweigen. Jesus hat ihm ein neues Leben geschenkt, er ist nicht nur körperlich geheilt, sondern darf auch wieder ein Teil der Gesellschaft sein. Da kann er doch nicht schweigen, ich verstehe das vollkommen. Ich denke seine Freude war riesengross und wenn das Herz voll ist, geht der Mund über, heisst es.
Er erzählt also überall weiter, was Jesus ihm Gutes getan hat.

Wir haben es einfacher, wir haben kein Schweigegebot, ganz im Gegenteil: Wir sind aufgerufen, die Frohe Botschaft, das Evangelium weiterzutragen. Es ist eine schöne Aufgabe, die Frohe Botschaft zu verkünden, gerade in einer Zeit, wo vor allem schlechte Nachrichten weiterverbreitet werden.

Erzählen wir die Frohbotschaft weiter: In Jesus ist Gott Mensch geworden und hat unter den Menschen gelebt. Er ist gestorben und nach drei Tagen auferstanden.
Diese Worte geben auch uns Halt und Hoffnung.

Heidi Guggenbühl
Seelsorgemitarbeiterin



Dreikönigsbrief

Letzte Woche kam ein Brief der drei Bischöfe von Chur, St. Gallen und Basel.
Es war auch eine Ermahnung, auf liturgischen Grenzüberschreitungen zu verzichten.
Wie sieht das in Frauenfeld aus?
Beispiel Wortgottesfeier: Ich lasse hier den Altar bewusst verwaist. Bete vom Ambo aus.
Ob das Zeichen erkannt wird?
Allerdings erreichen uns schon auch Reklamationsbriefe –
betrifft dann jedoch nicht nur, wie die Laien feiern…
Lassen wir uns inspirieren von Bruder Klaus,
gehen weiter, nehmen Neues auf (Freiburg, Solothurn),
und suchen (was schwierig) das richtige Tempo.

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter



Du bist ein Gott, der mich sieht

So die Jahreslosung 2023, aus der Hagargeschichte.
Bislang kann ich immerhin zwei Entdeckungen zur Bibel auflisten,
die ich nirgendwo sonst gefunden habe –
die gleichsam auf meinem Mist gewachsen sind…:
Über die eine, hat zu tun mit der Hagargeschichte,
meine Thundorfer Neujahrpredigt…
Ansonsten lass ich mich gern und leidenschaftlich von andern inspirieren.
Oft besonders lehrreich, von Andersdenkenden, -glaubenden…
Der Augenstern, so hab ich im gezeigt Buch gelernt,
meint eigentlich das Männlein im Auge,
das wir sehen, wenn wir uns in die Augen schauen.
(Im Lateinischen ist es ein Püppchen: die Pupilla).
Gott schaut uns an, schaut uns in die Augen, schaut für uns.

Thomas Markus Meier
Pastoralraumleiter
Bereitgestellt: 01.05.2022     Besuche: 22 Monat 
aktualisiert mit kirchenweb.ch