Der Chor der St. Nikolauskirche Frauenfeld
feierte am Sonntag, 2. Juli um 17 Uhr
in der Stadtkirche sein 150-jähriges Jubiläum.
Ein Rückblick des Präsidenten.
JUBILÄUMSKONZERT «150 JAHRE KIRCHENCHOR ST. NIKOLAUS»
Sonntag, 2. Juli 2023, 17.00 Uhr, Katholische Stadtkirche St. Nikolaus
- Ludwig von Beethoven (1770–1827), Ouvertüre zu Collins Trauerspiel, «Coriolan» op. 62, Messe C-Dur op. 86
- Georg Friedrich Händel (1685-1759), «Halleluja» aus dem Oratorium «Messias»
Mitwirkung: Olga Kharchenko, Sopran; Anja Powischer, Alt; Oleg Sopunov, Tenor; Sergej Aprischkin, Bass; Chor der St. Nikolauskirche Frauenfeld; Orchester ad hoc
Leitung: Reto Schärli
Kollekte als Beitrag an die Konzertkosten
150 Jahre Chor der St. Nikolauskirche
Waldhorn und Chorgesang
Richtig verbrieft ist in keinem Protokoll, dass der Chor der St. Nikolauskirche im Jahr 1873 gegründet wurde. Es gibt aber stichhaltige Hinweise dafür. Allerdings wurde schon früher während der Gottesdienste gesungen und musiziert. Rechnungen und Protokolle aus der Kirchgemeinde weisen darauf hin, dass bereits 1826 zwei Waldhörner zur Verschönerung des Gottesdienstes beantragt, oder – ein anderes Beispiel nennend – den Chorsängerinnen und Chorsängern 1851 ein Abendtrunk bewilligt wurde. Weiter ist protokolliert, dass Kaplan Holenstein den Orgeldienst und den Choral übernahm, während Kanzlist Wüest der Unterricht für die Sängerinnen und Sänger übertragen wurde. Mit der Gründung fand der Chor seine Form als geschlossene Vereinsgemeinschaft mit bestimmten Aufgaben und Zielen. Im gleichen Jahr wurde er in den übergeordneten Verband, den Thurgauischen Cäcilienverein, integriert, dessen Hauptaufgabe es seinerseits war, Vereinsgründungen zu fördern.
Engagement und Verbundenheit
Nachdem in den ersten hundert Jahren der Chorgeschichte in der Folge zwei Kaplane und danach drei Lehrer als Chorleiter wirkten, waren es ab 1973 Berufsmusiker, davon in den Jahren 2012 bis 2018 eine Frau, die die Geschicke des Chors leiteten. Seit sechs Jahren obliegt diese Aufgabe nun dem amtierenden Chorleiter Reto Schärli. Was im Jahr 1873 als «Cäcilienverein Frauenfeld» gegründet wurde, hält sich bis heute ins 21. Jahrhundert – trotz bewegter Zeiten, wechselvollen Strömungen in der Kirchenmusik und Erneuerungen im Ablauf der Liturgie. So konnte auch die Pandemie den Chor nicht erschüttern. Die Aufgabe wurde von Beginn an ernst genommen. Das zeigt die Tatsache, dass die ersten 20 Mitglieder jährlich zu beinahe 50 Proben zusammenkamen und jüngere Mitglieder zusätzlich an Sonntagnachmittagen besonders geschult wurden. Das Vereinsleben war von Herzlichkeit getragen, verlief allerdings bescheiden. Das dokumentieren die erste Vereinsreise im Jahr 1879, die als Fusswanderung nach Islikon organisiert wurde, oder die Verabreichung einer Erfrischung nach dem Weihnachtskonzert im Jahr 1884, als es für jedes Aktivmitglied ein Glas Wein und ein Stück Brot gab. Der Chor erfüllte nicht nur während der Gottesdienste seine Funktion, sondern auch im profanen Leben: Er trat zu Abendunterhaltungen im «Falken» oder im Saal des Hotels «Bahnhof» auf. Die Programme boten eine besondere Mischung von geistlichen Gesängen und froher Unterhaltung. Solche Aufführungen wurden von der Presse in hohem Mass gelobt.
Gestern wie heute
Der Chor der St. Nikolauskirche zählt heute wie damals zum festen Bestandteil der kirchenmusikalischen Aktivitäten der Pfarrei. An rund zehn Gottesdiensten pro Jahr kommt anspruchsvolle und stilistisch breit gefächerte geistliche wie weltliche Literatur zur Aufführung. Regelmässig werden dabei die derzeit rund 30 Mitglieder des Chores von Gastsängerinnen und -sängern unterstützt. Darüber hinaus pflegt der Chor eine rege Zusammenarbeit mit Gesangssolistinnen und -solisten sowie (zumeist ad hoc zusammengestellten) Orchestern. So auch beim diesjährigen Jubiläumskonzert. Im September wird der Chor im Rahmen des Jubiläums zu einer dreitägigen Reise nach Innsbruck mit Besuch eines Hofkirchenkonzerts der Wiltener Sängerknaben aufbrechen. Es fällt dem amtierenden Chorleiter Reto Schärli zu, ein adäquates Konzert durchzuführen.
Das Jubiläumskonzert
Der Chor befindet sich mit freudigem Optimismus mitten in den Vorbereitungen zum festlichen Programm des Jubiläumskonzerts mit einem zentralen Meisterwerk der Kirchenmusik: der Messe in C-Dur von Ludwig van Beethoven. Die Aufführung am 2. Juli um 17.00 Uhr in der kath. Stadtkirche St. Nikolaus verspricht demzufolge musikalischen Hochgenuss: Über 60 Mitwirkende singen zusammen mit dem 34-köpfigen Orchester Werke von Beethoven und Händel.
Ernst Isler, Präsident Chor der St. Nikolauskirche
Den ganzen Bericht finden Sie untenstehend zum Download: