Claudia Steiger

Lichteraussenden in Hüttwilen

Lichteraussenden Hüttwilen 2021 (Foto: Karl Umbricht)

Eine wunderschöne Tradition findet jedes Jahr am 1. Advent abwechselnd in den Ortsgemeinschaften Hüttwilen, Warth-Weiningen und Herdern statt.
Die Kinder gestalten im Religionsunterricht Laternen. Diese werden im Gottesdienst gesegnet und gehen dann in der Adventszeit von Haus zu Haus und kommen am 24.Dezember wieder zu den Kindern zurück. Dieses Jahr spielten die Kinder ein eindrückliches Rollenspiel zum Thema «Kann man Wärme teilen?».

Ein Mann hatte ein Haus und viele Tiere, es war bitterkalt draussen und ein Hirtenjunge fragte, ob er sich bei ihm im Haus aufwärmen dürfe. Aber der Mann meinte, er habe nicht genug Holz, er könne die Wärme nicht teilen. Der Junge ging und sah einen Stern am Nachthimmel leuchten. Diesem Stern folgte er. Weil der Junge wegging, gingen auch alle Tiere weg. Ohne den Jungen bleibe ich nicht hier, meinte der Hund. Ohne den Hund bleiben wir nicht hier meinten die Schafe – und so auch die Kuh, der Ochs und der Esel. Alle folgten dem Jungen und dem Stern. Als der Mann merkte, dass alle Tiere weg waren, ging er sie suchen. Im tiefen Schnee rief er um Hilfe und auch er sah den Stern und voller Hoffnung und letzter Kraft schaffte er es bis zum Stern. Dort waren alle um ein Licht versammelt. Auch der Mann kniete sich zu dem Jungen und den Tieren um das Licht, das für alle Wärme und Geborgenheit ausstrahlte. Am nächsten Tag kehrten alle wieder nach Hause zurück und der Mann lud den Jungen in sein Haus ein und sie teilten sich die Wärme und Geborgenheit.

Ja, wir können Wärme teilen! Normalerweise teilen wir Schokolade oder Spielsachen, auch wenn es uns schwerfällt. Aber viel wichtiger ist, wenn wir Wärme teilen, indem wir niemanden ausschliessen, weder in der Pause noch im Sport. Wenn ein Schüler nicht so schnell ist und wir ihn lieber nicht in der Mannschaft hätten, gerade dann ist es wichtig zu sagen: Komm in unsere Gruppe. Niemanden allein lassen – Liebe und Geborgenheit schenken – ganz besonders in der Adventszeit.
Susanne Umbricht, Katechetin
Bereitgestellt: 15.08.2021     Besuche: 52 Monat 
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