Claudia Steiger

Weltjugendtag 2023 in Lissabon

Weltjugendtag Lissabon 2023 (Foto: Fabian Amplatz)

Fabian Amplatz ist einer von zwei Pilgern aus unserer Pfarrei, die im vergangenen Sommer an den internationalen Weltjugendtag nach Lissabon gereist sind. Einem grossen Fest, wo Hunderttausende zusammenkommen um den Glauben zu feiern.
Fabian war in der Hauptwoche dabei. Da fanden am Morgen jeweils Katechese und Gottesdienst statt und am Nachmittag gab es Zeit zur freien Verfügung. Nebst dem Empfang des Papstes in Lissabon, dem gemeinsamen Gebet des Kreuzwegs am Freitag, stand vom Samstag auf den Sonntag der Höhepunkt mit der Vigil und dem Sonntagsgottesdienst auf einem riesigen Feld mit über einer Million jungen Erwachsenen auf dem Programm. David Hug hat mit Fabian Amplatz über seine Eindrücke gesprochen.

Was hat dich dazu bewegt, an den WJT zu reisen?
Ganz ehrlich, zunächst dachte ich, dass der Weltjugendtag nichts für mich ist. So weit zu reisen und dann all diese vielen Leute… Kurz gesagt, der Event lag ausserhalb meiner Komfortzone. Als wir ein weiteres Mal darüber sprachen, habe ich das Ganze aus einer positiveren Perspektive betrachtet: Zeit, die man sich nimmt, um sich mit dem Glauben tiefer auseinanderzusetzen und dies nicht allein, sondern mit vielen jungen Leuten. Vielleicht knüpft man neue Freundschaften und öffnet dadurch Türen zu weiteren spannenden Erlebnissen. Nicht zuletzt wurde mir die Möglichkeit geboten, die Stadt Lissabon zu besichtigen, Portugal und dessen Kultur sowie die Mentalität der Bevölkerung kennenzulernen. All diese Argumente haben mich überzeugt und mir den Schubs über die Hemmschwelle meiner Komfortzone gegeben.

Was hat dir gefallen? Was war dir eher fremd?
Was mir nicht zu 100 Prozent bewusst war: dass ich eine Woche auf einem Schulzimmerboden übernachten werde… Als dann auf der Packliste Schlafsack und Mätteli aufgeführt waren, sickerte es durch: Ich werde wohl für ein Woche nicht wie gewohnt in einem Bett schlafen. In der Unterkunft in Lissabon angekommen, wurde meine Stimmung zuerst ein wenig getrübt. 15 Personen schliefen jeweils Matratze an Matratze auf dem Fussboden eines Klassenzimmers und für ca. 70 Personen standen 4 Toiletten zur Verfügung. Geduscht wurde in einem Vorhof unter freiem Himmel und ohne Warmwasseranschluss. Solche Umstände waren alles andere als selbstverständlich für mich, doch erstaunlicherweise gewöhnte ich mich schon in den ersten Tagen daran und kam äusserst gut zurecht. Obwohl ich alleine angereist war, fand ich bereits am ersten Tag Anschluss und verbrachte den Rest der Woche mehrheitlich mit einer grossartigen Jugendgruppe aus Amriswil. Wir haben viel zusammen gelacht und unternommen. Sehr erfreut habe ich mich des Weiteren an den drei Katechesen, die in der Mitte der Woche jeweils am Morgen stattgefunden haben. Nebst dem Gottesdienst durften wir uns gedankenanregende Glaubenszeugnisse anhören und es wurde viel gesungen und natürlich gebetet.

Was war dein persönliches Highlight der Reise?
Nahezu unbeschreiblich eindrücklich waren die Menschenmengen an jungen Erwachsenen, die sich täglich bei den Programmaktivitäten der internationalen WJT-Organisation versammelten. Dies war eine gänzlich neue Erfahrung für mich. An dieser Stelle dürfen auch die Momente, an denen wir dem Papst räumlich sehr nahe waren, auf keinen Fall unerwähnt bleiben.

Welche Erfahrungen nimmst du mit nach Hause?
Der WJT war ein guter Impuls, um mich meinem Glauben ein Stück näher zu bringen. Was ich definitiv mit nach Hause genommen habe, sind die vielen Eindrücke und Erlebnisse. Und ich muss ganz offen gestehen, dass es mir gut getan hat meine innere Hürde zu überwinden und unter vielen jungen Leuten zu sein.

Wem würdest du den WJT empfehlen?
All denjenigen, die zusammen mit Gleichgesinnten im Glauben wachsen und die Gelegenheit nutzen wollen, eine internationale Stadt auf ganz besondere Weise zu erleben. Wer am WJT teilnehmen will, der darf auf keinen Fall menschenscheu sein und sollte sich mit offenem Herzen auf neue Begegnungen und eine Vielfalt an Kulturen einlassen wollen. Aus genau diesem Grund empfehle ich diesen Event aber auch allen, die sich diese Persönlichkeitsmerkmale aneignen und damit über ihren eigenen Schatten springen wollen. Übrigens spielt es dabei keine Rolle, ob man alleine hingeht oder mit bekannten Leuten, denn neue Menschen lernt man ganz bestimmt kennen.


Ich möchte mich an dieser Stelle recht herzlich bei der Pfarrei St. Anna für den finanziellen Beitrag an Kosten für die Hauptwoche bedanken. Der Dank geht auch an alle, die für den WJT eine Spende leisteten oder in Gedanken bei uns Teilnehmenden waren und für diesen Anlass gebetet haben.

Bereitgestellt: 26.11.2021      
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