Besuch im Tibet-Institut
HERZENsangelegenheit.
Wir haben zusammen den Himalaya bestiegen. Mindestens fühlte es sich so an, als eine Gruppe von gut dreissig Frauen und ein Mann, am bis dahin heissesten Tag des Jahres vom Bahnhof Rikon aus zum Tibet-Institut hochwanderte. Es war streng, aber es hat sich definitiv gelohnt.
Wir wurden vom tibetischen Mönch Loten Dahortsang freundlich empfangen und gleich in die Welt und das Denken des Buddhismus eingeführt. Er wusste auf unterhaltsame Weise verständlich zu machen, was die Unterschiede zum Christentum sind, zum Beispiel, dass es weder einen Gott noch eine Seele gibt, und was die beiden verbindet, zum Beispiel, dass gute Taten zum Glück führen. Bei der Führung erfuhren wir, wie dieser spezielle Ort im Tösstal entstanden ist, wobei Loten Dahortsang bei den Erklärungen auch ein paar witzige Anekdoten einfliessen liess und seinen eigenen Werdegang erläuterte.
Ruhe, Achtsamkeit und Glacé
Aber nicht nur unser Intellekt wurde angesprochen, wir konnten Buddhismus auch etwas erleben. Der Meditationsraum strahlte neben Würde eine wohltuende Ruhe aus; und nach der Besichtigung der mit farbenfrohen Gebetsfahnen verzierten Stuppa leitete der Mönch uns zu einer Achtsamkeitsübung beim Gehen an.
So machten wir uns bereichert auf den Rückweg, der uns leicht fiel, da es bergabwärts ging und wir lebhaft plaudern konnten. Bevor wir den Zug für die Rückreise bestiegen, gönnten wir uns ein feines Glacé, das die Hitze fast vergessen liess.
Franziska Martinelli, Frauengemeinschaft St. Anna